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Engländerin Tiburtina verliert den Sieg im Kölner Winterkönigin-Trial

Arazza gewinnt am Grünen Tisch

Köln 24. September 2016

Top-Start in der Domstadt: Mit 8.000 Rennsportfans präsentierte sich die Kölner Rennbahn am ersten Tag des Europa-Meetings bestens besucht, bei dem der sogenannte Boxenstopp mit einer Autoshow auf starke Resonanz stieß. Sportlich im Mittelpunkt stand der Preis des Medienhauses DuMont Rheinland – Winterkönigin-Trial, ein mit 25.000 Euro dotiertes Listenrennen über 1.500 Meter und Aufgalopp zum gleichnamigen Badener Highlight in wenigen Wochen.

Und es ging sehr turbulent zu in diesem Event für zweijährige Stuten. Die Engländerin Tiburtina hatte unter Andreas Suborics als sehr sichere Start-Ziel-Siegerin die Ziellinie passiert. Doch im Finish war sie zweimal zur Seite gewichen und hatte die in der Bahnmitte vorstoßende Außenseiterin Arazza (Filip Minarik) deutlich gestört. Die 119:10-Chance büßte einigen Schwung ein, schob sich dennoch auf den Ehrenplatz vor, erhielt den mit 14.000 Euro honorierten Erfolg dann am Grünen Tisch der Rennleitung.

„Etwa einhundert Meter vor dem Ziel hat Tiburtina die sehr gut gehende Arazza behindert und wich eine halbe Walzenbreite nach außen. Da diese sehr zügig endete, war die Behinderung rennentscheidend“, begründete die Rennleitung ihre Entscheidung.

Trainer Jens Hirschberger schilderte über die Auenqueller Areion-Tochter: „Ich weiß nicht, weshalb Arazza so unterschätzt worden war. Sie lief nach dem Sieg als Dritte in einem Siegerrennen sehr gut, war nur drei Längen hinter der Siegerin. Die Behinderung war in jedem Falle rennentscheidend. Arazza hat enormen Speed und wurde behindert, als sie gerade einen Gang höher geschaltet hat. Wir gehen nun natürlich in den Preis der Wointerkönigin.“

Tiburtina war nun die unglückliche Verliererin. „Sie braucht unbedingt guten Boden, daher waren wir hier gestartet, zumal es in England nicht mehr viele Möglichkeiten für sie gibt“, so ihr Eigner Fergus Anstock, der 15 Mutterstuten sein eigen nennt.

Die Favoritin Saloon Sold wirkte diesmal nicht so durchschlagskräftig und wurde Dritte. „Das Rennen war etwas langsam gelaufen, und heute waren die Gegnerinnen stärker als in Baden-Baden.“

Silver Cloud war als Vierte deutlich unter Wert geschlagen. Gleich mehrfach fand sie keine Passage vor. Die Co-Favoritin Pemina hatte innen kurz die Nase vorne, musste aber klar zurückstecken. „Sie war zu früh vorne“, kommentierte Trainer Jens Hirschberger. Sunny Belle kam nie entscheidend in die Partie.

Das einleitende Charity Prominenten-Rennen mit Islandponies über 250 Meter ging trotz einer siebenjährigen Abstinenz im Sattel an Isabella Neven-DuMont vor Neisti (Britta Kettel-Symann) und Saedis (Mara Bergmann). Der Erlös fließt der Aktion „Wir helfen“ zu.

Nach ihren Starts auf Gruppe-Ebene fand die dreijährige Stute Son Macia in einer 2.400 Meter-Prüfung eine verlockende Aufgabe vor. Von zweiter Position aus schickte Andrasch Starke bei seinem 25. Saisonsieg in Deutschland die 14:10-Favoritin früh an die Spitze und bekam den beim Erstauftritt als Wallach vorne gut standhaltenden Hey little Boy bequem in den Griff, während Show Biz zeitig als Dritte feststand. „Es war nach den Platzierungen auf Gruppe-Niveau wichtig, dass sie nun auch Siegerin ist. Eine Nennung hat Son Macia in einer Gruppe III-Prüfung Ende Oktober in Hannover“, so ihr Betreuer Andreas Löwe.

