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Signora ist die Queen von Baden-Baden

Der nächste Coup des Erfolgsteams Wöhler/Pedroza

Baden-Baden 31. August 2016

Die großen Rennen im deutschen Galopprennsport gehen in diesen Wochen an den Stall von Andreas Wöhler. Der Coach aus Spexard bei Gütersloh und sein Stalljockey Eduardo Pedroza drückten auch dem Highlight am Mittwoch, dem dritten Meetingstag, ihren Stempel auf. Denn im Coolmore Stud Baden-Baden Cup (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.400 m) feierte für dieses Team die im Besitz des in Dubai ansässigen Großbesitzers Jaber Abdullah stehende Signora Queen (52:10) vor 7.200 Zuschauern ihren ersten Erfolg auf diesem Level. Beim fünften Start markierte die Exceed and Excel-Tochter ihren vierten Treffer und verdiente nun 12.500 Euro für ihren Besitzer.

Diesen hatte Andreas Wöhler unmittelbar nach dem Coup am Handy, und offenbar war der Mannschaft zum Scherzen zumute: „Gibt es als Ehrenpreis einen Freisprung zu Galileo?“, flachste Wöhler am Telefon gegenüber Jaber Abdullah und dem in Baden-Baden weilenden Joe Hernan als Vertreter des Sponsors Coolmore.

Aus dem Mittelfeld hatte Signora Queen am inneren Flügel noch einen sehr sicheren Vorteil gegenüber der führenden Powder Snow herausgearbeitet. „Es war alles optimal, ich hatte gedacht, es würde mehr Tempo geben. Wir haben auf den Speed von Signora Queen vertraut, da sie ein wenig guckt, wenn sie zu früh vorne ist. Heute hat sie eine tolle Beschleunigung gezeigt. Wir machen nun auf Gruppe-Ebene weiter“, so Andreas Wöhler.

Die Favoritin Powder Snow gefiel auch in der Niederlage, wie auch Henri-Alex Pantalls zweite Farbe Lovemedo als Vierte noch viel Boden gutmachte. „Beide Stuten haben sich sehr gut verkauft“, erklärte der französische Coach. Zwischen diese beiden schob sich noch die Außenseiterin Antalya, die die beste Leistung ihrer Karriere bot. „Das war super, zumal sie noch nicht einmal das beste Rennen hatte“, meinte Trainer Markus Klug. Die Französin Pop By kam wie Princess Asta, Lips Planet und Redenca in einem dicht gestaffelten weiteren Feld über die Linie.

1.000 Meter sind die Idealstrecke für den von Toon van den Troost in Belgien vorbereiteten Henke. In einem Ausgleich III über die Minimalstrecke landete der Wallach unter Stephen Hellyn zur Quote von 61:10 einen sicheren Start-Ziel-Erfolg über die Favoritin Fidji und den ebenfalls noch nachsetzenden Nandolo.

Nach dem Düsseldorfer Erfolg legte der von Waldemar Hickst in Köln trainierte Sadalbari (50:10) gleich noch einen weiteren Treffer nach – in einem 2.800 Meter-Ausgleich III bekam er aus dem Vordertreffen von Marc Lerner ein ideales Rennen serviert und hatte mit dem Piloten Curver und Mood Indigo nie die geringsten Probleme. Die heiße Favoritin Lui Jo kam diesmal nach erneuten Startverlust nie von hinten weg. „Das ist ein gutes Pferd“, kommentierte Mar Lerner den Sieg mit Sadalbari.

Beim 17. Start landete Dr. Rüdiger Stein-Schomburgs La Commune (75:10) in einer 1.600 Meter-Prüfung unter Eduardo Pedroza den ersten Karrieretreffer, der gegen die Lokalmatadorin Elusive Sengia (Filip Minarik war für den erkrankten Daniele Porcu eingesprungen) und den lange mit Vorsprung führenden Ice Club knapp ausfiel.

Glänzend ist aktuell die Stallform von Trainer Frank Fuhrmann, der in einem 1.800 Meter-Handicap mit der zuvor bei 30 Starts noch sieglosen Dingari (128:10) erfolgreich war. Die Stute profitierte von einem Husarenritt von Marc Lerner (zweiter Tagestreffer), der Start-Ziel einen minimalen Vorsprung gegen Dashing Diva ins Ziel rettete. Exceed My Budget und Southampton komplettierten die Viererwette, die stattliche 211.340:10 Euro bezahlte. Ein Wetter bekam deutlich über 10.000 Euro ausgezahlt. Beste Stimmung herrschte natürlich beim erfolgreichen Besitzer, dem Stall Lustig, für den Dingari erst zum zweiten Mal gelaufen war.

Nach perfekter Einteilung von Andrasch Starke zeichnete sich Gestüt Bonas Night Melody (40:10) im 2.000 Meter-Ausgleich II aus. Von zweiter Position aus wehrte die von Peter Schiergen trainierte Lady bei ihrem ersten Saisonsieg Pure Pearl und Earl of Heinz sicher ab.

Einen Heimsieg für Carmen Bocskai gab es in einer 2.200 Meter-Prüfung, nachdem die Iffezheimer Trainerin so lange mit Platzierungen hatte vorlieb nehmen müssen, durch Rain Lady (74:10), die gegenüber ihrer jüngsten Frankreich-Form deutlich verbessert war. In einer packenden Partie kam die Fünfjährige unter Andreas Suborics noch knapp an der Favoritin Königsland vorbei, die vor Boston Park eine Iffezheim-Zweierwette vervollständigte.

Im abschließenden 2.400 Meter-Handicap war gewaltiges Vertrauen mit Andrea Friebels Holtby gegangen, und tatsächlich schaffte es der 26:10-Favorit ganz zum Schluss noch, Lynx zu verdrängen. American Dreamer und Quinceanera folgten auf den nächsten Plätzen. Die Viererwette kletterte auf stolze 128.966:10 Euro.

Bestens besucht war der dritte Badener Meetingstag. Sehr gut angenommen wurden die vielen Aktionen rund um den Karlsruher SC. Der Fußball-Klub war mit einer starken Truppe in Iffezheim präsent. „Der Mannschaft macht es großen Spaß, allein schon, weil wir heute nur einmal trainiert haben“, sagte KSC-Trainer Tomas Oral, der zum ersten Mal auf einer Rennbahn war: „Ich bin erstaunt, wie viele Menschen hier sind. Es interessiert mich, wie hier gearbeitet wird.“ Zwischendurch kam echte Stadion-Stimmung auf, denn die KSC-Fanclubs schwenkten ihre überdimensionalen Fahnen auf dem Geläuf zu den Klängen des Badner Lieds.

Sechs der acht Rennen waren dann in das Wettprogramm der französischen Wettgesellschaft PMU integriert. An diesen sogenannten PMU-Renntagen gibt es normalerweise einen deutschen und einen französischen Totalisator. Die Wetter können in zwei verschiedene Pools wetten. Am Mittwoch war dies nicht möglich, es gab auf Veranlassung von Baden Racing nur einen deutschen Pool.



 

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