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Auch Parvaneh mit großem Ziel in Woodbine

Protectionist im Canadian International

International 12. Oktober 2016

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren sorgte er mit seinem Triumph im Melbourne Cup für einen der größten Erfolge der deutschen Zucht im bedeutendsten Rennen Australiens. Doch 2016 steuert der im Besitz von Australian Bloodstock stehende Star-Galopper Protectionist bekanntlich nicht das Mega-Rennen in Melbourne an. Trainer Andreas Wöhler bietet den in dieser Saison noch ungeschlagenen Hengst, der u.a. den Großen Hansa-Preis und den Longines – Großer Preis von Berlin für sich entschied, erstmals nach seiner kurzen Verletzungspause am Sonntagabend wieder auf. Sein Ziel ist das Canadian International (Grade I, 1 Mio. Can. Dollar, ca. 685.000 Euro, 2.400 m) auf der Rennbahn Woodbine/Toronto in Kanada.

Unter Andrea Atzeni, der für den wegen Visum-Problemem kurzfristig nicht zur Verfügung stehenden Eduardo Pedroza einspringt, zählt der Monsun-Sohn aus der Zucht Dr. Christoph Berglars sicherlich zu den Favoriten. Seine Reisebegleiterin Marketa Talar sagt über den Gewinner von bisher über 2,7 Millionen Euro: „Er ist ein großartiges Reisepferd.“ Protectionist ist Andreas Wöhlers vierter Starter im Canadian International. Sein bestes Ergebnis war bisher Rang zwei mit Paolini im Jahr 2001.

Der im Epsom und Irish Derby platzierte Great Voltigeur Stakes-Sieger Idaho (Ryan Moore) aus dem in so grandioser Form agierenden Irland-Stall von Aidan O‘ Brien hatte zuletzt Pech, als er im Englischen St. Leger reiterlos wurde. Der Dreijährige gilt als Top-Favorit. Viel Vertrauen verdient auch der von Sir Michael Stoute in England für die Queen trainierte Dartmouth (William Buick) als King George-Dritter und Sieger der Hardwicke Stakes in Royal Ascot. Der Franzose Erupt (Stephane Pasquier), Dritter zu dem Deutschen Savoir Vivre im Grand Prix de Deauville ist ein weiterer chancenreicher Kandidat im voraussichtlichen Neunerfeld.

Ein Wiedersehen gibt es mit dem Ex-Wöhler-Schützling Wake Forest (Javier Castellano), der früher für Klaus Allofs und die Stiftung Gestüt Fährhof lief. In seiner neuen Heimat USA war er schon Sieger der Man O‘ War Stakes (Grade I) und wurde zuletzt Zweiter zu dem hier ebenfalls engagierten The Pizza Man (Flavien Prat) in den Northern Dancer Stakes (Grade I) auf dieser Bahn.

Auch im hochkarätigen Rahmenprogramm gibt es einen deutschen Starter: In den E.P. Taylor Stakes (Grade I, 500.000 Can. Dollar, ca. 342.000 Euro, 2.000 m) bietet der Kölner Trainer Waldemar Hickst für Darius Racing die dreijährige Stute Parvaneh (mit dem Franzosen Flavien Prat) auf. Die Siegerin des T. von Zastrow-Stutenpreises (Gruppe II) in Baden-Baden steht vor ihrem mit Spannung erwarteten Nordamerika-Debüt. „Es wird ein sehr schweres Rennen. Am Montag ging der Flug nach Kanada. Die Stute ist gut gereist, die Nachrichten sind positiv“, sagte Hickst noch vor seiner Abreise. 

Die guten Eindrücke bestätigte auch Radion Hennig, der Parvaneh nach Kanada begleitete: „Ihr geht es bestens.“ Für Waldemar Hickst wird Parvaneh die dritte Starterin in den E.P. Taylor Stakes sein nach Almerita 2006 und Lacy 2015, die beide unplatziert waren.

Hier sollte Aidan O‘ Briens Best In The World (Ryan Moore), Zweite der Blandford Stakes (Gruppe II) im potenziellen 14er-Feld die Favoritenrolle einnehmen.

Deutsche auch in Chantilly und Mailand

Auch im europäischen Ausland greifen deutsche Pferde auf Gruppe-Ebene verstärkt an. Am Sonntag lockt eine Großveranstaltung in Chantilly – mit dem Prix du Conseil de Paris (Gruppe II, 130.000 Euro, 2.400 m – besitzt der von Jean-Pierre Carvalho trainierte Guignol für den Stall Ullmann noch eine Startberechtigung. Auch der im Besitz von Hong Kong Jockey Club-Chef Winfried Engelbrecht-Bresges stehende Now We Can könnte hier starten.

Der Große Preis von Berlin-Dritte Guignol könnte alternativ auch am Sonntag in Mailand den Premio Jockey Club (Gruppe I, 275.000 Euro, 2.400 m) ansteuern.

Am selben Tag gibt es in Mailand noch weitere Highlights mit möglicher deutscher Beteiligung: Henk Grewes Straßburg-Sieger A Magic Man könnte wie Jean-Pierre Carvalhos Zweijähriger Skarino Gold im Gran Criterium (Gruppe II, 275.000 Euro, 1.500 m) seine Chance suchen. Für den Premio del Piazzale (Gruppe III, 64.900 Euro, 1.800 m) sind Felician (Trainer Ferdinand Leve) sowie die im Besitz von Eckhard Sauren stehenden Diplomat, Nordico (beide Trainer Mario Hofer) und Rogue Runner (Trainer Peter Schiergen) genannt. Endgültige Starterangabe für die Rennen in Woodbine, Chantilly und Mailand ist am Freitag.

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