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Imponierender Triumph im Darley Oettingen-Rennen

Der nächste Tanz des Pas de deux in Baden-Baden

Baden-Baden 1. September 2016

Baden-Baden ist das Erfolgspflaster des Wallachs Pas de deux. Vor einem Jahr gewann der im Besitz des Mülheimers Dirk von Mitzlaff (Sohn des früheren Erfolgstrainers Sven von Mitzlaff) stehende Saddex-Sohn hier den Preis der Sparkassen-Finanzgruppe. Am sommerlichen Donnerstag der Großen Woche triumphierte der so immens verbesserte Sechsjährige erneut in einem prestigeträchtigen Rennen in Iffezheim – vor 6.750 Zuschauern im 83. Darley Oettingen-Rennen (Gruppe II, 70.000 Euro, 1.600 m).

Eine verblüffende Überlegenheit legte der 42:10-Mitfavorit bei seinem vierten Gruppe-Sieg in diesem Top-Meilen-Event unter dem belgischen Jockey Stephen Hellyn - vor den Augen von Jockey-Legende Lester Piggott als Ehrengast des Tages - hin. Start-Ziel marschierte der von Yasmin Almenräder trainierte Pas de deux seinen fünf Konkurrenten regelrecht davon. Eine mehr als beeindruckende Angelegenheit war der siebte Sieg beim 20. Start, der mit 40.000 Euro Preisgeld honoriert war.

„Er legt so eine Souveränität an den Tag, da bleibt mir regelrecht der Atem weg“, erklärte eine überglückliche Trainerin Yasmin Almenräder. „Ich war schon bei seinem Gruppesieg in Frankreich total überzeugt von ihm, nur leider war unsere Stallform ziemlich mäßig. Die Order war, selbst vorne zu gehen, wenn das kein anderer übernehmen würde, da Pas de deux Tempo benötigt. Er hat alles bestens gelöst und ist schon ein reelles Gruppe II-Pferd. Normalerweise kippt um diese Jahreszeit meistens seine Form, daher weiß ich noch nicht, was wir jetzt mit ihm machen.“

Volle fünf Längen hinter dem wie entfesselt davoneilenden Pas de deux hielt sich auch der Favorit Degas als Zweiter wacker, der noch einigen Boden gutmachte. „Gegen den Sieger gab es nichts zu holen, aber er hat sich beim ersten Start als Dreijähriger gegen die älteren Pferde gut verkauft und steuert nun vielleicht den Großen Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf an“, erklärte Trainer Markus Klug, der auch mit Rosebay (Vierte) zufrieden war. „Sie war nicht weit geschlagen. Die Stute befindet sich in ihrer letzten Saison“, so der Coach.

Dazwischen schob sich als Dritter der immer prominente Drummer, der einmal mehr seine Form auslief, während sich der Trainingsgefährte Ross (Fünfter) nicht steigern konnte. Sehr blass blieb die Mitfavoritin Shy Witch, die an zweiter Stelle früh nachließ und auf den letzten Platz durchgereicht wurde. „Sie ist über ihren Höhepunkt hinweg und startet erst wieder im nächsten Jahr“, meinte ihr Betreuer Hans-Jürgen Gröschel. Interessant: Ihr Jockey Ian Ferguson hatte sich für die Stute und gegen den Ritt auf Pas de deux entschieden.

Die Form von Weilerswist-Trainer Christian von der Recke steht: Im einleitenden 1.600 Meter-Rennen für Dreijährige gelang dem Coach sein dritter Meetingstreffer – mit der 39:10-Chance Ibiza Empress (A. Pietsch), die zuletzt gute Dritte in einem Auktionsrennen in Bad Harzburg war. „Sie war das einzige Pferd mit beständig guter Form. Nun steuern wir das Auktionsrennen in Hannover an“, erklärte Recke über die Tertullian-Tochter, die in der entscheidenden Phase noch überaus locker an der Favoritin Lysanda und an Quiliano vorbeikam.

Christian von der Recke legte eine Stunde später gleich einen weiteren Punkt nach – im 3. Wertungslauf zum Nachwuchsförderpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung (Ausgleich IV, 2.800 m) hatte der 28:10-Favorit Kolonel Kurkup unter der Schweizerin Sibylle Vogt aus dem Vordertreffen ganz leichtes Spiel gegen Giant’s Cauldron, der übrigens 2014 Vierter im Großen Preis von Baden war, und den Außenseiter Culworth Boy. „Er hatte ja sehr gute Leistungen gezeigt. Und die Reiterin hat einiges Talent, sie ist bei Markus Klug beschäftigt“, verriet der Betreuer.

