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Trauer um den Leiter des Gestüts Harzburg

Andreas Kißler verstorben

19. Oktober 2016

Der deutsche Galopprennsport trauert um Andreas Kißler: Der Agrar-Diplom-Ingenieur, der seit 1997 die Geschicke des Gestüts Harzburg leitete, verstarb am 18. Oktober nach langer und schwerer Krankheit im Alter von nur 57 Jahren.

Mit besonderer Hingabe und Passion ging der in Rennsportkreisen so überaus beliebte Kißler als Nachfolger von Gustav Klotz seiner Aufgabe im Deutschlands ältesten Gestüt nach, das bereits 1413 gegründet wurde. Auf dem 50 Hektar großen Areal der Zuchtstätte, wurde vor einigen Jahren nicht zuletzt Adlerflug als Deckhengst aufgestellt, der zu einem der Shooting Stars der Deckhengst-Szene hierzulande heranreifte. 

Nachdem die Nord/LB-Tochter Braunschweig GmbH ihren 62,5 Prozent-Anteil an Adlerflug an die neugegründete Gestüt Harzburg GmbH verkaufte, ist die Zukunft des Stallions und der Zuchtstätte bekanntlich nun definitiv gesichert.

Aber nicht nur Adlerflug war während Andreas Kißlers Wirkungszeit in Harzburg ein Top-Beschäler. 2002 hatte er bereits das Champion-Rennpferd Platini als Deckhengst für das Gestüt Harzburg erworben. Mit ihm öffnete man sich noch mehr den internationalen Züchtern. 

Auch die Qualitätssteigerung der gestütseigenen Mutterstutenherde war stets ein Anliegen von Andreas Kißler, der zudem Vorstandsmitglied im Harzburger Rennverein war. Dabei strebte Kißler als Gestütsleiter schon früh eine breite internationale Ausrichtung nicht nur in der Zucht an. Siege und Platzierungen des gestütseigenen Rennstalles in Italien wurden möglich. 2003 richtete er einen kleinen, aber feinen Rennstall in Irland ein und konnte gleich 2004 einen viel beachteten Zweijährigen-Sieg in Irland feiern. Die Stute Moyenne, aufgezogen in Bündheim gewann 2005 in den blau-gelben Gestütsfarben das Scherping-Rennen, ein international besetztes Listenrennen in Baden-Baden, mit fünf Längen Vorsprung. 

Auch als Pensions- und Aufzuchtgestüt machte sich das Vollblutgestüt zunehmend einen Namen. Zahlreiche Aufzuchterfolge, auch international, sprechen Bände, wie auch Pferdeverkäufe in das gesamte europäische Ausland, sowie nach Russland, Asien und in den Iran. 

Traditionell ist das Vollblutgestüt Harzburg daneben auch Gastgeber aller Rennpferde, die zur Harzburger Rennwoche anreisen und hier an den Start gehen. So werden jährlich zur Rennwoche zusätzlich zu den Zuchtpferden rund 350 Rennpferde im Gestüt untergebracht, was eine entsprechend große Logistik für Futtermittel wie Heu und Stroh verlangt. Auch hier war Andreas Kißler maßgeblich beteiligt und setzte die entscheidenden Akzente.

Andreas Kißler war auch selbst erfolgreicher Besitzer von Rennpferden. Gemeinsam mit seinem Freund Günter Reischmann gehörte ihm im Stall Werretal die Adlerflug-Tochter Shivajia, die 2015 unter der Regie von Uwe Stech den T. von Zastrow-Stutenpreis (Gruppe II) in Baden-Baden als große Außenseiterin gewann.

Leider konnte er diesen größten Erfolg als Besitzer in den eigenen Rennfarben bereits gesundheitsbedingt nicht live in Iffezheim miterleben. Trotz seiner schweren Erkrankung weilte er auch in dieser Rennsaison mehrfach bei Rennveranstaltungen vor Ort. Nun verlor er den Kampf gegen die Krankheit. Doch Andreas Kißler wird allen Galopperfreunden in bester Erinnerung bleiben durch seinen unermüdliches und erfolgreiches Wirken in Harzburg. 

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