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Wisperwind absolviert einen Spaziergang

Die schnelle Entschädigung für Elias

Dortmund 29. November 2016

Das Trainer-Championat 2016 ist Markus Klug nicht mehr zu nehmen. Das stand eigentlich schon vor dem PMU-Dienstagabend-Renntag in Dortmund fest. Doch der designierte Titelträger wollte offenbar noch punkten und eine offene Rechnung begleichen.

Zuletzt hatte der Röttgener Elias beim ersten Start nach einer langen Pause in Neuss noch gegen Delaire passen müssen. Dieser war inzwischen am Sonntag im belgischen Mons erfolgreich. Und nun war für den 20:10-Favoriten, der auf Gras im Frühjahr einen Ausgleich II gewonnen hatte, der Weg frei. Start-Ziel marschierte der Le Havre-Sohn mit Martin Seidl locker weiter, als Fuscano eine starke Attacke versuchte. Vega rettete Platz drei, war aber schon deutlicher zurück.

Auch in einem 1.800 Meter-Altersgewichtsrennen gab der Pilot die Führung bis ins Ziel nie ab: Vanish Soldier (24:10), den der Großenknetener Trainer Toni Potters aufgeboten hatte, gab die führende Position gegen Papou nie preis und bescherte Filip Minarik einen Treffer im Jockey-Championat. Die Fährhoferin Danlia baute früh ab und musste den dritten Platz noch an Mr Copperfield abgeben.

Einen Spaziergang der ganz besonderen Art absolvierte im abschließenden Ausgleich III über 2.500 Meter der von Henk Grewe für das Ehepaar Holschbach schon auf Gras zum Seriensieger geführte Wisperwind. Der 27:10-Favorit ging schon Ende der Gegenseite unter Robin Weber (zweiter Tagestreffer) auf Längen von der Gegnerschaft weg und sollte auch auf diesem Untergrund noch eine Menge zu bieten haben. Beim fünften Saisonsieg deklassierte er Entourage, der beim ersten Ritt von Jasmin Kürschner aber noch viel Boden gutmachte, und Ardeola regelrecht.

Alle Achtung kann man da nur sagen: Noch an viertletzter Stelle hatte die belgische Gaststute Goldie Doll im einleitenden 1.200 Meter-Handicap die Zielgerade erreicht. Doch Michael Cadeddu startete Mitte des Einlaufs eine spektakuläre Aufholjagd. Als er die von Toon van den Troost aufgebotene Stute, die schon im vergangenen Winter hier viele Ansätze gezeigt hatte, außen auf freie Bahn bugsiert hatte, schaltete die 50:10-Chance den Turbo ein und überspurtete den schon in Sicherheit geglaubten Electric Qatar sowie die Außenseiterin Belle Nellie noch sehr sicher.

Im vergangenen Winter hatte die von Stefan Richter aus Dresden entsandte Addexa bereits auf der Dortmunder Sandbahn gewonnen. Doch in einem 2.500 Meter-Ausgleich IV hatten nur wenige die vierjährige Saddex-Tochter auf dem Wettschein. Als 163:10-Außenseiterin marschierte sie aus der beantragten Außenbox unter Francesco Ladu sofort an die Spitze und hielt sich den Favoriten Russian Swing mit elf Längen Vorteil sowie den weiter zurück folgenden Juan auf Distanz.

Ebenfalls die Start-Ziel-Taktik stach in einem 2.500 Meter-Handicap, denn gegen den von Dr. Andreas Bolte engagierten Dreijährigen Rapid Loup (78:10) war nie ein Kraut gewachsen. Mühelos stiefelte der Sholokhov-Sohn mit Rene Piechulek vorne gegen die Außenseiterinnen Neroli Note und Salutaris Bella weiter und feierte seinen ersten Karrieresieg – mit 13 Längen! Die Dreierwette wurde nicht getroffen.

„Er startet nun auf einer etwas weiteren Distanz. Es ist ein Versuch“, so hatte sich die Kölner Trainerin Sarah Weis vor der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.950 m) über Pascani geäußert. Und dieser Versuch traf voll ins Schwarze, denn der bei einer Quote von 432:10 sträflich unterschätzte Sandbahn-Experte verhinderte unter Trainer-Gatte Alexander Weis auf den letzten Metern noch den ersten Treffer von Thore Hammer-Hansen im Sattel der Favoritin Living Daylight. Mathilda schnappte sich mit viel Endgeschwindigkeit noch den dritten Rang vor dem lange prominenten Air Attack. Die Viererwette brachte 66.667:10 Euro.

Wegen eines Defekts an der Startmaschine mussten die Rennen 5 bis acht mit der Flagge gestartet werden. Der junge Robin Weber passte in einem 1.800 Meter-Handicap bestens auf und sicherte dem 27:10-Favoriten Meerwind sofort die Pole-Position, die er trotz der vehementen Angriffe von Atlanta nicht mehr abgab und sicher hinkam. „Meerwind löste sich leicht. Ich war nie in Gefahr“, so Weber. Ignaz komplettierte als Dritter ein sehr formgemäßes Ergebnis. Damit durfte der Holländer Lucien van der Meulen das Championat der Besitzertrainer so gut wie perfekt gemacht haben. Mit nunmehr 17 Erfolgen hat er vier Zähler Vorsprung auf Ferdinand Leve bei nur noch vier ausstehenden Renntagen.

 

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