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Großer Preis von DSWS21 – 132. Deutsches St. Leger geht erneut an eine Stute

Near England gewinnt Klassiker auf „unpassendem“ Boden

Dortmund 18. September 2016

Schon vor dem Rennen war es ein besonderes Thema gewesen, dass der Große Preis von DSW21 – 132. Deutsches St. Leger in den letzten drei Jahren stets von Stuten gewonnen worden war. Und dass dieser Trend auch 2016 Bestand haben würde, lag fast auf der Hand, schließlich galten die Stuten Weltmacht und Techno Queen als die klar favorisierten Pferde. Doch hatte keine von diesen beiden mit dem Sieg etwas zu tun. Nichtsdestotrotz feierte das Dortmunder Publikum nach dem letzten Klassiker des Jahres als Gewinnerin erneut eine Vollblutdame, nämlich die dreijährige Near England aus dem Gestüt Wittekindshof von Hans-Hugo Miebach, dem jahrzehntelangen Ex-Präsidenten des Dortmunder Rennvereins.

So gesehen darf man zumindest von einem halben Heimsieg sprechen, selbst wenn die von Andreas Helfenbein gerittene Stute bei Markus Klug im rechtsrheinischen Kölner Vorort Rath-Heumar auf dem Gelände des Gestüts Röttgen trainiert wird.

Near England war eine von vier Stuten, die Klug für die mit insgesamt 55.000 Euro dotierte 2.800-Meter-Prüfung der Gruppe III gesattelt hatte, unter anderem gehörte auch die mitfavorisierte Weltmacht dazu, die jedoch früh abgemeldet war.

Nachdem Near England schon zeitig in dichter Nachbarschaft der gleich in Front gezogenen She’s Gina mitgegangen war, hatte sie es im Einlauf dann letztendlich nur noch mit dem erstmals in Deutschland startenden Wallach Tellina zu tun, einem Import aus Südafrika, der als Zweiter auch in der Niederlage einen glänzenden Einstand gab.

Die innen noch anziehende Techno Queen, nebenbei die Vorjahres-Zweite, drang lediglich noch bis auf den dritten Platz vor. Ähnlich wie Rock of Romance, der Vierter wurde, verbuchten die Angreifer im Prinzip aber nur gute Momente; eine wirkliche Bedrohung für die Gewinnerin wurde keiner von ihnen mehr.

Near England, eine Tochter des viel gefragten deutschen Deckhengstes Lord-of-England, gewann am Ende leicht mit zwei Längen und in der Zeit von 2:56,96 Minuten. Auf ihren Sieg gab es am Toto die Quote von 108:10. Dass sie so sträflich unterschätzt worden war, lag allein daran, dass man sie allgemein für ein Pferd hielt, das unbedingt weichen oder schweren Boden braucht, um die Bestform einzustellen. 

Bei solchen Voraussetzungen hatte sie sich im Sommer schon den Hamburger Stuten-Preis geholt, der ebenfalls das Gütesiegel Gruppe III trägt. Davon allerdings gleich eine direkte Bodenabhängigkeit abzuleiten, war wohl etwas verfrüht.

Jockey Andreas Helfenbein erhielt nach dem Rennen im Übrigen noch ein dickes Lob von Markus Klug, da er es war, der ihm geraten hatte, Near England unbedingt für das St. Leger zu nennen. Kundgetan hatte Helfenbein dies unmittelbar nach dem Preis der Diana Anfang August, dessen Rennverlauf sich für ihn und die Stute nicht gerade optimal angelassen hatte.

Vor dem Hintergrund ihres heutigen Triumphes muss Near England damals eigentlich ziemlich unter Wert geschlagen gewesen sein.

Der Leger-Tag ist traditionell auch das Datum des BBAG Auktionsrennens Dortmund, welches in diesem Jahr auch zur Erinnerung an Dietrich Hesse und Alfred Zimmermann gelaufen wurde, zwei in diesem Jahr verstorbene frühere Vorstands- wie auch Ehrenmitglieder des Dortmunder Rennvereins, derer auch das Publikum kurz gedachte.

Das Geschehen auf dem Geläuf war im Prinzip nur ein „ein-Pferde-Rennen“. Denn vom Start bis ins Ziel behielt die Karlshoferin Alwina über die gesamten 1.400 Meter jederzeit alles im Griff. Geritten wurde die von Henk Grewe betreute Areion-Tochter vom Franzosen Antoine Hamelin, der auch nichts anbrennen ließ, sodass die verbesserte Near Big und die mitfavorisierte Qool keinerlei Chancen bekamen, um ein wenig gefährlicher auf Tuchfühlung mit ihr zu gelangen.

