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Wöhler-Schützling holt sich auch den 96. Großen Preis der Landeshauptstadt

Noor Al Hawa schafft den Hattrick

Düsseldorf 2. Oktober 2016

Es kam erneut genauso, wie es allgemein erwartet und überall vorausgesagt worden war. Am Ende war der Hengst Noor Al Hawa der schnellste der acht Starter beim 96. Großen Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf, der letzten wichtigen Zuchtprüfung im Rahmen der Düsseldorfer Herbstsaison 2016. Der Dreijährige aus dem Besitz von Jaber Adullah schlug vor den Augen von Oberbürgermeister Thomas Geisel diesmal den gleichaltrigen Röttgener Degas, nachdem er beim Start zuvor auf dem Grafenberg bereits ein Rennen ähnlicher Prägung gegen den ein Jahr älteren Drummer gewonnen hatte.

Da Noor Al Hawa zuvor schon beim Sommer-Meeting in Deauville in einem gut besetzten internationalen Listenrennen erfolgreich gewesen war, wurde es heute bei etwas herbstlicher anmutenden äußeren Bedingungen sein dritter Sieg in Folge, und ein lupenreiner Hattrick war damit perfekt. Allerdings musste auf dem Weg zum zweiten Gruppe-Treffer erst die Gegenwehr des in diesem Jahr weitgehend auf Plätze abonnierten Degas gebrochen werden.

Die mit insgesamt 55.000 Euro dotierte Gruppe-III-Prüfung über 1.700 Meter war überraschend lange gekennzeichnet von einer nicht allzu schnellen Pace, die von Nordico gesetzt wurde. Nichtsdestotrotz hielt Jockey Eduardo Pedroza den 16:10-Favoriten länger auf einem Mittelplatz und wartete mit der endgültigen Entscheidung bis weit in die Gerade, wo es für einen Moment fast schon so aussah, als könne Nordico von seinem früh gewonnenen Vorteil weiter und bis zuletzt profitieren.

Als Noor Al Hawa dann allerdings die höhere Übersetzung gefunden hatte und auch Degas entscheidend zulegen konnte, musste der Außenseiter passen. Gegen die am Toto noch deutlich länger stehende Stute Kenrivash verteidigte er immerhin aber noch erfolgreich den dritten Platz.
Alle anderen Kandidaten hatten mit der Entscheidung nichts zu tun und blieben mehr oder minder Statisten. Degas hingegen schlug sich in allen Ehren, denn der sich letztendlich sicher mit einer Drei-Viertel-Länge durchsetzende Schützling des in grandioser Form agierenden Trainers Andreas Wöhler hatte mit ihm doch etwas mehr Mühe als bei seinem Erfolg zuvor gegen Drummer

Man darf gespannt sein, ob Andreas Wöhler den Dreijährigen in diesem Jahr noch einmal an den Start bringt oder ob er den Hengst schon vorzeitig ins Winterquartier einrücken lässt. Sollte er Noor Al Hawa noch einmal aufbieten, käme aller Voraussicht nach wohl nur noch ein weiterer Auslandsstart in Betracht.

Gespannt sein darf man aber auch auf die weitere Entwicklung der Stuten Well Spoken und De Charlie, die das den Düsseldorfer Großkampftag einleitende Assistenzdienst Deutschland-Rennen allein unter sich ausmachten und bei dem die von Adrie de Vries gerittene Röttgenerin Well Spoken mit einem Hals knapp das bessere Ende bekam. Doch selbst in der Niederlage zu der von Markus Klug vorbereiteten Soldier-Hollow-Tochter hinterließ auch De Charlie einen kaum weniger guten Eindruck. Beide Stuten hatten sich am Ende deutlich mit dreieinhalb Längen von dem mit einer Menge Vorschusslorbeeren angetretenen Debütanten Royal Music abgesetzt.

Jockey Adrie de Vries kam am Ende des Programms im Übrigen noch zu einem weiteren Erfolg. Den landete er allerdings im Schierle Stahlrohre-Pokal mit der von Rudi Storp für den Stall Fletco trainierten Stute Fazenda’s Girl, während unmittelbar nach dem Sieg von Well Spoken erst einmal der unverwüstliche Kornado-Sohn Welkando unter Norman Richter einen Start-Ziel-Erfolg im Klüh Security-Preis hinlegte. Denn auch die  gut aussehenden Schlussattacken von Anaximenes und Sam konnten dem von Olga Laznovska trainierten Siebenjährigen des Stalles Roofer den Platz ganz vorne nicht mehr streitig machen.

Noch sehr grün, aber letztendlich doch erfolgreich zeigte sich danach die dreijährige Wild Comet des Stalles Fürstenhof im Frankenheim Alt-Pokal, wobei Filip Minarik freilich handwerklich ziemlich gefordert wurde, um die Souveränität der von Jens Hirschberger betreuten Dreijährigen auch entscheidend umzusetzen. Ganz zuletzt hatte die ebenfalls von Soldier-Hollow stammende Stute dann den niederländischen Gast Nagdy doch noch gepackt, während Napadac früh ohne jede Erfolgsaussicht war.

Dafür endete das Rennen mit der Viererwette  jedoch vollends niederländisch bestimmt, mit gleich drei holländischen Startern auf den ersten drei Plätzen. Im Event & Sport Tulip Inn-Rennen lieferten sich dabei insbesondere Tjerk und Yeah Cool ein dramatisches Finale vor Meerwind, während die Stute Endeavor als Vierte das einzige deutsche Element bei der Endabrechnung war. Der von Ian Ferguson geritten Tjerk, dessen Besitzer und Trainer Philip Jonkhart ist, bewies damit erneut, dass gerade der Düsseldorfer Grafenberg ein Pflaster ist, das ihm besonders liegt.

Das beste Handicap des Tages schien ebenfalls für die Niederländer vorgebucht zu sein, da sie hier mit Meerwinds Stall- und Trainingsgefährten My Mate allerbestens aufgestellt schienen. Doch kam es im Grand Depard Düsseldorf 2017-Rennen ganz anders. Es gewann aus Ferdinand Leves Warendorfer Quartier der Wallach Finch Hatton unter Maxim Pecheur, der es zuletzt in einem Listenrennen wohl etwas zu schwer gehabt hatte. Nun, auf der Ausgleich-I-Schiene, reichte es für den Ittlinger indes zu einen leichten Sieg über Beau Reve und Jasnin.

Letzterer hatte übrigens den französischen Jockey Ronan Thomas im Sattel, der auch zuvor bereits platziert gewesen war, zu guter Letzt dann aber auch noch mit einem Erfolg im Gepäck nach Paris zurückfliegen konnte. Denn im Schloss Roland-Preis setzte er Stall Lucky Owners Tirano punktgenau ein, damit dieser mit einem langgezogenen Speed die streckenweise sehr aussichtsreich wirkende Röttgenerin Wild Motion noch abfangen konnte, während der Schlussakkord von Silicon Valley auf Platz drei endete. Dass der von High Chaparral stammende Dreijährige aus dem Quartier von Waldemar Hickst erst seinen vierten Start absolvierte und dabei bereits zum Ausgleich-II-Gewinner avancierte, sollte durchaus eine Extra-Erwähnung wert sein.


 

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