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Deutsche Kanada-Starter unter Wert geschlagen

Protectionist mit viel Pech im Canadian International

Woodbine/Kanada 17. Oktober 2016

Am späten Sonntagabend blickten die deutschen Galopper-Fans nach Kanada, genauer gesagt auf die Rennbahn Woodbine/Toronto. Hier gaben sich zwei hiesige Pferde die Ehre. Im Pattison Canadian International (Grade I, 1 Mio. Dollar, 2.400 m) galten dem von Andreas Wöhler für Australian Bloodstock aufgebotenen Ex-Melbourne Cup-Gewinner Protectionist hohe Erwartungen.

Andrea Atzeni war auf dem 68:10-Mitfavoriten für Eduardo Pedroza eingesprungen, der wegen Visum-Problemen nicht anreisen konnte. Doch, um es vorweg zu nehmen, es sprang im Neuner-Feld nur der letzte Rang heraus für den bisher in dieser Saison noch ungeschlagenen Monsun-Sohn, der u.a. im Großen Hansa-Preis und im Longines – Großer Preis von Berlin so begeistert hatte.

Dabei war Protectionist bei flauer Fahrt deutlich unter Wert geschlagen. Auf dem abgetrockneten Boden zeigte Atzeni keinen besonders guten Ritt, kam schon mit leichter Verzögerung vom Start und verharrte auch im Schlussbogen unbeirrt hinten, und dies an der Innenseite. Auf der Zielgeraden zog er den Deutschen schließlich ganz nach außen, doch da war der Zug nach vorne schon längst abgefahren und keinerlei Chance mehr, die vorderen Pferde zu erreichen. Sicherlich wäre bei einem anderen Rennverlauf mehr möglich gewesen.

Ein wenig die hiesige Ehre rettete der früher von Andreas Wöhler für Klaus Allofs und die Stiftung Gestüt Fährhof trainierte, aber längst in die USA gewechselte Wake Forest, der unter Javier Castellano sehr guter Dritter wurde.

Nach einem perfekten Rennen an vierter Stelle machte sich der Franzose Erupt (131:10, Stephane Pasquier) aus dem Stall von Francis-Henri Graffard für Flaxman Holdings Limited ausgesprochen leicht von dem ersten Kanada-Starter von Queen Elizabeth, Dartmouth (William Buick), frei, der stets an zweiter Stelle hinter dem Piloten World Approval auszumachen war. Noch hinter The Pizza Man kam der Favorit Idaho (Ryan Moore) nicht über Platz fünf hinaus, der nur unwesentlich Boden gutmachte.

Zuvor wurde die von Waldemar Hickst für Darius Racing trainierte Parvaneh (Flavien Prat) in den E.P. Taylor Stakes (Grade I, 500.000 Dollar, 2.000 m) als 180:10-Außenseiterin Achte und wurde ebenfalls alles andere als gut gesteuert. Bis in die Zielgerade hinein bestimmte die bislang als Speedpferd bekannte Holy Roman Emperor-Tochter, die zuletzt den T. von Zastrow-Stutenpreis in Baden-Baden gewonnen hatte und danach Vierte im Preis von Europa in Köln gewesen war, sicherlich nicht plangemäß die Pace, doch am Ende fehlten ihr die nötigen Reserven. Parvaneh lief aber besser als es die Platzierung im elfköpfigen Feld aussagt.

In einem packenden Gefecht ging der Sieg an die im Besitz von Kenneth und Sarah Ramsey stehende und von Michael Maker vorbereitete Amrikanerin Al’s Gal (Florent Geroux), die von zweiter Position aus hauchdünn die heranfliegende Landsfrau Suffused (Jose Ortiz) abhielt, die zuvor die Wöhler-Stute Arles in den Glens Falls Stakes in Saratoga bezwungen hatte. Dritte wurde die französische Außenseiterin Banzari (Alexis Badel) knapp vor Guazapa.


 

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