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Mit Flemish Duchesse der erste Trainer-Erfolg

Suborics-Premiere in der Hauptstadt

Berlin-Hoppegarten 2. April 2017

1.659 Rennen hatte er als Jockey gewonnen und war damit einer der besten Sattelkünstler in Deutschland. Erst zum Jahreswechsel wechselte Andreas Suborics den Job und übernahm von Altmeister Andreas Löwe dessen großen Rennstall in Köln als Trainer. Und am Sonntag durfte der gebürtige Österreicher nun seinen ersten Triumph als Betreuer von Galopprennpferden feiern. Und dies ausgerechnet im Hauptereignis beim Saisonauftakt auf der Hauptstadt-Rennbahn in Berlin-Hoppegarten.

Im Preis des Gestüts Röttgen (Listenrennen, 27.000 Euro, 1.600 m) sorgte die im Besitz des belgischen Stalles Molenhof stehende vierjährige Stute Flemish Duchesse zur den Premieren-Punkt- Nach einer wirklich bemerkenswerten Einteilung von Filip Minarik verteidigte die Duke of Marmalade-Tochter vom Start bis ins Ziel einen knappen Hals-Vorsprung und zeichnete sich zum ersten Mal auf diesem Parkett aus.

Bis zum Schluss musste Minarik mit der106:10-Außenseiterin Flemish Duchesse die tapfere Tschechin Partyday niederringen, was in sicherem Stil gelang. Den Top-Erfolg für Andreas Suborics machte die Karlshoferin A Raving Beauty als Dritte perfekt, die nach unglücklichem Rennverlauf immer stärker wurde und die Favoritin Olala passierte. Die höher gehandelten Princess Asta (Fünfte) und Shy Witch (Vorletzte) blieben wirkungslos.

Andreas Suborics in einem ersten Statement: „Das Reiten reizt mich nicht mehr. Ich mache meinen neuen Job mit viel Liebe. Alle meine Jockeys haben bisher eine Super-Arbeit hingelegt. Wir hatten bei Flemish Duchesse etwas Angst wegen des Bodens, da sie elastisches Geläuf eher mag. Da kein anderer vorne gehen wollte, hat Filip mit ihr das Rennen selbst gemacht. A Raving Beauty hatte schon sehr gut gearbeitet, ist aber mit dem Fellwechsel noch nicht ganz durch. Ich hatte schon gehofft, dass beide Stuten unter den ersten Dreien sein würden, aber das war eine Mega-Leistung. Ich bin super-stolz auf meine Pferde und für mein Team.“

Bei optimalem Rennwetter startete Hoppegarten in die neue Rennsaison 2017, in der es einmal mehr viele Highlights geben wird. „Wir bieten vier Grupperennen an, und unser Steher-Event, das Oleander-Rennen wurde sogar auf Gruppe II-Status hochgestuft“, erklärte Eigentümer Gerhard Schöningh.

Das erste Rennen der Hoppegartener Rennsaison am Tag der Gesundheitswirtschaft ging an die von Yasmin Almenräder in Mülheim trainierte Albegna (98:10). Trotz ihrer schon sieben Jahre zeigte sich die lange nicht mehr in Deutschland gelaufene Stute des Stalles Baauty World um Sven Ociepka aus Braunschweig blendend aufgelegt und entwickelte in einer 2.200 Meter-Prüfung unter Bayarsaikhan Ganbat enormen Speed vor Laurette und der Favoritin Bebe Cherie. Ganbat hatte beim Flaggenstart gut aufgepasst und am Ende alles im Griff. „Man muss wachsam sein und gut abkommen“, so sein Kommentar. Interessantes Novum: Der Siegreiter wurde wie in allen anderen Prüfungen vor Publikum zurückgewogen.

