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Potemkin der Sieger im 200.000 Euro-Prix Dollar

Großartiger Treffer für Klaus Allofs in Chantilly!

Chantilly 1. Oktober 2016

Klaus Allofs, der Manager des Fußball-Bundesligisten VFL Wolfsburg, feierte am Samstag beim Start des großen Arc-Meetings auf der Galopprennbahn in Chantilly/Frankreich einen seiner größten Erfolge als Besitzer von Rennpferden: Mit dem fünfjährigen Wallach Potemkin, der Allofs gemeinsam mit der Stiftung Gestüt Fährhof gehört, triumphierte der große Galopp-Enthusiast im Qatar Prix Dollar (Gruppe II, 200.000 Euro, 2.000 m).

Der von Eduardo Pedroza gerittene New Approach-Sohn aus dem Quartier von Erfolgstrainer Andreas Wöhler aus Spexard bei Gütersloh krönte seine sagenhafte Karriere mit dem achten Erfolg beim 13. Start. 114.000 Euro Preisgeld gab es für den bedeutendsten Treffer Potemkins, der seine Gewinnsumme auf 278.250 Euro katapultierte.

Es war absolut beeindruckend, in welcher Manier Potemkin (86:10) hier nach einem Bilderbuch-Ritt von Eduardo Pedroza auftrumpfte. Nach einem Rennen von vierter Position schoss der Deutsche Mitte der Zielgeraden regelrecht durch eine Lücke in der Bahnmitte. Und ausgesprochen souverän machte er sich mit eindreiviertel Längen von Heshem und dem spät auf Touren kommenden Favoriten Zarak frei.

Trainer Andreas Wöhler hatte mit seiner Entscheidung voll ins Schwarze getroffen, hier in Chantilly zu starten. „Es ist alles prima gelaufen. Wir wussten, dass es nicht zuviel Tempo geben würde. Potemkin hatte einen optimalen Platz und hat auch super abgeschaltet. Wir sind sehr zufrieden. Nun könnte er im Dezember die Hong Kong International Races bestreiten“, sagte der Coach gegenüber German Racing.

Klaus Allofs wurde von seiner Ehefrau Ute vertreten, die mit der Sonne um die Wette strahlen durfte, da der Manager selbst bei der Vorbereitung eines Bundesliga-Spiels des VFL Wolfsburg am Sonntag gegen Mainz weilte. Gratulation an das gesamte Team von Potemkin!

Nur wenige Zentimeter fehlten zu einem weiteren deutschen Top-Triumph gleich im ersten Rennen: Im Prix Chaudenay, dem 200.000 Euro-Gruppe II-Marathon über 3.000 Meter für die Extremdistanz-Pferde schrammte der von Jean-Pierre Carvalho für den Stall Ullmann in Bergheim vorbereitete Moonshiner (31:10-Co-Favorit) unter Maxime Guyon nur nach Zielfoto-Entscheid am Sieg vorbei.

Nach einem Kampf auf Biegen und Brechen über die gesamte Zielgerade hinweg musste der großartig gesteigerte Adlerflug-Sohn, der jüngst den Prix de Lutece in Saint-Cloud für sich entschieden hatte, nur ganz knapp den 19:10-Favoriten Doha Dream (G. Benoist) aus dem Stall von Andre Fabre vor sich dulden. Der im Besitz von Al Shaqab Racing (von Katar-Scheich Al Thani) stehende Shamardal-Nachkomme hielt in einem packenden Gefecht einen kurzen Kopf gegen den nie lockerlassenden Mooshiner, der anfangs an fünfter und damit vorletzter Stelle galoppiert war, ehe sein Jockey Ende der Gegenseite außen auf Rang zwei hinter dem Piloten Marmelo (wurde acht Längen zurück Dritter) vorgerückt war. Schnell gewann Moonshiner die Überhand über den Engländer, aber Doha Dream war ein ebenbürtiger Konkurrent und rettete den hauchdünnen Vorsprung im Ziel.

Dennoch war man mit dem Ehrenrang (44.000 Euro Preisgeld) im Team von Moonshiner sehr zufrieden. Trainer Jean-Pierre Carvalho gegenüber German Racing: „Er hat seine Klasse wieder bestätigt, und das macht er ja bereits seit April. Er hat noch nie enttäuscht. Das ist ein Super-Pferd mit einem großen Herzen und ein sehr guter Steher. Es war heute ein hartes Rennen, er hat für dieses Jahr so viel erreicht.“ Daher scheint es gut möglich, dass Mooshiner nun ins wohlverdiente Winterquartier geht, auch wenn eine Entscheidung darüber sicherlich in den nächsten Tagen erst fallen wird. Man darf 2017 in den großen Langstrecken-Rennen Frankreichs sehr viel von dem Hengst erwarten.