Viel enger war es zuvor im einleitenden Preis von Dortmund Airpark gewesen, in dem der schon mit einem guten Debüt in Köln positiv aufgefallene Wiener-Walzer-Sohn Skarino Gold des Phoenix-Stables die ganze Sache ebenfalls Start-Ziel erledigte. Zwar wurde es zum Schluss noch etwas eng, doch hielt der Schützling von Jean-Pierre Carvalho mit Michael Cadeddu im Sattel dem zunehmenden Druck der Debütanten Nerud und Windstoß letztendlich erfolgreich stand.

Stall Antanados dreijährige Laurette hatte indes im Preis von Dokom21 in der Schlussphase leichtes Spiel. Die von Peter Schiergen betreute Rip-Van-Winkle-Tochter ging unter Daniel Porcu schließlich mit zweieinhalb Längen Vorteil vor der unübersehbar geförderten Wild Comet sowie der mit großen Vorschusslorbeeren bedachten Novizin Igraine über die Linie.

Eine Stute, die noch eine Menge Luft nach oben haben sollte, präsentierte danach Trainer Andreas Wöhler den Wambeler Zuschauern, und zwar in Gestalt der Ravensbergerin Winterjagd. Mit der Dreijährigen machte Eduardo Pedroza in der Distanz kurzen Prozess, und daraufhin waren die Möglichkeiten von Coeur Link sowie von Kolonel Kirkup auf mehr als eine Platzierung ganz schnell dahin. Zwar handelte es sich beim Preis des Dortmunder Hafens lediglich um einen Ausgleich III. Doch im Fall der dreijährigen Mamool-Tochter war es insbesondere der sprichwörtliche Ton, der die Musik machte und der kaum zu „überhören“ war.

Ein Kopf entschied allerdings lediglich über Sieg oder Niederlage im Preis von DEW21, dem ersten heutigen Rennen mit der Viererwette, das von Josef und Dr. Reinhard Beines Stute Barocca gewonnen wurde. Im allerletzten Moment machte die von Steffi Hofer gut unterstützte It’s-Gino-Tochter aus dem Quartier von Andreas Löwe den wieder treu seine Form auslaufenden Yeah Cool noch zum Verlierer. Da auf den nächsten Plätzen Rock of Tiger und Bolanos landeten, stand die erste Viererwette ganz im Zeichen der Favoriten. 

Im besten Handicap auf der Karte setzte sich Gestüt Hof Warendorfs Lando-Tochter Intendantin durch, die im Hugo und Johanna Körver Gedächtnisrennen zugleich einen nichtssagenden Baden-Badener Auftritt richtigstellte, der andererseits aber auch in einem Listenrennen über die Bühne gegangen war. Dass die von Ferdinand Leve vorbereitete Dreijährige das bessere Ende haben würde, zeichnete sich am äußeren Rand des Feldes früh ab. Einmal vorne, agierte die von Andreas Helfenbein bereits vor seinem Leger-Sieg gesteuerte Stute  allerdings noch etwas grün, was dem im besser Tritt fassenden Cloud kurz in die Karten zu spielen schien, doch hatte Intendantin bis zuletzt wieder eine halbe Länge vor dem Schimmel sicher, hinter dem Rabi den dritten Rang besetzte.

Zum guten Schluss war es ebenfalls noch einmal knapp bei der Entscheidung der zweiten Viererwette im Preis von Hohenbuschei, der mit einem kurzen Kopf an den Wallach Culworth Boy ging, für dessen Erfolg Ana Bodenhagen doppelte Glückwünsche entgegennehmen konnte, sowohl als Trainerin als auch als Eignerin. Der jüngst in Baden-Baden schon gut gelaufene Wallach stand erst nach Zielfotoauswertung als Sieger unter Robin Weber fest, denn die versprechend vorstoßende Nicoletta war wirklich sehr, sehr nahe dran. Der sich lange ums Tempo verdient machende Early Guest sicherte sich immerhin noch das dritte Geld vor der Außenseiterin Art Charter, einer Stall- und Trainingsgefährtin des Gewinners Culworth Boy.


 

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