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Cassilero in Neuss im letzten Galoppsprung

Leo wie ein Vollprofi

Neuss 2. Dezember 2016

Die Galopp-Saison 2016 neigt sich so langsam dem Ende entgegen. Am Freitagabend stand die viertletzte Rennveranstaltung in dieser Saison an. Und auf der Neusser Sandbahn gab es diesmal einige Überraschungen. Doch in einem 1.500 Meter-Rennen war die beste Klasse und der Favorit voraus.

Leoderprofi, ungemein treuer neunjähriger Wallach aus Iffezheim absolvierte hier eine Pflichtaufgabe. Der Schützling von Gerald Geisler wartete als 19:10-Favorit unter Trainergattin Eva-Maria Geisler an vierter, fünfter Position in aller Seelenruhe den Gang der Dinge ab und zündete dann erst Mitte der Zielgeraden den Turbo. Zwar wehrte sich der über sich hinauswachsende Nightdance Prince nach Kräften, aber Leoderprofi, der nur mit den Händen unterstützt wurde, ging stets einen Tick besser und gewann locker, was der Richterspruch „überlegen, Hals“ beweist. Der Abstand zu leonard auf Platz drei war dahinter schon beträchtlich.

So richtig packend wurde der Ausgleich III über 1.500 Meter. Lange sah der an der Spitze immer wieder anziehende Ungar Dragon Hunter (134:10, M. Pecheur) wie der sichere Sieger aus, doch dann wurde es dramatisch, als der Sandbahn-Spezialist Cassilero (35:10, St. Hellyn) noch einmal eine Attacke startete. Immer näher kam der 35:10-Favorit in den Farben des Gestüts Erlenhof und aus dem Kölner Rennstall von Karl Demme und buchstäblich genau im Ziel hatte er den tapferen Konkurrenten noch mit einem kurzen Kopf gestellt. Auch der Leipziger Gast Mister Spock, der von weit hinten kurz alles zu überlaufen schien, war als Dritter in Reichweite.

Sie war so ein wenig das Fragezeichen im einleitenden 1.100 Meter-Handicap: City Star, die vierjährige Stute aus dem Düsseldorfer Quartier von Ertürk Kurdu, hatte sich in erster Linie in Frankreich betätigt. Doch auch hierzulande und auf ungewohnt kurzer Distanz zeigte die Goodricke-Tochter was in ihr steckt und bekam als 132:10-Chance unter dem formstarken Robin Weber Powerplay nach hartem Ringen noch in den Griff, während Admiral auf Rang drei vordrang.

33 Starts und kein Erfolg in Neuss – diese lange Durstrecke endete nunmehr für Matthias Schwinn in einem 1.900 Meter-Handicap. Denn die hier bestens bekannte Funky Music setzte sich nach einem sehenswerten Finish von Eva Maria Herresthal trotz anderthalb Kilo Mehrgewichts hier mit gehörigem Speed in Szene und kam schon zum vierten Saisonsieg! Gerechnet hatten offenbar nur wenige mit diesem Coup, denn auf Sieg bezahlte die sechsjährige Stute 206:10. Auch der Zweitplatzierte Giant Grizzly gehörte zu den wenig beachteten Pferden, während es der Mitfavorit und frische Gewinner Marientaler noch auf Rang drei schaffte. Mit 48.480:10 Euro kletterte die Dreierwette in eine stolze Höhe.

Bei acht Versuchen auf der Sandbahn hatte Moonlight Rose (96:10) zuvor noch keinen Cent verdient, aber in einem Lauf zur Wintermeisterschaft der Amateure (Ausgleich IV, 1.500 m) überrollte die von Marion Rotering in Iffezheim für den Stall Kurzer Kopf vorbereitete Stute mit mächtigem Speedwirbel von einem der letzten Plätze regelrecht die Gegner. Amateur-Championesse Lena Maria Mattes hatte mit ihrer Wartetaktik tatsächlich noch Erfolg, als sich alles schon auf ein Duell zwischen Phaleandoro und Ohne Tadel konzentriert hatte.

Da hatte Rennkommentator Pan Krischbin vorher den richtigen Riecher: Er hatte bei seiner Vorstellung darauf hingewiesen, dass Stall Moorbocks Dark Fighter in einem 1.500 Meter-Ausgleich IV vielleicht beim ersten Start seit längerem in Damenhand wieder eine bessere Vorstellung geben könnte. Und tatsächlich, als 99:10-Außenseiter wehrte der von Pavel Vovcenko in Bremen-Mahndorf trainierte Wallach nach frühem Vorstoß auf der Geraden sämtliche Angriffsversuche von Zazoulino und Highly Favoured sicher ab. Nach fünf Siegen in 2015 war es nun der dritte Erfolg in der noch laufenden Saison für den Electric Beat-Sohn.

Voll auszahlen sollte sich der Wechsel auf die 2.300 Meter-Strecke für Olga Laznovskas Welkando (50:10), einem alten Bekannten am Neusser Hessentor. Auch wenn der siebenjährige Wallach mit 64,5 Kilo jede Menge Gewicht zu schultern hatte, war seinem Vorstoß vom letzten auf den ersten Platz in der Südseite kein Konkurrent gewachsen. Alexander Pietsch verschaffte dem Kornado-Sohn im Einlauf schnell einen Vorteil, der auch durch die Schlussoffensive von Nabakuk nicht in Bedrängnis geriet. Palmira eroberte weit zurück noch den dritten Platz.

In der abschließenden 1.500 Meter-Prüfung gab es noch einen standesgemäßen Erfolg für den Seriensieger Daring Lion. Als 14:10-Favorit verabschiedete sich der von Axel Kleinkorres nun zum Dreifach-Gewinner geformte Areion-Sohn mit Andreas Helfenbein souverän von Irish Valley und Pagina de mi vida, wohingegen Neruda als Vorletzte völlig ausspannte.





 

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