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Langtang ist der Winterfavorit in Köln

Allofs-Sieg in Deutschlands Top-Zweijährigen-Rennen

Köln 16. Oktober 2016

Eine Stunde vor dem Fußball-Bundesliga-Spiel des VFL Wolfsburg gegen Leipzig, bei dem er selbstverständlich weilte, landete Manager Klaus Allofs einen spektakulären Treffer bei seinem Hobby Galopprennsport in Köln. Vor 12.500 Zuschauern gewann der für Allofs und die Stiftung Gestüt Fährhof angetretene Hengst Langtang als 31:10-Favorit das bedeutendste Rennen für zweijährige Pferde in Deutschland: Unter Jockey Jozef Bojko triumphierte der Campanologist-Sohn aus dem Erfolgsstall von Andreas Wöhler (Spexard bei Gütersloh) im Preis des Winterfavoriten (Gruppe III, 155.000 Euro, 1.600 m) und galoppierte 85.000 Siegprämie auf das Konto seiner Eigner.

Nach einem idealen Rennverlauf an dritter Position hinter Empire of the Star und Enjoy Vijay kam Langtang, der beim dritten Karrierestart seinen zweiten und natürlich wichtigsten Erfolg markierte, Mitte der Zielgeraden immer besser in Fahrt und ausgesprochen locker gegen den stark Tritt fassenden Außenseiter Fulminato und Real Value hin.

Trainer Andreas Wöhler war erst kurz vor dem Rennen in Köln eingetroffen, da er noch am Vortag einen Starter in Australien hatte. „Es lief alles bestens für ihn. Langtang hatte einen optimalen Rennverlauf. Je weiter die Wege, desto besser für ihn. Er ist kein Pferd für das Mehl-Mülhens-Rennen über die Meile im nächsten Jahr, sondern wird gleich über längere Distanzen beginnen“, erklärte Andreas Wöhler, der die Großereignisse im deutschen Turf 2016 beherrscht. Damit hat das Team Wöhler/Fährhof/Allofs den aktuellen Derby-Favoriten für kommende Saison im Stall. „Bis zum Derby ist es noch weit, aber er hat viel Potenzial“, gab denn auch Jockey Jozef Bojko zu.

Fulminato (Dennis Schiergen) kam als einziger Konkurrent als Zweiter in die Nähe von Langtang, zwei Längen hinter ihm. „Die Form aus Baden-Baden war zu streichen, das hat er heute gezeigt. Er geht nun in die Winterpause“, sagte Trainer Andreas Löwe. Real Value, die Hoffnung von Renn-Vereins-Präsident Eckhard Sauren, machte noch sehr viel Boden gut und schob sich auf Rang drei. „Bei anderem Rennverlauf wäre deutlich mehr möglich gewesen“, versicherte der Besitzer.

Ming Jung hielt sich als Vierter achtbar und blieb überraschend vor seinem Trainingsgefährten Colomano, der der Pechvogel der Prüfung war. „Ming Jung ist ordentlich gelaufen, aber Colomano hatte ein katastrophales Rennen. Er musste einen Stopp hinnehmen und kam sogar noch einmal zurück“, so Trainer Markus Klug. Zu Beginn der Geraden war das gesamte Feld nach außen tendiert, und dort wurde der Hengst ziemlich abgedrängt. Die anderen Pferde konnten sich am Ende nicht mehr steigern.

Eine sehr starke Leistung für einen Dreijährigen – da waren sich die Experten einig – zeigte der von Jean-Pierre Carvalho trainierte Höny-Hofer Carpathian (27:10) im längsten Rennen der Kölner Saison´, dem Groupe Carrus – Silbernes Band (Listenrennen, 25.000 Euro, 3.850 m). Denn nach einem Rennen aus der Reserve überrollte der von Marc Lerner sehr umsichtig gerittene Favorit mit gewaltigem Speed die Konkurrenz noch überaus locker und markierte seinen dritten Sieg beim siebten Start, den ersten auf dieser Ebene.

„Mit seiner Klasse und seinem Herzen hat er hier gewonnen. Er kann Strecken um die 2.400 Meter und weite Wege. Es war für ihn auch ausreichend Tempo. Wir gehen nun in die Winterpause“, ließ Carvalho durchblicken.

