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Joailliere gewinnt knapp vor der Französin You’Re Back im Listenrennen

Irischer Sieg in der Sprint Trophy

Dortmund 13. November 2016

Man muss die Historie der Dortmunder Rennen nicht haarklein und bis ins letzte Detail kennen, um zu der Feststellung zu gelangen, dass es im Vergleich zu all den Veranstaltungen, die in den Vorjahren zu Mitte November terminiert waren, heute einen Renntag gab, der in seiner sportlichen Wertigkeit alle anderen deutlich übertraf. Statt der üblichen Sandbahn-Hausmanns-Kost um diese Zeit stand auf der sieben Prüfungen umfassenden Sonntags-Karte mit der German Owners‘ and Breeders‘ Sprint Trophy diesmal ein veritabler sportlicher Leckerbissen im Mittelpunkt, mit sogar Starterinnen aus Irland und Frankreich. Dass die 1.400 Meter-Listenprüfung und damit der Löwenanteil der Dotierung von insgesamt 25.000 Euro ins Ausland gehen würden, lag also im Bereich des Möglichen. Und spätestens in der Distanz hatte sich auch alles bereits in diese Richtung entwickelt, nachdem die Irin Joailliere in Front gezogen war.

Doch es wurde alles andere als ein leichter Erfolg für die Dubawi-Tochter von der Grünen Insel, die unter den weltweit bekannten Farben der Moyglare Stud Farm angetreten war. Denn es war die Französin You’Re Back, die auf den letzten Metern auf den in solchen Fällen immer wieder gerne zitierten Rollschuhen noch herangerauscht kam. Und der zunächst jederzeit erkennbare Vorteil von Joailliere war daraufhin auf lediglich einen kurzen Kopf zusammengeschmolzen, wie  das notwendig gewordene Zielfoto dann auswies.

Stets gut in Partie behauptete sich der dreijährige Baroncello, der zweieinhalb Längen hinter dem vorderen Paar den dritten Rang einnahm, während Antalya und Ross die nächsten Plätze besetzten, ohne dass beide zuvor allerdings je eine Chance auf mehr hätten anmelden können, nachdem die beizeiten in Front gezogene Holy Spring dem Rennen lange ihren Stempel aufgedrückt hatte.

Mit der siegreichen Dubawi-Tochter war im Übrigen der irische Trainer Trainer Dermot Weld von Paris aus, wo er am Samstag noch einen Starter hatte, nach Dortmund gekommen. Wie ernst man die Expedition nach Germany genommen hatte, lässt sich schon daran ablesen, dass Stalljockey Pat Smullen im Sattel von Joailliere saß, dessen Jockeyship der Vierjährigen dann auch noch gut über die letzten Meter des Weges hinweghalf.

Das Team Weld-Smullen hatte in dieser Saison vor allem ja mit dem sowohl in Epsom im Derby als auch im Irish Derby auf dem Curragh erfolgreichen Aga-Khan-Hengst Harzand für Schlagzeilen sorgen können, während man für Joailliere in Wambel indes erst den ersten Saisonsieg notieren konnte, doch war die Stute 2016 zuvor auch lediglich viermal draußen gewesen. Dabei war ihre jüngste Gruppe-III-Platzierung in Tipperary nebenbei jene Form gewesen, die ihre heutige 23:10-Favoritenstellung in jeder Beziehung rechtfertige. Hieß doch die Gewinnerin dort immerhin Jet Setting, eine dreijährige Stute, die im Mai die Irish 1.000 Guineas gegen keine Geringere als die Ausnahmestute Minding gewonnen hatte.

Es war jedoch keineswegs allein nur das Top-Rennen des Tages, welches sich heute als exzellent besetzt präsentierte. Die für die Zweijährigen reservierten ersten beiden Prüfungen sahen ebenfalls interessante Namen in Aktion, von denen man möglicherweise im kommenden Jahr noch einiges mehr zu sehen bekommen wird. 

Bei der von Mario Hofer für seine GmbH trainierten Stute Sunshine Reggae dies voraussichtlich auf reinen Sprintdistanzen, denn die mit Koen Clijmans im Sattel im European Breeders‘ Fund-Sprint-Rennen erfolgreiche Soldier-Hollow-Tochter hatte auch zuvor auf Fliegerstrecken schon gute Ansätze geliefert. Dass ihr am Ende gegen die debütierende Fons Salera dann auch noch ihre Routine zur Hilfe kam, war kaum zu übersehen. Allerdings verdiente sich die Novizin selbst in der Niederlage schon eine gute Note, was in ähnlicher Weise auf die ebenfalls erstmals vor Publikum gesattelte Kildera gilt, die Dritte wurde.

