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Parvaneh beeindruckt im T. von Zastrow Stutenpreis

Neuerlicher Triumph für Darius Racing

Baden-Baden 3. September 2016

Das Galopper-Jahr 2016 wird in die Geschichte eingehen als Saison von Dr. Stefan Oschmann (59). Denn in den Farben seines Stalles Darius Racing hatte nicht nur Isfahan das IDEE Deutsche Derby in Hamburg gewonnen. Nun triumphierte die dreijährige Stute Parvaneh für den Chairman des Pharma-Unternehmens Merck am Samstag vor 9.50 Zuschauern in Iffezheim im T. von Zastrow Stutenpreis (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.400 m).

Die 48:10-Mitfavoritin hatte in dieser Saison u.a. schon ein Gruppe III-Rennen in Köln auf ihr Konto gebracht und war zuletzt als Fünfte im Stutenderby in Düsseldorf nicht besonders glücklich gewesen. Der zweite (Gruppe-)Treffer beim siebten Start der Holy Roman Emperor-Tochter aus dem Kölner Quartier von Waldemar Hickst war eine sehr überzeugende Angelegenheit.

Von fünfter Position aus überrollte die von dem Franzosen Anthony Crastus gerittene Lady die Konkurrentinnen locker. „Ich bin sehr glücklich, mit der Stute heute gewonnen zu haben. Die längere Strecke hat den Ausschlag gegeben. Sie wird sich auch weiter verbessern“, meinte der Jockey.

Und Trainer Waldemar Hickst ergänzte: „Zuletzt im Preis der Diana war die Bahn nicht ideal für sie. Heute kam ihr vor allem die längere Distanz entgegen. Ich habe schon im letzten Jahr gesagt, dass sie meine beste Stute ist. Heute wurde sie bestens geritten. Sie hat eine Nennung für den Pastorius – Großer Preis von Bayern in München, aber wir machen alles, was der Besitzer möchte.

Und das scheint ein Auftritt im Breeders‘ Cup Filly & Mare Turf in Santa Anita zu sein. Manager Holger Faust: „Wir hatten auf einen der ersten drei Plätze spekuliert, und es ist alles bestens gelaufen. Herr Oschmann ist viel unterwegs, und gerne hätte er auch eine Starterin in Amerika.“ Die Startberechtigung erhielt Parvaneh mit dem Badener Treffer.

Zwei Längen hinter Parvaneh machte auch die Röttgenerin Kasalla noch viel Boden gut. „Sie kam am Ende angeflogen. Die Distanz war genau richtig. Vielleicht gehen wir nun in den Preis von Europa in Köln mit ihr“, argumentierte Trainer Markus Klug.

Nur einen Kopf hinter ihr lief Techno Queen abermals hier stark. „Ich bin sehr zufrieden. Sie musste den Dreijährigen ja vier Kilo Gewicht geben und hat sich gegen die Jüngeren gut geschlagen“, so ihr Betreuer Toni Potters.

Die Französin Apple Betty hatte an der Spitze lange standgehalten und wurde Vierte vor der etwas enttäuschenden Favoritin Sarandia, die außen aus bester Lage nicht weiterkam. „Sie konnte ihre Leistung aus der Diana nicht wiederholen und kam einfach nicht weiter“, erläuterte Peter Schiergen. Die übrigen drei Kandidatinnen hatten bald keine Chance mehr.

Bei Trainer Markus Klug läuft es schon die gesamte Große Woche über blendend – und im Wackenhut Mercedes-Benz-Preis (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.800 m) feierte der Köln-Heumarer Coach einen weiteren Top-Treffer – mit Gestüt Röttgens Weltmacht, die nach einem optimalen Ritt von Adrie de Vries die Erwartungen voll erfüllte. Lange ließ sich der Holländer von Digitalis führen, doch schon vor der Zielgeraden eroberte er mit der 43:10-Mitfavoritin die Spitze und gab diese nach diesem resoluten Vorstoß nicht mehr preis. Sehr sicher machte sich die fünfjährige Mount Nelson-Tochter frei.

„Ich war mir relativ sicher, dass Weltmacht die Distanz bewältigen würde, denn viele aus ihrer Familie kamen damit zurecht, wie Wild Coco, die auf einer solchen Strecke Gruppe-Rennen gewonnen hat. Sie hat sich schön beruhigt. Vielleicht ist das St. Leger in Italien nun eine Option“, versicherte Markus Klug nach dem siebten Erfolg beim 17. Start der Röttgenerin.

Der Schweizer Gast Le Colonel machte noch viel Boden gut uns sicherte sich Platz zwei gegen den Engländer Yorkidding, der nach einem Schwächemoment noch einmal wiederkam, aber keine Siegchance besaß. „Er hat unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Nun geht es in den Prix Jockey Club am 25. September bei uns“, sagte Trainer Andreas Schärer. Botany Bay aus England war ebenfalls dichtauf. „Für uns war nicht genug Tempo“, signalisierte Jockey Andrasch Starke.

