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Neue Spitzenreiterin im Neusser Amazonen-Wettbewerb

Pawlak greift nach der Perlenkette

Neuss 11. Februar 2017

Im Galopprennsport ist sie noch ein weitgehend unbekanntes Gesicht. Doch das könnte sich schlagartig ändern: Die 22-jährige Claudia Pawlak steht kurz vor dem Gewinn des bedeutendsten Amazonen-Wettbewerbs in Deutschland. Die Bottroperin hatte bereits beim Auftaktlauf zur Albers & Sieberts Buchmacher GmbH – Perlenkette 2017 in Neuss einen zweiten Platz erreicht und damit sechs Punkte gesammelt.

Doch am Samstag kam es auf der Sandbahn am Hessentor noch besser: Im zweiten Durchgang, einem über 2.300 Meter führenden Ausgleich IV führte sie den von Axel Kleinkorres hier trainierten Mood Indigo zu einem überlegenen Erfolg. Als der 28:10-Favorit in der Außenspur zu den vorderen Pferden aufschloss und in bester Haltung marschierte, war die Entscheidung sofort gefallen.

Mühelos setzte sich der noch nie zuvor in Neuss gelaufene Wallach von Mariele (Anna van den Troost) und Eliza (Michelle Blumenauer) ab, während die im ersten Lauf siegreiche Eva Maria Herresthal mit Early Guest vorne bald passen musste und als Achte ohne Punkte blieb. Zwölf Längen betrug am Ende der Vorteil von Mood Indigo und Claudia Pawlak, die damit 10 Zähler auf ihr Perlenketten-Konto brachte und mit insgesamt 16 Punkten die Führung hat. Das Finale wird in einer Woche hier ausgetragen. Aber auch Herresthal (weiterhin 12 Zähler) dürfte noch gute Chancen auf das begehrte Schmuckstück haben.

Für Eva Maria Herresthal gab es ein wenig Entschädigung durch den leichten Treffer mit Vera Henkenjohanns Amorello (37:10) gegen Amparo und Princess Sara in einem 1.500 Meter-Handicap.

Mit dem Erfolg der Lokalmatadorin Aqua in einem 1.900 Meter-Ausgleich III hatte der PMU-Renntag begonnen. Denn nach einer Flut von Platzierungen setzte sich die ebenfalls von Axel Kleinkorres vor Ort vorbereitete Stute Aqua in den Farben des Stalles Phantom der Kölnerin Birgit Rossteuscher ausgesprochen locker gegen Slevika und die Riesenaußenseiterin Kylina durch.

Jozef Bojko hatte auf der 41:10-Mitfavoritin frühzeitig die Weichen auf den ersten Treffer dieser Winter-Kampagne gestellt. Schon an der letzten Ecke hatte dagegen der Favorit Cassilero ausgespannt.

Einen sehr guten Kauf tätigte der Düsseldorfer Trainer Sascha Smrczek bei der Herbstauktion der BBAG in Baden-Baden, als er für Thiago Dos Santos Pinto die It’s Gino-Tochter Barocca erwarb. Schon kurz darauf gab es in Iffezheim den ersten Sieg, und nun punktete die Stute auch in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.900 m). Nach langer Führung von Kepheus ergriff Barocca unter Francesco Ladu als 29:10-Favoritin schon in vorentscheidender Phase die Führung und machte sich bequem von Fell Runner, Icarium und Lucky Valentine frei. Die Viererwette bezahlte 4.761:10 Euro.

Mit einer Sensation endete eine 2.300 Meter-Prüfung, denn Past Rail (M. Pecheur) aus dem Kölner Quartier von Karl Demme (erster Saisonsieg für den Coach) hatte kaum jemand auf der Rechnung. Zur Top-Quote von 368:10 entfachte der Rail Link-Sohn des Stalles Heymann gegen Belle Et Riche immer wieder neue Reserven. Schirkan machte als Dreier den völlig überraschenden Einlauf perfekt. Der Favorit Naqdy musste schon früh die Gegner ziehen lassen.

Zwei der führenden Nachwuchsreiter lieferten sich in einem 1.500 Meter-Handicap einen packenden Kampf. Als fast alles für einen neuerlichen Sieg von Highly Favoured (R. Weber) sprach, schnappte Tommaso Scardino mit dem von Pavel Vovcenko in Bremen-Mahndorf trainierten Dark Forrest (38:10) noch genau auf der Ziellinie zu, dahinter war schon viel Luft zu dem lange führenden Takeda Shingen.

Höhere Ambitionen hegt Trainerin Regine Weißmeier mit dem Dreijährigen Golden Boy. In einer 1.500 Meter-Konkurrenz deutete er gegen allerdings nur drei Kontrahenten an, was in ihm steckt. Unter Fabian Xaver Weißmeier canterte der 16.10-Favorit dem Wöhler-Schützling Sarai sowie Limelight Lady regelrecht davon. Kurios hoch waren die Platzquoten mit 39 und 27:10.

Wie der Abend begonnen hatte, so hörte er auch auf – mit einem Erfolg der Neusser Trainingszentrale: Porcupine Creek (75:10, R. Weber) wehrte für Trainerin Marion Weber alle Angriffe von Hippocrene und Better Value sicher ab.

De Vries mit nächstem Dubai-Treffer

Die Dubai-Form des in Deutschland tätigen Jockeys Adrie de Vries hielt auch am Samstag an: Nach den spektakulären drei Erfolgen am Donnerstag gewann der Holländer das abschließende 160.000 Dollar-Handicap über 2.435 Meter der Grasbahn auf dem Mitfavoriten Prize Money für den Stall Godolphin von Sheikh Mohammed mit starkem Sped.


 

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