Ein ordentliches Stück verbessert zeigte sich danach die von Ian Ferguson gerittene Jukeboy-Jury-Tochter Sexy Juke im Preis der EBF Hengste, die Peter Schiegen für das Gestüt Wittekindshof von Hans-Hugo Miebach betreut, den Ehrenpräsidenten des Dortmunder Rennvereins, womit es hier zugleich einen halben Heimsieg gab. Der allerdings knapp und hauchdünn ausfiel, da die debütierende Außenseiterin Lysistrata alles dagegenhielt, was ihre Kräfte noch hergaben, und sie sich zuletzt nur um eine Nase geschlagen gab. Dazu entwickelte der 15:10-Favorit Wildfasan eine enorme Endgeschwindigkeit, nachdem er zuvor innen lange festgesessen hatte und obendrein kräftig angerempelt worden war. Was aber letzten Endes lediglich dazu reichte, um einen kurzen Kopf hinter Lysistrata den dritten Rang zu besetzen. Dass er der große Pechvogel dieser Partie war, steht jedenfalls völlig außer Frage. 

Danach kam auch die 18:10-Favoritin Igraine im www.RaceBets.de-Rennen nicht an, wenngleich dies kaum an mangelnder Fortune lag. Immerhin konnte sie über weite Strecken den Rennverlauf gut kontrollieren, musste dann jedoch dem Druck der nachrückenden Konkurrenz zunehmend nachgeben. Vor allem wurde Ostana, eine von Carlos Henrique gesteuerte Contat-Tochter aus dem Besitz und der Zucht von Ralf Paulick, immer zwingender. Die von Daniel Paulick trainierte Dreijährige gewann am Ende sogar mit fünf Längen vor der stets ihren Strich weitergehenden Pretty Woman sowie dem sich unübersehbar ankündigenden Pensante, der ebenfalls noch glatt an Igraine vorbeikam. Das Gespann Paulick-Henrique sollte auch später noch einmal von sich reden machen.

Im darauf folgenden Programmpunkt schien dann aber erst einmal der erste Favoritensieg endlich wahr zu werden. Der im 13-köpfigen Feld des Preis der beheizten Glastribünen auf den Schild gehobene Square Lamartine schien nämlich schon längst auf der sprichwörtlichen Siegerstraße zu galoppieren, als außen die von ihrem Besitzer Claus Thomas selbst trainierte Mamool-Tochter Power of Paradise unter Alexander Weis ihm doch mit jedem Galoppsprung immer näher kam und wider Erwarten noch einen Vorteil von zwei-ein-Viertel Längen an sich brachte. Deutlich dahinter stieß Pagan Warrior bis auf Rang drei vor, während Style of Panache das Ziel als Vierte erreichte. 

Der immerhin schon dritte Saisontreffer gelang heute im Übrigen Stall Maras Wallach Iniesta, der sich im Rennen mit der Viererwette durchzusetzen verstand. Das www.german-racing.com-Rennen sicherte er sich vor dem immer prominenten und nie aufgebenden Living Daylight, auf dem Thore Hammer-Hansen, der Sohn des Iffezheimer Trainers Lennart Hammer-Hansen, bei seinem Renndebüt eine recht gute Figur machte. Doch der von Michael Cadeddu punktgenau gebrachte Iniesta konnte zuletzt den deutlich größeren Schwung ausspielen und kam noch zu einem Vorteil von ein-drei-Viertel Länge. Immer bestens im Bild waren außerdem Banzai, der Drittplatzierte, sowie Mathilda, die Platz vier allerdings noch an die gut endende Copy Cat verlor.

Zum guten Schluss beherrschten  dann noch einmal Trainer Daniel Paulick und Jockey Carlos Henrique die Szene, diesmal mit dem Wallach Oscar, der als klarer Gewinner das Auf Wiedersehen am 18. November 2016-Rennen für sich entschied. Abermals war auch Ralf Paulick wie schon zuvor beim Treffer mit der Stute Ostana sowohl Besitzer als auch Züchter des siegreichen Pferdes. Und für Carlos Henrique, der zugleich noch als Geburtstagskind viele Gratulationen entgegennehmen  durfte, rundete sich dieser 13. November tatsächlich zu einem Tag wie aus dem Bilderbuch . Dass Oscar das Geläuf als Sieger verlassen würde, stand bereits Mitte der Geraden vorzeitig fest. Sein Vorstoß besaß schließlich Wucht und Durchschlagskraft, womit die lange tonangebenden Barocca und Sir Scott direkt abgemeldet waren. Aber auch weder Honourable Action noch Zawadi, die sich  dann auf seine Verfolgung machten, bedeuteten für den War-Blade-Sohn irgendeine Gefahr. 

Videos aus Dortmund: German Owners and Breeders Sprint Trophy (Listenrennen) - Siegerin: Joailliere

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