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Son Macia erfüllt den Traum ihres Besitzers in Hannover

Gruppesieg mit dem ersten Rennpferd!

Hannover 30. Oktober 2016

Der Traum eines jeden Besitzers von Galopprennpferden ging am Sonntag beim großen Saisonfinale am Renntag der Gestüte auf der Galopprennbahn in Hannover für den Kölner Eigner Achim Weyrauch in Erfüllung. Mit dem ersten Pferd, das überhaupt in seinen Farben läuft, der dreijährigen Stute Son Macia (Ian Ferguson) aus dem Stall von Andreas Löwe, gewann er vor 6.100 Zuschauern das Top-Rennen, den Großen Preis der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V. (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.200 m)!

„Mein Wunsch war stets, ein eigenes Rennpferd zu haben“, erklärte Weyrauch, dessen Pferde unter den Namen Stall elektrowelt24.de laufen, gegenüber German Racing. „Ich hatte schon immer zu meinen Eltern gesagt, irgendwann kaufe ich mir einen Galopper. Ich habe dann die Kölner Trainer aufgesucht, und hatte bei Andreas Löwe sofort ein gutes Gefühl, nicht nur weil er im Kölner Stadtteil Mauenheim wohnt, aus dem ich stamme. Bei der Auktion in Baden-Baden war alles dann purer Zufall. Mir war ein Pferd ins Auge gesprungen, was ich Herrn Löwe berichtet habe, das dann für 200.000 Euro verkauft wurde. Sein Blick fiel aber auf die Nachbarbox, dort stand Son Macia, und sie habe ich dann auf seine Empfehlung hin erworben. Sie war wie ihre Geschwister keine Zweijährige, lief aber im Frühjahr in Italien sehr stark und hatte dann in Hamburg ein unglückliches Rennen. Heute der Sieg war die Krönung. Herr Löwe hat einen tollen Job gemacht, ebenso Jockey Ian Ferguson.“


Die Abschiedstournee des Kölner Trainers Andreas Löwe wird damit weiter zu einer mehr als erfolgreichen Reise über die deutschen Rennbahnen für den 74-jährigen. Auch bei seinem letzten Abstecher in die Niedersachsen-Metropole, ehe er zum Jahresende seinen Rennstall an Jockey Andreas Suborics übergibt, durfte der Trainer wieder jubeln.

Die Soldier Hollow-Tochter Son Macia wandelte dabei auf prominenten Spuren – denn Andreas Löwe hatte nach eigener Aussage seinen allerersten Trainer-Erfolg hier im Deutschen Stutenpreis 1981 mit der Ebbesloherin Adita gefeiert.

Son Macia, die als 134:10-Außenseiterin angetreten war, obwohl sie u.a. Dritte in den Oaks d‘ Italia gewesen war und nun auf passend weicher Bahn startete, gehörte stets dem von Vallante vor der Favoritin Kasalla angeführten Vorderfeld an und bekam am Ende auch noch die sich tapfer wehrende Nutan-Schwester Nazbanou knapp in den Griff. „Das Rennen war schon lange mein Ziel“, gab Andreas Löwe anschließend zu. „Es hat alles gepasst. Son Macia hatte vor vier, fünf Wochen ein kleines Formtief und ist nun wiedergekommen. Ich denke, dass sie 2017 in Training bleibt.“

Nazbanou verkaufte sich als Zweite – nur einen Hals zurück - ebenfalls sehr stark. „Sie ist immer toll gelaufen und hat alles erreicht“, so ihr Betreuer Peter Schiergen. Gambissara hatte innen lange alle Chancen und wurde sehr gute Dritte. „Endlich hat sie ihren weichen Boden gehabt. Jozef Bojko hat sie bestens geritten. Vielleicht gehen wir am 11.11. in ein Grupperennen nach Toulouse“, sagte Trainer Lennart Hammer-Hansen. Die Favoritin Kasalla kam auf unpassendem Boden aus guter Lage nicht über Rang vier hinaus. „Das Geläuf war nicht mehr ideal für sie“, bedauerte Dr. Günter Paul von der Mehl-Mülhens-Stiftung. Die übrigen Kandidatinnen spielten keine Rolle mehr.

