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„Preis der Perlenkette“ – seit 1961 bestehende Traditionskette im deutschen Turf

Via Neuss nach St. Moritz

Neuss 12. Januar 2017

Das mondäne St. Moritz in der Schweiz ist im Winter nicht nur Anziehungspunkt für die Schönen und die Reichen oder für besonders gut betuchte Wintersportfreunde. Vielmehr reisen seit Jahrzehnten auch immer wieder schnelle Vollblüter aus Frankreich oder Großbritannien und nicht zuletzt aus der Bundesrepublik stets aufs Neue in Richtung Engadin. Und zwar vor allem hin zum Großen Preis von St. Moritz, jenem weltweit bekannten Galoppspektakel auf dem Moritz-See. Gerade die aus Deutschland waren in jüngerer Vergangenheit dabei sehr erfolgreich. Wobei sich nicht wenige hiervon ihren letzten Schliff dafür während der Winterrennen in Dortmund oder Neuss geholt hatten. Am Samstag – erster Start um 16.30 Uhr - wird die Neusser Sandbahn ein weiteres Mal zur Probebühne für den „White Turf“ in der Schweiz, diesmal genutzt von Eugen-Andreas Wahlers Wallach Interior Minister.

Nachdem am vergangenen Samstag in Neuss der vorjährige Leger-Zweite Tellina einen Teil seiner Hausaufgaben im Rahmen der Vorbereitung für den Schnee-Grand-Prix erfolgreich absolviert hat, probt nun der Schützling von Trainer Freiherr von der Recke über 1.900 Meter im „Auf ein Neuss am 11. Februar 2017 – Rennen“, der letzten von acht PMU-Prüfungen um 20.00 Uhr. 

Für den Siebenjährigen, der im letzten Februar in St. Moritz immerhin den vierten Platz besetzte, während sein Trainingsgefährte Jungleboogie als Sieger aus dem „Schneetreiben“ zurückgekommen war, besitzt dieser Neusser Auftritt fast die Dimension eines kleinen Comebacks. Schließlich datiert sein letzter Start zurück bis in den Mai des vergangenen Jahres. Und Konkurrenten wie Kitaneso (Tommaso Scardino) oder auch Dutch Master (Bayarsaikhan Ganbat) sind in dieser Partie zumindest zwei Gegner, die Interior Minister wohl kaum im Spaziergang wird bezwingen können.

Das beste Handicap auf der Karte steht übrigens als als Preis der Stadt Neuss - 5. Rennen, 18.30 Uhr – über 2.300 Meter an. Einen besonderen Reiz bezieht dieser Ausgleich III nicht zuletzt aus der Konstellation, dass sich gleich drei frische Sieger hier ein Stelldichein geben. Dies sind Darius Racings Stute Kashmar (Robin Weber) aus dem Münchener Quartier von Trainer Werner Glanz, Rennstall Darbovens Russian Flameco (Alexander Pietsch), der ein Trainingsgefährte des zuvor genannten Interior Minister ist, und Eckhard Saurens Salonmedicus (Tommaso Scardino), den Mario Hofer trainiert.

Letzterer hatte sich beim Finale der Neusser Saison 2016 am 22. Dezember noch ein heißes Gefecht mit Oriental Ghost (Tim Bürgin) und dem Bahnspezialisten Guardian Angel (Nicola Sechi) geliefert. Nach den neuen Gewichtsverhältnissen scheinen bei ihrer Neubegegnung am 14. Januar allerdings Formumkehrungen seitens der beiden Unterlegenen durchaus in der Luft liegen.

Der heimliche Höhepunkt der zweiten diesjährigen Neusser Veranstaltung am 14. Januar ist aber wohl wieder einmal der Auftakt zum so traditionsreichen „Preis der Perlenkette“, dem Wettbewerb für reitende Damen im deutschen Galopprennsport schlechthin. Seit 1961 findet er ohne Unterbrechung in Neuss statt, und der Bogen der prominenten Reiterinnen spannt sich von Ulla Kersten, der Gewinnerin im Gründungsjahr, bis hin zu Eva-Maria Geisler, der Vorjahressiegerin, die damals allerdings noch unter ihren Mädchennamen Zwingelstein aktiv war.

Die diesjährige Edition firmiert als „1. Lauf zur Albers & Sieberts Buchmacher GmbH – Perlenkette 2017“ und findet als – 4. Rennen, 18.00 Uhr – statt. Der erste Wertungslauf erfuhr alles andere als unerwartet mit 14 Startern eine überwältigende Resonanz, was dem 1.500-Meter-Handicap noch ein zusätzliches spekulatives Element verleiht, wenngleich auch einige echte Formpferde gesattelt werden. Vier davon sind der frische Sieger Zaunkönig (Cindy Klinkenberg) und die bei ihren jüngsten Starts platzierten Nightdance Prince (Melina Ehm), Edelstein (Olga Laznovska) oder auch Jordan’s Tiger (Anna van den Troost).


 

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