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Künftiger Trainer mit Top-Treffer auf Swift Approval

Suborics führt Engländer zum Sprint-Sieg in Köln

Köln 3. Oktober 2016

Es war die spektakuläre Nachricht der vergangenen Woche: Top-Jockey Andreas Suborics übernimmt in wenigen Monaten den Stall von Andreas Löwe in Köln. Doch am Montag, dem Tag der Deutschen Einheit-Familienrenntag in der Domstadt, bewies der gebürtige Österreicher im BHF-Bank Herbstpreis (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.400 m) vor 10.500 Zuschauern seine Klasse im Rennsattel.

Auf dem in England von Kevin Ryan vorbereiteten Swift Approval (79:10) hielt er in einem ungemein spannenden Finale einen hauchdünnen Vorteil von einem Kopf fest. Der vierjährige Wallach im Besitz von Middle Park Racing hatte in Frankreich zuletzt den Deutschen Gamgoom bezwungen und überbot diese Leistung nun sogar noch. Start-Ziel raufte sich Swift Approval über die Ziellinie. „Wir haben unterwegs etwas Druck bekommen, aber er ging gut in die Hand, und ich konnte ein wenig das Tempo vorne herausnehmen. Auf der Geraden habe ich ihn etwas nach außen beordert, wo der Boden besser war. Mitte des Einlaufs hatte er noch mehr Reserven und hat sich ins Ziel gekämpft. Den Ritt habe ich über David Conolly-Smith angeboten bekommen.“

Und zur eigenen Zukunft befragt, sagte Suborics bei Moderator Ulli Potofski: „Ich bin jetzt 45 Jahre alt. Das ist ein guter Zeitpunkt für die neue Aufgabe. Im Herbst werde ich mich einarbeiten und wahrscheinlich Anfang des nächsten Jahres beginnen.“

Ein Klasse-Rennen lief auch die Stute Antalya, die außen vom letzten Platz alle zu überrollen schien und nur minimal hinter Swift Approval blieb. „Es ist natürlich schade, in einem großen Rennen wieder so knapp Zweiter zu werden, aber die Stute hat sich toll aus der Affäre gezogen. Vielleicht versuchen wir es noch einmal in Italien“, sagte Trainer Markus Klug.

Der Favorit Shining Emerald entwickelte in der Bahnmitte ebenfalls immer wieder neue Reserven und war als Dritter dichtauf. „Jozef Bojko meinte, er hätte auf dem losen Boden viele Fehler gemacht. Noch weicheres Geläuf wäre besser gewesen, aber die Abstände waren ja sehr knapp. Er hat mit seinem großen Herz immer wieder zugelegt“, so Co-Trainerin Christa Germann. Schäng blieb als Vierter gut im Bilde, während Forgino diesmal nie prominent war. „Er hat sich schon an der Startstelle verausgabt und braucht trockneren Boden“, erklärte Toni Potters.

Sehr versprechende Zweijährige dürfte man in der 1.400 Meter-Prüfung gesehen haben, und hier lieferten sich der 20:10-Favorit Dia Del Sol (A. de Vries) und Kauttio ein Finish der besonderen Art. Und der Röttgener, ein Bruder des am Vortag im Großen Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf zweitplatzierten Degas, raufte sich an der Innenseite hauchdünn mit einem kurzen Kopf nach Hause. „Endlich waren wir auch einmal nach Zielfoto vorne. Dia Del Sol ist ein ähnlicher Kandidat wie sein Bruder, wenn er vorne ist, hält er manchmal sein Pensum für erledigt. Wir steuern nun wahrscheinlich das Auktionsrennen in Baden-Baden an“, erklärte Trainer Markus Klug über den Dritten aus dem Düsseldorfer Auktionsrennen. Kauttio unterlag beim Debüt nur minimal, sollte sich bald schon schadlos halten, wie auch die ebenfalls debütierende Westfalica vorne bestens dabeiblieb.

Eine mehr als verlockende Aufgabe hatte Peter Schiergen für die Ebbesloherin Walun (13:10) mit einer 1.600 Meter-Prüfung ausgesucht. Und die schon in viel besseren Aufgaben nach vorne gelaufene Stute hatte unter Andrasch Starke gegen die lange führende Pretty Woman und Nada Alward aus dem Vordertreffen auch absolut leichtes Spiel. „Sie hat ja schon Black Type. Mal sehen, was wir nun machen oder ob sie in die Zucht geht, das wird der Besitzer entscheiden“, sagte Schiergen.

Eine verblüffende Entwicklung hat Wisperwind (24:10) genommen, unter der Regie von Henk Grewe landete der Wallach in einem 2.200 Meter-Ausgleich III seinen vierten Treffer in Folge. Überlegen Start-Ziel blieb der Favorit mit Adrie de Vries im Sattel voraus, da scheint noch mehr möglich zu sein. „Er hat sich super entwickelt. Es kann noch weiter gehen. Er muss nur gesund bleiben“, berichtete Grewe.

Ein Pferd mit großer Zukunft könnte Stall 5-Stars Raameen sein, denn nach dem schon überzeugenden Erfolg in Düsseldorf imponierte die dreijährige Stute in einem 1.600 Meter-Ausgleich III ungemein. Adrie de Vries entlockte der von Markus Klug trainierten 15:10-Favoritin mächtigen Speed und machte den zweiten Tagescoup für sich und seinen Coach locker gegen Rock to the moon und Amareion perfekt. „Sie hatte zwar schon zuletzt sehr überzeugt, aber beim zweiten Lebensstart mit Höchstgewicht im Handicap so zu gewinnen, war schon eine Leistung. Da können wir es ohne Bedenken auf Black Type-Ebene versuchen“, argumentierte Klug.

Auf 15:10 war der einstige Preis von Europa-Sieger Empoli in einem 2.200 Meter-Altersgewichtsrennen heruntergewettet worden, und hatte eigentlich auch fast überall gewonnen, doch fand er seinen Meister in Angel Moon (181:10) unter dem Engländer Oliver Wilson, einem Rekonvaleszenten aus dem Stall von Dominik Moser, der innen gewaltig aufdrehte und Empoli ganz knapp abhielt, auch wenn dieser am Ende nochmals anzog. „Wir haben viel Aufbauarbeit mit ihm geleistet, denn er hatte muskuläre Probleme. Pläne gibt es noch nicht, wir warten erst einmal ab, wie er alles verkraftet hat“, kommentierte Moser über den seit April nicht mehr gestarteten Wallach. Arribia stand nach längerer Führung früh als Dritte fest.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 2.200 m) durften die Favoritenwetter jubeln, denn die 27:10-Chance Iniesta (Trainer Uwe Schwinn) kam unter Andrasch Starke zuletzt noch gegen Early Guest, Amazing Run und Rock Charm vorbei. Die Viererwette bezahlte 33.334:10 Euro.

Im abschließenden Amateurreiten profitierte Manfred Türks Kepheus (86:10) von einem bestens eingeteilten Start-Ziel-Ritt von Championesse Lena Mattes, der Quietude und Favorfoot Danon hinter sich ließ.





 

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