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Colomano rehabilitiert sich – Amazonas perfekter Abschied

Starkes Klug-Doppel im Ratibor-Rennen

Krefeld 6. November 2016

Vor drei Wochen im Preis des Winterfavoriten in Köln hatte Stall Reckendorfs Colomano das Pech gepachtet. Nach einem sehr unglücklichen Rennverlauf war der zweijährige Cacique-Sohn dort als Fünfter deutlich unter Wert geschlagen. Doch am Sonntag gab es für das Team des so hoffnungsvollen Youngsters jede Menge Entschädigung, denn Colomano triumphierte unter Jockey Martin Seidl zur Quote von 56:10 vor 5.500 Zuschauern im Großen Preis von Link in Krefeld der Tölke + Fischer Gruppe – Herzog von Ratibor-Rennen (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.700 m) beim Saisonfinale auf der Galopprennbahn in Krefeld.

Vom allerletzten Platz stürmte der Hengst aus dem Köln-Heumarer Erfolgsstall von Markus Klug trotz Höchstgewichts mit gewaltigem Endspurt der Konkurrenz davon und kam noch zu einem sehr beeindruckenden eindreiviertel Längen-Erfolg im letzten Top-Zweijährigen-Rennen Deutschlands 2016.

Der lange führende Favorit Kastano machte als Zweiter, knapp vor dem von weiter hinten kommenden Ittlinger Enjoy Vijay den Doppelsieger von Trainer Markus Klug perfekt. Natürlich war der Erfolgscoach voll des Lobes: „Martin Seidl konnte sich aussuchen, wen er reitet. Colomano wäre bei einem besseren Rennverlauf zuletzt in Köln zumindest Zweiter geworden. Heute hat er gezeigt, was in ihm steckt. Das war eine sehr starke Leistung mit anderthalb Kilo mehr als die meisten Gegner, und das vom letzten Platz. Auch Kastano hat eine sehr gute Partie geliefert. Beide Pferde werden 2017 in Richtung Derby gehen.“

Enjoy Vilay verpasste den Ehrenplatz nur ganz knapp, lieferte als Dritter eine exzellente Partie. „Er hatte wieder einen Stopp und ist ein Pechpferd, aber die Leistung war bestens“, sagte Trainer Peter Schiergen. Vierter wurde Savile Row, der lange noch mehr zu erreichen schien. „Er ist noch etwas unreif, wenn er früh vorne ist, aber das wird ein gutes Pferd für nächstes Jahr“, kommentierte Erika Mäder.

Im letzten Gruppe-Rennen der hiesigen Rennsaison, dem Großen Preis von Rondo Food – Niederrhein-Pokal (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.050 m), gab es nur wenige Tage nach dem Überraschungssieg mit Guignol im Pastorius Großer Preis von Bayern (Gruppe I) in München erneut einen Top-Treffer für das Team des Stalles Ullmann und Trainer Jean-Pierre Carvalho (Bergheim) – mit der vierjährigen Stute Amazona. Nach optimaler Einteilung von Andreas Helfenbein marschierte die 78:10-Chance Start-Ziel immer weiter und ließ sich auch durch den Favoriten Palace Prince, der immer prominent war, und den außen sehr gut nachsetzenden Devastar nicht beeindrucken.

Die Dubawi-Tochter Amazona war hier im Vorjahr Fünfte gewesen, ehe sie im Frühjahr den Grand Prix-Aufgalopp in Köln für sich entschied und nach einem Formtief als Dritte in einer Listen-Prüfung wieder auf sich aufmerksam gemacht hatte. Nun krönte sie ihre Laufbahn mit dem bedeutendsten Karrieresieg, dem dritten Erfolg beim zehnten Start, der mit 32.000 Euro Preisgeld verbunden war.

„Amazona ist ein Pferd für weiche Bahn. Ihren Sieg aus Köln hatte sie zweimal in Frankreich nicht bestätigt, aber dort war der Boden gut. Daher hatten wir ihr eine Pause bis zum Herbst gegeben. Sie ist eine Perle für die Zucht und wird jetzt keine Rennen mehr bestreiten“, kündigte Jean-Pierre Carvalho an.