Auch das weitere Programm an einem bestens besuchten Renntag der Gestüte, der maßgeblich unterstützt wurde von der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V., namhaften Zuchtstätten und Partnern des Rennsports, beim Hannoverschen Saisonfinale konnte sich mehr als sehen lassen, u.a. mit zwei Listenrennen.

Tränen der absoluten Freude vergoss die Dresdener Trainerin Claudia Barsig nach dem Großen Preis der Mehl-Mülhens-Stiftung Gestüt Röttgen (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.400 m). Und viele freuten sich mit der Besitzerin und auch Züchterin der Siegerin Fashion Queen. Die als 79:10-Außenseiterin angetretene Schimmelstute, die in dieser Saison schon ihren fünften Start absolvierte und mehrfach gegen starke Gegner gefallen hatte, spurtete unter Bayarsaikhan Ganbat vom allerletzten Platz noch an der schon in Sicherheit geglaubten Nantany vorbei, die interessanterweise ebenfalls in Dresden (bei Stefan Richter) beheimatet ist.

Claudia Barsig über die Santiago-Tochter: „Die letzten Tage hatte ich sie selbst geritten. Eigentlich schien diese Aufgabe für Fashion Queen eine Nummer zu groß, aber wir wollten es einfach einmal probieren. Nun geht sie in die Winterpause, und wir hoffen auch eine schöne Saison 2017.“

Nantany sah mit ihrem Speedwirbel kurz wie die Siegerin aus. „Leider kam sie schlecht aus der Startmaschine, das hat vielleicht den Sieg gekostet“, so Stefan Richter. Lange marschierte die Brümmerhoferin Artistica versprechend, erst am Ende konnte sie sich nicht mehr steigern. „Sie ging händevoll, aber die Stute ist ein 1.200 Meter-Pferd“, erklärte Besitzer Gregor Baum. Megera folgte als Vierte schon deutlicher zurück, hielt sich aber achtbar vor Silver Cloud, die innen über einen Moment nicht hinauskam. Die Favoritin Westfalica baute schon früh stark ab und wurde Letzte. „Sie ist auf diesem Boden nicht gut galoppiert“, bedauerte Andreas Löwe.

Die Leistungsexplosion von Stall Fronbachs Wonnemond geht weiter – als Wallach bleibt der dreijährige Areion-Sohn auch beim vierten Start hintereinander ungeschlagen! Im Großen Preis des Gestüt Fährhof (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.600 m) schaffte der 37:10-Mitfavorit seinen bisherigen Karrierehöhepunkt. Aus dem erweiterten Vordertreffen konterte Wonnemond alle Attacken von Wacaria und Baroncello. Trainer Sascha Smrczek: „Auf dem Papier war er nach Degas der zweite Favorit. Man weiß ja nie um diese Jahreszeit, ob die Form noch steht, aber er hat wieder alles gemeistert.“ Besitzer Klaus Wilhelm ergänzte: Wir haben uns für dieses Rennen und gegen eine Gruppe III-Prüfung in Rom entschieden. Nun könnte es am 27. November in ein Listenrennen nach Saint-Cloud gehen.“

Exzellent lief die Fährhoferin Wacaria als knapp bezwungene Zweite. „Sie ist tapfer gelaufen. Wir besprechen nun in Ruhe, was wir mit ihr machen“, versicherte Gestütsleiter Stefan Ullrich. Baronello mischte nach langer Pause aus dem Vordertreffen groß mit und eroberte den dritten Rang vor dem ebenfalls gut weiterziehenden Gereon. Der Favorit Degas fand von hinten nie in die Partie. „Vielleicht ist er über seine Form für dieses Jahr hinweg. Das entschiedet ja das Pferd“, so Dr. Günter Paul.