Sehr zufrieden war man auch im Lager des zweitplatzierten Schweizers Hectomare, der noch viel Boden gutmachte. „Die Entwicklung des Pferdes ist sagenhaft. Wir sind eine Besitzergemeinschaft auf vielen Leuten und haben ihn nach einem Verkaufsrennen in Frankreich für kleines Geld erworben. Nun hat er fast das Doppelte verdient. Seine Trainerin reitet ihn auch im Training und hat einen Super-Job gemacht. Vielleicht ist er ein Pferd für den Großen Preis von St. Moritz im nächsten Jahr“, hieß es aus seinem Umfeld. Der Däne Stradivarius kam vom letzten noch auf den dritten Rang vor Swordshire, deren Reiter unterwegs das Tempo verschärft hatte, doch war der Akku früh leer, was auch für die Pilotin Wild Motion gilt.

Nicht umsonst hatte Trainer Markus Klug den Shirocco-Sohn Windstoß für das einleitende 1.600 Meter-Rennen für Zweijährige nachgenannt. Und der 31:10-Co-Favorit löste für das Gestüt Röttgen alle Erwartungen bei seinem dritten Start im Leben in toller Manier ein. Früh hatte Adrie de Vries dem Hengst einen Vorteil verschafft, der auch die starke Schlussattacke des Favoriten Aufsteiger (gehört Präsident Eckhard Sauren gemeinsam mit Timo Horn, dem Torhüter des 1.FC Köln) locker parierte. „Die Rennroutine hat sich ausgezahlt. In Dortmund handelte es sich zuletzt um ein sehr gut besetztes Rennen, er war dort nicht weit geschlagen, und er hatte sich seither verbessert. Vielleicht steuern wir mit Windstoß nun das Ratibor-Rennen an“, erklärte Siegtrainer Markus Klug.

Eine exzellente Saison legt der vierjährige Wallach Meerwind hin, der in einem 1.600 Meter-Handicap schon den dritten Saisontreffer landete. Zugute kam der 62:10-Chance ein maßgerechter Ritt von Francesco Ladu, der auch die Schlussattacke der Favoritin Exceed My Budget parierte. Power of Paradise und Highly Favoured komplettierten die Viererwette, die 5.129:10 bezahlte. Der siegreiche Besitzertrainer Lucien van der Meulen weilte in Holland bei der Geburtstagsfeier seines Enkelkindes.

Gleich eine Stunde später gab es einen weiteren Treffer für ein Pferd aus den Niederlanden durch den von Anna van den Troost gerittenen Yeah Cool (29:10-Favorit) aus dem Stall von John Smith, der von weit hinten mit starkem Endspurt ganz an der Außenseite noch an allen vorbeiflog und seine große Platzserie beendete. Anatol Artist, Poolparty und Baltic Best vervollständigten die Viererwette, die 16.336:10 brachte.

Mit weiterer Steigerung wartete Stall Litex‘ Ledena aus dem Kölner Stall von Miltcho Mintchev im 1.600 Meter-Ausgleich II auf. Nach einem starken Finish von Andrasch Starke ließ sich die 49:10-Chance auch von dem innen noch sehr flott aufkommenden Favoriten Rabi und Dingo nicht beeindrucken. „Wir hatten immer einen guten Rennverlauf an zweiter Stelle. Zu Beginn der Geraden bin ich nach außen gegangen, und die Stute ging immer gut und hat die letzten 200 Meter viel Einsatz gezeigt“, kommentierte Starke.

Seine stark ansteigende Formkurve krönte Marion Webers Anaximenes (68:10, A. de Vries) in einem 2.200 Meter-Handicap, das er gegen Living Daylight und den Riesenaußenseiter Leo Major sehr sicher gewann.

Einen zweiten Erfolg für den Stall von Lucien van der Meulen gab es in der abschließenden 1.850 Meter-Prüfung durch Nagdy (55:10, St. Hellyn), der ganz spät noch Dancing Hawk zu fassen bekam, während Pretty Woman als Dritte schon mit Abstand folgte. In Köln freut man sich nun auf den Zusatz-Renntag, das Saisonfinale am 29. Oktober.





 

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