Ebenfalls von Adlerflug stammt mit Gambissara die zweite deutsche Kandidatin am Arc-Wochenende, doch die Zweite aus den Oaks d‘ Italia konnte im Prix de Royallieu (Gruppe II, 250.000 Euro, 2.400 m) nicht auf sich aufmerksam machen. Die von Lennart Hammer-Hansen für den Stall Tmb trainierte Lady kam unter Andrasch Starke als 400:10-Außenseiterin nie von hinten weg und wurde Sechste und damit Letzte. „Es war von Hause aus ein schweres Rennen. Gambissara konnte sich nicht steigern“, berichtete Andrasch Starke.

An der Spitze zog die von Nicolas Clement gesattelte Co-Favoritin The Juliet Rose mit Stephanes Pasquier (26:10) einsam ihre Kreise. Die Dritte aus dem Prix Vermeille ließ sich von der favorisierten Aga Khan-Stute Almela sowie der deutlicher zurück folgenden Dritten Sotteville nie beeindrucken und stand zeitig als überlegenes Siegerin fest.

Der absolute sportliche Höhepunkt des Samstags in Chantilly war das Steher-Event Prix du Cadran (Gruppe I, 300.000 Euro) über weite 4.100 Meter. In den Farben von Sultanh Ahmad Shah avancierte der von Roger Charlton in England trainierte Quest For More (59:10) zum Marathon-Star. Denn vom einem der letzten Plätze im 12er-Feld überrollte der sechsjährige Wallach nach einem nervenstarken Ritt von George Baker ganz zuletzt noch den kurz in Sicherheit geglaubten Favoriten Vazirabad, der in den Farben des Aga Khan ebenfalls aus hinteren Regionen attackiert hatte. Doch Quest For More, der den Lonsdale Cup in York auf sein Konto gebracht hatte, entriss ihm noch diesen bedeutenden Sieg. Der ebenfalls aus England angereiste Nearly Caught wurde aus dem Vordertreffen Dritter vor dem auch in Deutschland gut bekannten Tschechen Trip To Rhodos.

30 Pferde bereitet die Deutsche Carina Fey in Chantilly vor. Und immer wieder sorgt sie für Aufsehen. So auch im Prix Daniel Wildenstein (Gruppe II, 200.000 Euro, 1.600 m) mit ihrem aktuell besten Rennpferd Hello My Love. Der fünfjährige Wallach im Besitz von Torsten Raber galt als 200:10-Außenseiter in dieser Prüfung, doch das hinderte ihn nicht an einem erstklassigen Ehrenplatz von der Spitze aus. Unter Eddy Hardouin, dem Lebensgefährten der Trainerin, entwickelte der Literato-Sohn vorne immer neue Reserven und musste nur den leicht mit eindreiviertel Längen davonziehenden Hamdan Al Maktoum.Hengst Taareef (46:10, I. Mendizabal) aus dem aktuell führenden Stall von Jean-Claude Rouget (über 9 Mio. Gewinnsumme in 2016) vor sich dulden, hielt aber den Godolphin-Vertreter Moonlight Magic klar auf Distanz, während der Favorit Dicton über den vorletzten Platz nicht hinauskam. „Das war eine total tolle Leistung. Ich bin sehr happy“, beschrieb Carina Fey ihre Gefühle nach dem Rennen.

Auch im Grand Handicap des Milers (70.000 Euro, 1.600 m) landete die Neutrainerin einen Achtungserfolg. Hier vertraute sie auf den vor kurzem schon auf diesem Level erfolgreichen For Ever. Und als 380:10-Außenseiter lieferte der von Antoine Coutier gerittene Literato-Sohn eine starke Partie, wurde aus dem Vordertreffen ausgezeichneter Dritter hinter Indy Cass (J. Auge, 161:10) und Roero (F.-X. Bertras). 9.800 Euro gab es dafür als Prämie für Besitzer Torsten Raber. 96:10 betrug die stolze Platzquote. Der von Peter Schiergen für den Stall Domstadt aufgebotene Ross (A. Starke, 140:10) kam aus dem Vordertreffen am Ende nicht so recht weiter und belegte Rang acht. „Wir hatten ein schönes Rennen, aber er packte nicht an“, brachte es Jockey Andrasch Starke auf den Punkt.

Nun heißt es Daumendrücken für die deutsche Hoffnung Savoir Vivre im Prix de l‘ Arc de Triomphe (5 Mio. Euro), dem bedeutendsten Galopprennen der Welt, und etliche andere hiesige Starter im Rahmenprogramm.





 

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