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Deutsche Ladies ohne Chance im 400.000er

Packender Stuten-Fight im Prix de l‘ Opera

Chantilly 2. Oktober 2016

Natürlich war auch das Rahmenprogramm zum Prix de l‘ Arc de Triomphe am Sonntag in Chantilly mit sechs weiteren Gruppe I-Prüfungen herausragend. Im Prix de l‘ Opera (Gruppe I, 400.000 Euro, 2.000 m) gaben sich zwei Stuten aus Deutschland die Ehre, doch in die Entscheidung fanden sie nicht: Gestüt Ammerlands Royal Solitaire (A. Starke/P. Schiergen) und die Pagella (A. Pietsch/J. Hirschberger) landeten auf Rang fünf bzw. sieben im hochkarätigen Siebenerfeld.

Beide befanden sich schon unterwegs auf den letzten beiden Positionen, wobei Royal Solitaire noch ein wenig Boden gutmachen konnte, aber wie die nie von hinten wegkommende Pagella ohne Einfluss auf das Geschehen blieb. „Royal Solitaire lief okay. Es war eine lange Saison für sie. Das darf man nicht vergessen“, lautete das Fazit von Jockey Andrasch Starke.

Vorne gab es über die gesamte Zielgerade einen erbitterten Zweikampf zwischen Godolphins Pleascach (K. Manning), die stets geführt hatte, und Speedy Boarding (mit Savoir Vivres Jockey Frederik Tylicki). Mit einem kurzen Kopf schob sich Letztgenannte an ihrer tapferen Konkurrentin vorbei, die seit einem Jahr pausiert hatte. Es war nach dem Prix Jean Romanet der zweite Gruppe I-Triumph für Tylicki nach dem Erfolg mit der von James Fanshawe in England vorbereiteten Shamardal Tochter, die als 58:10-Chance gestartet war. Die Favoritin So Mi Dar (L. Dettori) flog als Dritte regelrecht heran, kam aber einfach z spät, um das vordere Duo noch zu beeindrucken.

Einen Traumstart zum Arc-Tag hatte Dubai-Herrscher Sheikh Mohammed: Im Prix Marcel Boussac (gruppe I, 300.000 Euro, 1.600 m), dem Highlight für zweijährige Stuten, setzte sich die von Charlie Appleby für Godolphin vorbereitete Wuheida (108:10) unter William Buick sehr sicher in Szene. Lange hatte Dabyah an der Spitze aus alles für sich, ehe die Dubai-Tochter aus der Fillies‘ Mile-Siegerin Hibaayeb anpackte und noch die Fronten klärte. Kurz vor dem Ziel verlor Dabyah noch den Ehrenplatz an die speedstarke O‘ Brien-Vertreterin Promise To Be True. Die am Vorabend bei der Arc-Sale für stolze 1,9 Millionen Euro an den Japaner Katsumi Yoshida verkaufte Toulifaut kam als Favoritin nie aus dem Hintertreffen weg.

Eine enorme Aufwertung für ein deutsches Pferd gab es im Prix Jean-Luc Lagardere (Gruppe I, 350.000 Euro, 1.600 m) für die Top-Zweijährigen: Zuletzt in Prix des Chenes (Gruppe III) bhatte National Defense zwei Längen hinter Eckhard Saurens High Alpha Rang drei belegt. Doch nun wartete der von Criquette Head-Maarek aufgebotene Invincible Spirit-Sohn zum Toto von 53:10 mit weiterer Steigerung auf, als er Start-Ziel unter Pierre-Charles Boudot in imponierendem Stil gegen den Engländer Salouen und den O‘ Brien-Favoriten Whitecliffsofdover diese Prüfung beherrschte. Es war ein Lichtblick für die frühere Treve-Betreuerin in einer ausgesprochen schwachen Saison.

Im Arabian World Cup (Gruppe I, 1 Mio. Euro, 2.000 m) wiederholte der von Thomas Fourcy für Al Shaqab Racing von Sheikh Al Thani aus Katar trainierte Al Mourtajez (J. Auge) seinen Vorjahressieg. In imponierendem Stil verabschiedete sich der heiße Favorit von zweiter Position von Meddaaf Athbah und Tayf und scheint aktuell der beste Arabische Vollblüter der Welt zu sein.

Mit einer Überraschung endete der Top-Sprint um den Prix de l‘ Abbaye (Gruppe I, 350.000 Euro, 1.000 m): Die von Sir Mark Prescott in England trainierte 240:10-Außenseiterin Marsha (L. Morris) überflog mit gewaltigem Endspurt den O‘ Brien-Hengst Washington DC und die klare Favoritin Mecca’s Angel. Der von Mario Hofer aufgebotene Eskimo Point (T. Piccone), zuletzt viermal in Folge erfolgreich, war nur zu Beginn in vorderer Linie und belegte den letzten Platz im 17er-Feld. Sein Jockey stellte die Bemühungen ein, als er sah, dass sein Pferd keine Möglichkeiten mehr besaß.

Zum Abschluss eines großen Arc-Wochenendes und einer exzellenten Premiere des Longchamp-Ausweichquartiers Chantilly gab es im Prix de la Foret (Gruppe I, 300.000 Euro, 1.400 m) noch einen Favoriten-Triumph: Der englische Vorjahres-zweite und in den verschiedensten Rennen hochdekorierte Limato (18:10) aus dem Quartier von Henry Candy löste sich unter Harry Bentley im gewöhnlichen Spaziergang von Karar und Suedois. Die von Markus Münch trainierte Stute Spectre nahm nicht am Rennen teil (sie war am Morgen zur Nichtstarterin erklärt worden).




 

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