„Nach den letzten Formen war dieser Sieg abzusehen“, kommentierte der Großenknetener Trainer Toni Potters den allseits erwarteten Treffer des Dreijährigen Vasnish Soldier (24:10), der in einem 1.400 Meter-Rennen unter Adrie de Vries vom letzten Platz problemlos den Piloten Part of Ireland und Tex Art passierte.

Und in einem 1.400 Meter-Handicap durfte sich Potters für seinen Satz „Die Festspiele haben begonnen“, bestätigt fühlen, denn mit dem Favoriten Anpak (35:10) feierte der Coach ebenso seinen zweiten Erfolg an diesem sonnigen Nachmittag wie Jockey Adrie de Vries. Mit enormem Schwung schoss der Vierjährige durch das Feld und bekam Porcoupine Creek und Film noch zu fassen. „Das war ein sensationeller Ritt. Adrie hat Anpak in Ruhe auf die Beine kommen lassen und im richtigen Moment eingesetzt“, lobte der Betreuer den Reiter.

Eigentlich war Stall Bergholz‘ All Win schon vor Monaten für den Sieg fällig. Doch zuletzt hatte er an Schwung verloren. „Aber bei seinen letzten beiden Starts lief er so, als ob etwas nicht stimmen würde. Heute passte alles“, erklärte Trainer Hans-Jürgen Gröschel. Doch bei Filip Minarik war der Wallach in der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.600 m) mit viel Speed die bestimmende Figur. Die früh auf der Geraden in Front gezogene Ledena, der gut standhaltende Pilot Giolino und der Favorit Nadelwald komplettierten die Viererwette, die 111.889:10 Euro bezahlte. Der Schecke Silvery Moon spielte diesmal keine Rolle.

Nerven wie Drahtseile bewies der junge Vinzenz Schiergen in einem 2.100 Meter-Ausgleich III auf der von seinem Vater Peter trainierten Usbekia (55:10), denn mit erstaunlichem Speed spurtete dieses Team noch den dem schon in Sicherheit geglaubten Sam vorbei, hinter dem Anaximenes als Dritter noch besser anpackte. Die Gewinnerin ist das Lehrlings- und Familienpferd am Asterbüte-Stall und kam schon zum vierten Saisonerfolg.

Nach seiner starken Form in Baden-Baden erfüllte Lynx (27:10) im Amateurreiten (Ausgleich IV, 2.400 m) alle Erwartungen. Denn Carina Giesgen entlockte dem Wallach mächtige Reserven, die ausreichten, um Faytosa und Winaldo zu passieren. „Jetzt ist der Knoten geplatzt. Wenn der Handicapper ihn nicht zu hart anfasst, dann sollte er noch Rennen gewinnen können“, versicherte Trainer Christian von der Recke.

Zum Abschluss gab es den allseits erwarteten Erfolg des schon in Grupperennen gelaufenen Abendwind (11:10) aus dem Stall von Waldemar Hickst. Jockey Marc Lerner konnte in einer gut ausgesuchten 1.850 Meter-Prüfung Start-Ziel vor Living Daylight und Santiano den Richterspruch nach Belieben bestimmen. „Der Elfmeter ist verwandelt. Der Sieg war wichtig für die Psyche, denn er hatte Probleme mit dem Nervenkostüm. Eine Nennung hat Abendwind für das Grupperennen über 2.000 Meter in Baden-Baden“, so Ex-Trainer Harro Remmert, der Gatte von Besitzerin Gisela Remmert.

Nun herrscht große Vorfreude auf den Saison-Höhepunkt am Sonntag in Köln  mit dem 54. Preis von Europa (Gruppe I, 155.000 Euro), dem 9. Lauf der German Racing Champions League und einem wahren Jackpot-Festival für die Wetter!

 

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