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Löwes toller Abschiedssieg mit Palace Prince

Well Spoken ist die Königin in Baden-Baden

Baden-Baden 23. Oktober 2016

Das letzte mehrtägige Galopper-Meeting 2016 in Deutschland stand ganz im Zeichen einer Mannschaft: Das Gestüt Röttgen, Trainer Markus Klug und Jockey Adrie de Vries dominierten das Sales & Racing Festival in Baden-Baden. Zwei Tage nach dem Erfolg mit Dia Del Sol im 200.000 Euro-Ferdinand Leisten-Memorial ging auch am Sonntag der bedeutendste Titel für zweijährige Stuten an die Erfolgsmannschaft aus Köln-Heumar: Im Preis der Winterkönigin (Gruppe III, 105.000 Euro, 1.600 m) avancierte die 47:10-Favoritin Well Spoken zum Star.

Vor 5.000 Zuschauern lieferten sich zwei Nachkommen des Deckhengst-Stars Soldier Hollow auf der Zielgeraden ein hochdramatischen Kampf: Well Spoken innen wurde von der außen heranstürmenden Pemina unter Druck gesetzt. Bis zum Schluss war offen, welche Stute die 60.000 Euro auf das Konto ihrer Besitzer galoppieren würde. Mit grandiosem Einsatz hielt schließlich Well Spoken, die einer absoluten Röttgener Erfolgslinie entstammt und beim dritten Start ihren zweiten Sieg feierte, die tapfere Konkurrentin mit einem Kopf ab.

„Wir waren in diesem Jahr nicht immer glücklich in den großen Rennen. Ich denke da nur an das Mehl-Mülhens-Rennen“, schilderte Trainer Markus Klug. „Doch in diesen Tagen sind wir sehr entschädigt worden und haben heute nach Zielfoto gewonnen. Well Spoken hat sich toll entwickelt. Beim Debüt hier hatte sie sehr viel Pech, gewann anschließend in guter Manier. Heute war sie etwas früh vorne und auch ein wenig unreif, aber sie ist ein tolles Pferd, auch im Hinblick auf den Preis der Diana im nächsten Jahr.“ Ein kleiner Schlenker auf der Geraden hatte keinen Einfluss auf die Entscheidung, die Rennleitung beließ es bei einer Überprüfung.

Jockey Adrie de Vries, der in Kürze ein Gastspiel in Dubai und Katar startet, war natürlich ebenfalls bester Laune: „Ich hätte mit dem Angriff gerne noch etwas länger gewartet, aber sie hat auch stark angezogen, als die Gegnerin da war. Heute hatten wir auch einmal Glück.“

Pemina ging nicht schlechter als die Siegerin und bot mächtig Paroli, sie blieb vier Längen vor der noch gut aufkommenden Trainingsgefährtin Arazza. Trainer Jens Hirschberger: „Beide sind sehr gut gelaufen. Etwas mehr Tempo wäre gut gewesen.“

Arazzas Mitbesitzer Peter-Michael Endres kommentierte: „Sie hat sich bestens geschlagen, ist eine der Top-Stuten, aber sie hatte auch diesmal kein glattes Rennen.“

Tusked Wings eroberte spät noch Rang vier vor der vorne früh nicht weiterkommenden Alwina. „Auf Dauer ist die Strecke für Tusked Wings zu kurz. Sie musste früh geritten werden, ging aber stets weiter“, sagte ihr Betreuer Jean-Pierre Carvalho. Die anderen Kandidatinnen besaßen ernsthaft bald keine Möglichkeit mehr.

Der Galopprennsport schreibt die schönsten Geschichten, das bewahrheitete sich im letzten Grupperennen der Badener Rennsaison, der Baden-Württemberg-Trophy (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m). Denn Altmeister Andreas Löwe, der zum Saisonende seine große Karriere beendet und den Kölner Stall an Andreas Suborics übergeben wird, feierte mit Palace Prince, seinem letzten Starter auf der Rennbahn in Iffezheim, einen Super-Erfolg. Unter Andreas Helfenbein, der viele Jahre mit Löwe ein Team bildete, enteilte der Derby-Zweite von 2015 zur Quote von 139:10 seinen Konkurrenten schon früh auf der Zielgeraden.

Mit drei Längen verabschiedete sich der zuletzt noch hinter Mitkonkurrenten eingekommene Palace Prince souverän von den Gegnern und landete beim 13. Start den vierten Erfolg, der mit 32.000 Euro Preisgeld honoriert war. Verständlicherweise war Andreas Löwe anschließend den Tränen nahe, es war ein sehr emotionaler Sieg für den 74-jährigen: „Palace Prince war im Frühjahr verschleimt und hatte seine Probleme. Heute hat er wieder seine Klasse gezeigt. Ich freue mich sehr, dass dieser Triumph mit Andreas Helfenbein zustande kam, denn uns verbindet eine Freundschaft. Nun sollte Palace Prince noch im Krefelder Niederrhein-Pokal antreten.“

Der Park Wiedinger Devastar stammt wie der Sieger von Top-Beschäler Areion und lief mit Höchstgewicht aus dem Vordertreffen sehr stark. „Er hat das ganze Jahr über Riesenleistungen geboten, war immer vorne dabei. Mal sehen, ob er nochmals in Krefeld läuft“, ließ Trainer Markus Klug durchblicken.