Im einleitenden Dreijährigen-Rennen über 2.000 Meter gab es durch Dr. Christoph Berglars Fast Lightning (17:10) einen imponierenden Favoritensieg. Der einstige 450.000 Euro-Kauf canterte mit Marc Lerner Start-Ziel den Konkurrenten Napadac und Irrwisch regerecht davon. Da scheint man für die Zukunft noch einiges erwarten zu dürfen. „Nach seinem ersten Start waren wir etwas enttäuscht, als er nur Dritter war. Aber wir haben ihm dann einige Wochen Zeit gegeben, und nun hat er schön gewonnen. Wir werden erst einmal über die Handicaps weitermachen“, erklärte Trainer Waldemar Hickst.

Mehr als vielversprechende Zweijährige dürfte man im Preis des Gestüts Etzean – Winterkönigin Trial über 1.500 Meter gesehen haben. Start-Ziel gab die von Eduardo Pedroza gesteuerte Lady im Besitz von Dubai-Großbesitzer Jaber Abdullah in großer Manier den Ton an und scheint zu Höherem berufen. Die Harbour Watch-Tochter war ein weiterer Youngster-Treffer für Trainer Andreas Wöhler, der fast 60 Zweijährige in seinem Stall stehen hat. „Sie war noch etwas grün, ist aber eine sehr feine Stute. Natürlich kommt nun der Preis der Winterkönigin in Frage“, nannte der Coach das Top-Stuten-Rennen für den jüngsten Jahrgang hier im Oktober als nächste Aufgabe. Stark vormerken sollte man sich die Röttgenerin Well Spoken, die an der letzten Ecke ausbrach und völlig den Rhythmus verlor. Am Ende flog sie regelrecht heran und schnappte die ebenfalls bestens debütierende Wind cries Mary für den Ehrenrang noch hauchdünn ab. „Sie hatte keine Anlehnung und ist weggebrochen. Sie sollte viel gelernt haben. Ich freue mich auf ihren nächsten Start“, so ihr Jockey Adrie de Vries.

Nach vielen Platzierungen war der von Gerald Geisler in Iffezheimer vorbereitete Danuvius (52:10) in einem 1.400 Meter-Ausgleich III wahrlich an der Reihe. Und der Wallach des Stalles Hoheneichen hatte unter Filip Minarik im Finish am meisten zuzusetzen und gewann noch überaus sicher vor Dafina, dem Trainingsgefährten Leoderprofi und Edelstein. Die Viererwette bezahlte 7.426:10 Euro.

Bislang war die Große Woche noch nicht nach Wunsch gelaufen für Dr. Andreas Bolte, doch im 1.400 Meter-Ausgleich II wurde der Bann gebrochen, als die 126:10-Außenseiterin Petite Paradise mit starkem Endspurt für eine Überraschung sorgte und die lange ebenso gut gehende Universal Star sowie My Mate hinter sich ließ. „Sie ist auf guten Boden angewiesen. Daher war die Form aus Hamburg zu streichen. Danach haben wir ihr eine Pause gegeben, da es kein Rennen für sie in Deutschland gab“, ließ Bolte durchblicken.

Am vergangenen Sonntag hatte der von Mario Hofer aufgebotene Zantaro viel Pech, als er an der Startstelle reiterlos geworden war und nach einer Extrarunde zurückgezogen worden war. Nun bekam der schon im Frühjahr hier erfolgreiche Wallach (Quote: 71:10) in einem 2.200 Meter-Ausgleich III von Alexander Pietsch alles bestens eingeteilt und ließ All Access, Nic Mountain und Elbflorenz Start-Ziel keine Möglichkeit. Die Viererwette bezahlte 37.120 Euro.

Schon im Frühjahr hatte sich hier auch der Höny-Hofer Carpathian ausgezeichnet, und nach einem maßgerechten Ritt von Filip Minarik auf der Außenspur besaß der Dreijährige in einem 2.800 Meter-Ausgleich II gegen Manchurian und Angreifer keine Schwierigkeiten.

Seinen dritten Tages-Erfolg machte Filip Minarik im abschließenden 1.600 Meter-Handicap perfekt, als er die von Lokalmatador Manfred Weber aufgebotene A Judith (66:10) zu einem sicheren Punktgewinn vor Kerecsen und Pleasant Princess führte.


Am Sonntag steht dann mit dem 144. Longines – Großer Preis von Baden (Gruppe I, 250.000 Euro, 2.400 m) der nächste Lauf der German Racing Champions League sowie eines der Top-Rennen der gesamten deutschen Rennsaison als krönender Abschluss der Großen Woche an.
 

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