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Die Mitgliederversammlung sieht Handlungsbedarf

Neue strategische Ausrichtung für den deutschen Galopprennsport

Köln 25. Januar 2017

Mit Spannung wurde die heutige Mitgliederversammlung erwartet. Seit im Dezember des vergangenen Jahres die Nachricht über den Verkauf der RaceBets Ltd. bekannt gemacht wurde, rissen die Stimmen über die beste Nutzung der „neuen Millionen“ nicht ab. Nun wurden durch die zuständigen Gremien erste Vorgehensweisen erarbeitet, wie die Gelder aus dem Deal vertragskonform und steuerlich sowie wirtschaftlich optimal verteilt werden sollen.

Jährlich versammeln sich Delegierte der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V., der Rennvereine, der Trainer, Besitzertrainer, Jockeys und Amateur-Rennreiter, um gemeinschaftlich das Vorjahr abzuschließen und den Blick auf die neue Saison zu richten. Ebenso geschah es diese Woche in Köln: Nach einem Gedenken an die Verstorbenen Walter Scheel, Ehrenpräsident des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen, sowie den ehrenwerten Pferdemann Prof. Dr. Bernhard von Schubert stieg man in die Sitzung ein. Die Mitglieder entlasteten den Vorstand sowie das geschäftsführende Vorstandsmitglied für das Jahr 2015 und richteten ihren Blick auf die Saison 2017. Eindeutiger Schwerpunkt hierbei: der Einsatz der finanziellen Mittel aus dem Verkauf der RaceBets Ltd.

Der Galopprennsport steht derzeit vor einer Situation, die auch für gestandene Galoppsportgremien alles andere als alltäglich ist. Immerhin steht durch den RaceBets-Deal ein zweistelliger Millionenbetrag zur Verfügung. “Unser Dank gilt der Geschäftsführung sowie den Mitgesellschaftern, die durch den wirtschaftlichen Erfolg ein finanzielles Polster generiert haben, das uns erlaubt die ein oder andere wichtige strategische Option für die positive Gestaltung des Rennsports zu nutzen“, so Jan Antony Vogel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DVR. 

Erster Schritt soll sein, eine strukturelle Veränderung der Gesellschaften vorzunehmen. Die DVR Wirtschaftsdienste GmbH wird demnach künftig unter dem Arbeitstitel German Racing GmbH vollständig die unternehmerischen Bereiche abdecken. Die verfügbaren wirtschaftlichen Mittel für den deutschen Galopp sollen somit in der German Racing GmbH gebündelt werden. Damit erfolgt eine klare Trennung des Verbands und der „wirtschaftlichen Tätigkeiten“. Eine gesellschaftliche Neuaufstellung, die mit einem personellen Zuwachs der German Racing GmbH einhergehen wird. Konkrete Vorschläge für neue Fachkräfte gibt es jedoch noch nicht. Zunächst gab die Mitgliederversammlung grünes Licht dafür, dass ein Team zusammengestellt wird, das einen Businessplan mit genauer Strategie erarbeitet. Erst dann solle die Gesellschaft gegründet und Personal eingestellt werden. 

Um einen reibungslosen Übergang in die neuen Strukturen zu begleiten, stellte sich das Präsidium für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung. Wobei Präsident Albrecht Woeste deutlich erklärte, nur noch für ein Jahr – also bis Ende 2017 – und nicht die volle Amtszeit von drei Jahren den Posten zu bekleiden. Nach der Wahl durch die Mitglieder setzt sich das neue und gleichzeitig alte Präsidium aus folgender Personengruppe zusammen: Präsident Albrecht Woeste, die beiden Vize-Präsidenten Dr. Andreas Jacobs und Manfred Ostermann sowie Peter M. Endres und Denis Hartenstein. 

Bei allen Gesprächen über die weitere, taktische Ausrichtung, neue Strukturen und Strategien, herrschte stets Einigkeit darüber, dass die Entscheidungen sehr sorgfältig vorbereitet werden müssen und man mit künftig verfügbaren Geldern verantwortungsbewusst umgehen muss. Hier sind die Rennsportöffentlichkeit und insbesondere auch die Kommanditisten zu berücksichtigen. Erst durch die Kommanditisten wurde die Beteiligung an RaceBets ermöglicht. Wunsch ist es daher auch gemeinsam mit diesen andere Zukunftsinvestitionen für den Galopprennsport zu ermöglichen.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt war, dass die Sicherstellung und Fortführung der Förderungsmaßnahmen unverändert in 2017 erfolgt. 

„Uns erwartet ein spannendes Jahr, in dem wir neue Strukturen begrüßen werden – gleichzeitig aber die Traditionen des Galopprennsports und der Vollblutzucht und unseren staatlichen Auftrag nicht außer Acht lassen“, sagt Jan Antony Vogel. 

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