Der Franzose Star Victory mischte stets mit und wurde sechs Längen zurück guter Dritter vor Shutterbug, der ebenfalls gute Momente besaß. Die übrigen Pferde spielten bald keine Rolle mehr.

Schon lange war die Schwester des früheren Derby-Vierten Eric siegreif, nun klappte es in einer 2.200 Meter-Prüfung endlich mit dem Volltreffer für Gabriele Gauls Erica (29:10). Unter Alexander Pietsch entwickelte die Mamool-Tochter vor der großen Außenseiterin Zawawi und Napadac die größten Reserven. „Der Knoten ist jetzt geplatzt, sie mag auch etwas weichen Boden“, erklärte die Besitzerin.

Beste Werbung in eigener Regie machte der Iffezheimer Trainer Lennart Hammer-Hansen. Denn nach dem tollen dritten Rang von Sugar Daddy am Freitag im Ferdinand Leisten-Memorial gelang dem Dänen im 1.800 Meter-Ausgleich II ein verdienter und sehenswerter Treffer mit Sir Bibi (36:10). Andreas Suborics teilte dem Touch Down-Sohn an der Spitze alles bestens ein und hielt den noch besser anziehenden Itobo und Waky Sol sicher fern. Die Favoritin Rameen kam früh über den vorletzten Platz nicht hinaus, was am aufgeweichten Boden gelegen haben könnte.

Nach sieben Saisonsiegen wurde so großartig verbesserte Northern Rock im 2.200 Meter-Ausgleich I erstmals seit langem wieder bezwungen, doch als Vierter ging er an der Spitze lange gut und war nicht weit geschlagen. „Es kann nicht immer klappen, dann können wir im nächsten Jahr noch im Ausgleich I laufen“, nahm es Besitzer Egbert Schäfer mit Fassung. In einem packenden Endkampf flog der seit Juli nicht mehr gelaufene Stall Salzburg-Galopper Be Famous (56:10) unter Frederik Tylicki aus dem Stall von Newcomerin Sarah Steinberg ganz zuletzt noch an dem stark verbesserten Sweet Thomas, dem immer dabei bleibenden Jungleboogie und Northern Rock knapp vorbei, obwohl er erst keine Passage hatte. „Wir waren heute sehr überzeugt. Die Pause war nur deshalb, weil wir auf weichen Boden gewartet hatten. Eigentlich sollte er im St. Leger Italiano laufen, aber in Mailand hatte es eine Woche nicht mehr geregnet. Stehen kann er ohne Ende. Nun steuern wir ein Listenrennen über 3.100 Meter am 12. November in Saint-Cloud an. Heute war die Strecke noch etwas kurz“, gab Racing Manager Harald Schneider zu Protokoll.

Kaum ein Iffezheimer Meeting ohne einen Sieg des Holländers John Smith: In einem 2.000 Meter-Ausgleich III trumpfte Yeah Cool (111:10) mit mächtigem Speedwirbel auf. Nach einem glänzenden Finish der jungen Anna van den Troost überrollte der vor einer Woche erst in Köln siegreiche Wallach noch Anaximenes und Zaphiras Adventure.

Gerade einmal 4.500 Euro hatte der Düsseldorfer Trainer Sascha Smrczek für Thiago dos Sagos Piunto am Samstag bei der BBAG-Herbstauktion für die bisher von Andreas Löwe vorbereitete Barocca bezahlt. Und in der Wettchance des Jahres (Garantie-Auszahlung: 55.555 Euro in der Viererwette) ging die Stute Start-Ziel unter Marc Lerner förmlich auf und davon und stand weit vor dem Ziel als Siegerin fest. I love Lips, Honourable Action und Onyxa komplettierten die Viererwette, die 62.338:10 Euro bezahlte.

Gerade einmal zwei Pferde trainiert John Warren in Dortmund, nachdem er längere Zeit gar nicht mehr aktiv gewesen war. Doch der Altmeister verstand es, den Wallach Nordsturm (77:10) in einem 2.000 Meter-Ausgleich III als Sieger zu präsentieren. Nach einem packenden Kampf raufte dieser sich ganz zum Schluss noch an dem Piloten Curver vorbei, der alles für sich hatte und Memel dahinter klar in Schach hielt. Jockey Martin Seidl hatte noch am Vortag das St. Leger Italiano mit Dschingis Secret in Mailand an sich gebracht.

Die von Dominik Moser trainierte Brümmerhoferin Sugar Free (50:10, O. Wilson) scheint nun auf dem Weg nach oben: Nach einer Pause seit ihrem Start bei der Großen Woche in einer Listen-Prüfung gewann die Dreijährige nach frühem Vorstoß einen 1.200 Meter-Ausgleich III mit starkem Einsatz vor den Außenseitern Dragoslav und Chantilly.

Im abschließenden 2.000 Meter-Ausgleich IV gab es noch einen Heimerfolg der Iffezheimer Trainingszentrale durch Marion Roterings Huan (103:10), der mit Ian Ferguson auf der Geraden früh in bester Haltung auftrumpfte und auch Forever sicher fernhielt. Der Pilot Rock of Tiger wurde Dritter vor A Judith. Die Viererwett-Quote kletterte auf 237.295:10 Euro.






 

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