Auf den Tag genau vor zwei Jahren hatte der Brümmerhofer Shimrano, der später zum Union-Sieger und Derby-Favoriten avancierte, am Tag der Gestüte in Hannover sein erstes Rennen gewonnen. Und im Sven Wissel-Jubiläums-Preis – aus Anlass des 25jährigen Jubiläums als Rennkommentator auf der Neuen Bult – sorgte dessen Halbbruder Shinzaro nun für Furore. Mit mächtigem Speed machte sich der Invincible Spirit-Sohn aus dem Stall von Dominik Moser mit Jockey Oliver Wilson in versprechender Manier von dem stark anziehenden Favoriten Promise of Peace und Gondora frei. „Ich glaube, dass Shinzano nicht solch ein Steher ist wie Shimrano. Er war noch sehr unreif, als er vorne ging, doch er ist eine sehr große Hoffnung“, erklärte Besitzer Gregor Baum. Der Hausherr war es auch, der Sven Wissels herausragende Leistungen würdigte.

Nicht minder überzeugend fiel der Einstand der Auenquellerin Vive Marie im 1.600 Meter-Rennen für die zweijährigen Stuten aus. Alexander Pietsch machte die Jukebox Jury-Tochter Mitte der Geraden so richtig flott und bekam die Favoritin Waikita sowie Lacazar noch locker in den Griff. „Das ist eine gute Stute, ich hatte noch nicht mit einem Sieg gerechnet, aber ihre Klasse war entscheidend“, kommentierte Trainer Jens Hirschberger.

Zum verdienten ersten Treffer ihrer Karriere kam Nada Alward (46:10, M. Cadeddu) in einer 1.750 Meter-Prüfung. Gegenüber dem stark debütierenden Nevio, der gleich Favorit geworden war, und Antares entwickelte die Stute die etwas größeren Reserven. „Sie war wirklich an der Reihe und hatte ja immer gute Gegner getroffen“, sagte Trainerin Annika Fust, die übrigens früher eine Mitarbeiterin von Gregor Baum war, dem Eigner von Nevio.

Auch diesmal fand die dauerplatzierte Ito-Schwester Igraine in einer 2.000 Meter-Konkurrenz als heiße Favoritin einen Bezwinger. Auf den letzten Metern schob sich der von Uwe Stech in Hoppegarten trainierte Maipower (172:10, I. Poullis) noch ganz knapp an der Galileo-Tochter vorbei, hinter der eine Lücke zu Bill Ferdinand auf Rang drei klaffte.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.750 m) setzte sich der frische Sieger Wikileaks (24.10-Favorit) unter Marc Lerner für Trainer Waldemar Hickst gleich noch einmal in Szene. Start-Ziel war der Dreijährige gegen Burschentanz, Amazing Boy und Sarisha in guter Manier voraus. Die Viererwette brachte stolze 66.686:10 Euro.

In einem packenden Finish klang der 2.000 Meter-Ausgleich II aus, hier schaffte auch Andreas Suborics einen siegreichen Abschied von der Neuen Bult, der am Dienstag in München seine Jockey-Karriere beendet – auf Guido Schmitts Neuerwerbung Bergwind (29:10), der mit einem kurzen Kopf Loulou’s Jackpot sowie Lagoas in die Knie zwang. Trainer Waldemar Hickst erklärte: Guido Schmitt hatte Bergwind kurz vor Baden-Baden gekauft, aber wir sind dann dort nicht und lieber hier gelaufen. Ein tolles Pferd, das immer sein Bestes gibt.“

Für Trainerin Claudia Barsig komplettierte Gondaro (98:10) als Start-Ziel-Sieger im abschließenden 2.400 Meter-Ausgleich III unter Alexander Pietsch einen Doppelerfolg. Mit Anaximenes und Palace King hatte der Dreijährige keine Schwierigkeiten.


 

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