Ein besonderes Kompliment hat sich der Dresdener Trainer Stefan Richter verdient. Denn mit der Sand-Seriensiegerin Addexa gelang ihm das Kunststück, den vierten Erfolg in Folge zu landen. Mit Francesco Ladu im Sattel wehrte die heiße 18:10-Favoritin in einem 2.000 Meter-Handicap die Riesenaußenseiterin Danse Rouge mit viel Einsatz sicher ab. Lady Quatz und Southampton machten die Viererwette komplett, die 33.334:10 Euro bezahlte.

Den Namen einer dreijährigen Stute sollte man sich für die Zukunft merken: Denn wie die im Besitz des in Dubai beheimateten Jaber Abdullah befindliche Shy Angel bei ihrem Rennbahndebüt in einer 1.800 Meter-Prüfung mit ihren Gegnerinnen umsprang, war beeindruckend. Unter Jozef Bojko dominierte die 25:10-Favoritin aus dem Großquartier von Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh frühzeitig vor der länger führenden Adutchgirl und der noch besser aufkommenden Gen Chi. Gut möglich, dass man Shy Angel in zwei Monaten hier im Diana-Trial sehen wird, ehe der klassische Henkel-Preis der Diana auf ihrer Agenda stehen könnte. „Wir wollen schauen, dass wir eine leichte Aufgabe für sie finden, um die Zeit zu überbrücken bis zum Diana-Trial“, kommentierte Andreas Wöhler.

Im fernen Hollywood verfolgte Sebastian Weiss die Prüfung des erst seit dem Jahreswechsel in seinem Mitbesitz stehenden Wisperwind (Miteigner ist Moritz Honig). Dort dürfte er so richtig gejubelt haben, denn der von dem Kölner Trainer Henk Grewe vorbereitete Wallach brachte das Kunststück fertig, im 2.200 Meter-Ausgleich III das siebte seiner letzten acht Rennen zu gewinnen. Mit unbändigem Willen kämpfte der 20:10-Favorit Start-Ziel nach einem starken Finish von Filip Minarik den nie nachgebenden Strato nieder und trumpfte damit auch beim zweiten Start für seine neuen Eigner auf. Power Euro folgte als Dritter schon deutlicher zurück. „Er hat nur das Notwendigste getan, er hätte sonst noch leichter gewonnen. Das tolle Publikum hat ihn mitgerissen“, sagte Minarik.

Pferde haben bisweilen einen ganz speziellen Biorhythmus. Diese These bewahrheitete sich in einem Meilen-Ausgleich IV. Denn wie schon 2016 kam die Leipziger Stute Sternzeichen (Jozef Bojkos zweiter Punktgewinn) gleich beim ersten Saisonstart zu einem Sieg. Aus bester Haltung ließ die Lady aus dem Quartier von Marco Angermann zum Toto von 65:10 die Außenseiterin Free Beauty und Winola sowie Dashing Diva abblitzen – die Viererwett-Quote erneut 33.334:10 Euro.

Die starke Form von Trainer Andreas Wöhler bei den Dreijährigen hielt auch in einer 1.600 Meter-Prüfung, in der Jockey Jozef Bojko seinen dritten Berlin-Coup an diesem Nachmittag perfekt machte – mit Kauttio, der schon im vergangenen Jahr nur ganz knapp an einem späteren Großverdiener gescheitert war. Gut möglich, dass der Excelebration-Sohn selbst schon in die Top-Kategorie vorstoßen wird. Denn der Sieg des 20:10-Favoriten gegen den Trainingsgefährten Rostam und Magellan machte Appetit auf mehr. Und auch die Nennungen für das Dr. Busch-Memorial und das Mehl-Mülhens-Rennen zeugen von einer hohen Meinung seines Teams.

Im abschließenden 1.800 Meter-Ausgleich III sorgte die von Roland Dzubasz aufgebotene Bahnspezialistin Saluta (75:10, B. Murzabayev) noch für einen klaren Heimerfolg eines Hoppegartener Pferdes vor Cash the Cheque und Philippa.

 

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