In seiner Jugend verfügte Anatol Artist über einige Klasse, war u.a. vor zwei Jahren Zweiter im Preis des Winterfavoriten. Zuletzt war der Wallach in Tschechien bei Josef Vana beheimatet, konnte auf der Hindernisbahn allerdings kaum bemerkbar machen. Nun meldete er sich beim ersten Versuch für den Mannheimer Trainer Marco Klein in einem einfachen 1.800 Meter-Prüfung zurück. Tommaso Scardino entlockte dem 121:10-Außenseiter am Ende große Reserven und fing damit die Österreicherin Banafsheh noch ab, während Youm Momayez als Dritter schon mit Abstand folgte.

„Eigentlich hatten wir sie schon zuletzt in Dresden als Siegerin erwartet, aber da hat sie sich noch ziemlich unreif angestellt“, waren die Worte des Mülheimer Trainer Jens Hirschberger schon vor dem Badener Gemeinde Derby (Ausgleich III, 2.000 m) über die von ihm vorbereitete Auenquellerin Vallante (56:10), die mit Alexander Pietsch (zweiter Siegtreffer an diesem Tag) innen mit großen Reserven auftrumpfte und sicherlich nicht bei diesem Erfolg stehenbleiben sollte. Auch Loyalty machte sich noch gut bemerkbar und verwies Dabadiyan und Nottingham Forest auf die weiteren Plätze. Die sehr formgemäße Viererwette bezahlte 8.048:10 Euro.

Am Totalisator war die Röttgenerin Wild Motion (66:10) zweitgrößte Außenseiterin, doch für ihren Trainer Markus Klug war der Erfolg im Ausgleich II über 2.400 Meter keine Überraschung: „Sie war im Frühjahr in dieser Klasse als Fünfte nicht weit geschlagen und hatte zuletzt in Saarbrücken viel Pech.“ Unter Adrie de Vries war mit dem Vorstoß der Motivator-Tochter Mitte der Zielgeraden die Entscheidung vor der bestens anpackenden Silicon Valley und dem Piloten Dao Vasco zeitig gefallen.

Im Lester Piggott Cup (Ausgleich IV, 1.200 m) gelang dem von Mario Hofer in Krefeld trainierten Emirati Spirit (38:10) ein besonderes Kunststück – unter der Iffezheimerin Eva-Maria Zwingelstein sicherte sich der Wallach sein sechstes Rennen in diesem Jahr. Mit riesigem Einsatz hielt er Miracle S und den Dritten Cratos knapp ab. Sensationell, wie der Sprinter gesteigert ist. Da durfte sein Team die Ehrenpreise aus der Hand von Lester Piggott entgegennehmen.

Im Preis von wettstar.de (Ausgleich I, 2.400 m) riss die Erfolgsserie von Matchwinner. Von letzter Stelle musste der heiße Favorit zuviel Boden gutmachen und schaffte es nur noch auf den dritten Platz. „Er hatte zu Beginn der Geraden einen Stopp, das hat einiges gekostet“, hieß es aus seinem Umfeld. Vorne entwickelte sich ein packender Zweikampf, den der letztjährige Österreichische Derbysieger Liebesbrief (60:10) nach optimaler Einteilung von Filip Minarik Start-Ziel gegen Empoli hauchdünn für sich entschied. „Jetzt probieren wir es im Preis von Europa in Köln. Er war nur bei seinem letzten Start nicht unter den ersten Dreien“, berichtete Stall Salzburgs Racing Manager Harald Schneider. Für Neutrainerin Sarah Steinberg war es ein weiterer bedeutender Sieg.

Viel Geduld musste die Familie Giesgen aus Euskirchen mit Anna Sophie aufbringen, doch beim 26. Start feierte die 47:10-Mitfavoritin im abschließenden 1.600 Meter-Amateurreiten (Ausgleich IV) den ersten Erfolg. Aus dem Vordertreffen hatte Carina Giesgen der von ihrer Schwester Laura trainierten und im Besitz ihres Vater Ulrich stehenden Stute alles bestens serviert. Sehr leicht machte sich die Touch Down-Tochter von Dashings Diamond, Golden Touch und Antina frei. Es war auch der erste Trainer-Sieg für Laura Giesgen.

Am Sonntag steht dann mit dem 144. Longines – Großer Preis von Baden (Gruppe I, 250.000 Euro, 2.400 m) der nächste Lauf der German Racing Champions League sowie eines der Top-Rennen der gesamten deutschen Rennsaison als krönender Abschluss der Großen Woche an.
 

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