Palace Prince hielt sich als Zweiter – eindreiviertel Längen zurück - beim Abschied von Trainer Andreas Löwe in einer hiesigen Gruppe-Prüfung sehr gut. Auch Devastar bestätigte seine Top-Verfassung auf Rang drei einmal mehr. „Das Geläuf hätte für ihn noch weicher sein müssen“, meinte Jockey Martin Seidl. Matchwinner machte vom letzten Platz noch viel Boden gut und hielt sich als Vierter knapp vor Fair Mountain ausgezeichnet. Die anderen Pferde konnten sich nicht mehr bemerkbar machen.

Einen Heimsieg gab es in der einleitenden 1.300 Meter-Prüfung für Zweijährige, denn der Jukebox Jury-Sohn Mascalino (65:10, St. Hellyn) kam für den Krefelder Trainer Hans-Albert Blume leich beim Debüt mit viel Speed gegen den Favoriten Freeman zum Zuge, der lange alle Chancen besaß. „Ich habe schon Mascalinos Mutter Marny trainiert. Eigentlich sollte er am Mittwoch in Frankreich debütieren, aber dann bot sich das Rennen hier an. Ob er noch einmal in diesem Jahr starten, ist noch offen“, erklärte Blume. Shanjo kam vom letzten Platz nur noch knapp an Plethon und Shacon vorbei auf Rang drei.

„Zur Siegerehrung nehme ich meine Mütze nachher ab“, hatte Joachim Weißmeier noch gescherzt, und tatsächlich durfte der Gatte der Sonsbecker Trainerin Regine Weißmeier nach einem 1.700 Meter-Handicap aufs Treppchen, denn Quietude (31:10) dominierte die Prüfung unter Esther Ruth Weißmeier Start-Ziel gegen Mandelsamen und Rosanna. „Das war ein schöner Abschluss auf Gras, auf der Sandbahn durfte er noch eine Schippe drauflegen“, fügte Weißmeier an.

Kaum zu stoppen ist aktuell der sechsjährige Wallach Noble Fighter (97:10), der in einem 1.700 Meter-Handicap schon zu Beginn der Geraden auf und davon ging und mit Selina Ehl wieder ein Dream Team bildete. Es war schon der zehnte Sieg des von Hans-Peter Rosport trainierten Silvano-Sohnes. „Er läuft nur mit Selina schnell. Sie wollte eigentlich schon aufhören zu reiten, aber wegen ihm macht sie doch weiter“, hieß es aus dem Umfeld des Siegers. Flirt bestätigte als Zweiter den Aufwärtstrend vor Born To Be Alive.

Als Schwester von Potemkin besitzt Princess Alba natürlich erstklassige Referenzen. Und nach einem maßgerechten Ritt von Koen Clijmans entschied die Lokalmatadorin zur Quote von 87:10 den 1.400 Meter-Ausgleich III souverän vor Tansfeeq und Square Lamartine zu ihren Gunsten. „Wir wollten es heute mir einer anderen Taktik versuchen, vorne gehen und sich drei, drei Längen vom Feld absetzen. Sie wird bald in die Zucht gehen“, berichtete Trainer Mario Hofer über die Lady des Stalles Antanando.

„Das hatte ich noch nie“, gab der Mülheimer Trainer Jens Hirschberger nach dem 2.200 Meter-Ausgleich II zu, in dem seine drei Pferde die ersten drei Plätze belegten. Dass Lipari (206:10, A. Helfenbein) nach einer Pause seit Juli auf Anhieb locker gegen Memel und Nella di Roma gewinnen würde, war eigentlich kaum zu erwarten. „Lipari haben wir bewusst eine Sommerpause gegeben, da sie weichen Boden bevorzugt. Memel hat ihre Form bestätigt, und Nella di Roma hat sich ebenfalls stark aus der Affäre gezogen“, versicherte der Coach. Die immer prominente Eudokia komplettierte die Viererwette, die nicht getroffen wurde.

Im letzten Hindernisrennen der Saison, dem Herbert Cohn Gedächtnis-Jagdrennen über 3.900 Meter feierte die in dieser Saison so prächtig gesteigerte Koffi Lady (20:10-Favoritin) in den Farben des Stalles Nicole unter Cevin Chan einen ungefährdeten Sieg und machte damit endgültig das Championat der Hindernistrainer für Pavel Vovcenko perfekt. Die Samum-Tochter musste nur den Widerstand des lange mit Vorsprung führenden Belgiers Cro Easy brechen, was am Ende auch bestens gelang. Dellaheena Lad wurde weit zurück Dritter, während Audientia in vorentscheidender Phase wegrutschte und reiterlos wurde.



 

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