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Lucky Owner-Hengst siegt überraschend in Bremen

Walsingham macht seinen Besitzer glücklich

Bremen 14. April 2017

Wenn das keine Abstimmung „mit den Füßen“ war: Die Galopprennbahn in Bremen platzte am Karfreitag aus allen Nähten. Solidarisch zeigten sich die vielen Turffreunde beim Saisonauftakt 2017, in der Hoffnung, dass auch in Zukunft hier die Vollblüter sich messen werden. Und auch die sportliche Kompomente stimmte.

Denn im Gestüt Fährhof – Acatenango Derby Trial über 2.200 Meter gaben sich Dreijährige die Ehre, die für das wichtigste Rennen des Jahres sowie andere Großereignisse in Frage kommen. Auch wenn der Schlenderhaner Sargas abgemeldet wurde und nur fünf Kandidaten in die Boxen einrückten, entwickelte sich eine sehr spannende, teilweise auch etwas hemdsärmelige Angelegenheit, was den Endkampf anbetrifft.

Zu Beginn der Zielgeraden tendierte das Quintett in Richtung der Außenseite. Der bis dato führende Drakensberg ließ als Erster nach und fand sich als Letzter sogar noch hinter Dictator wieder. Zunächst geriet Adler ein wenig nach außen in die Spur von Promise of Peace. Und in der alles entscheidenden Phase war es genau umgekehrt, da lief der Favorit Promise of Peace in die Spur von Adler.

Unbehelligt davon trumpfte am inneren Flügel der 83:10-Außenseiter Walsingham unter dem Franzosen Marc Lerner auf. Sein Besitzer Klaus Hofmann aus Wiesbaden war am Ende wahrlich ein glücklicher Besitzer, so wie es der Stallname Lucky Owner ausdrückt, denn sein Campanologist-Sohn hatte sich mehr als sicher freigemacht von Promise of Peace, der im Rennen viele Positionen hatte, und Adler, der lange gefährlich wirkte, ehe er Pech entwickelte.

Für das Derby besitzt Walsingham, der bei der BBAG-Jährlingsauktion nur 12.000 Euro gekostet hatte und von Waldemar Hickst in Köln vorbereitet wird, keine Nennung. Verschiedene Auktionsrennen hat er allerdings noch auf seinem Plan. Und er besitzt eine automatische Startberechtigung im Bremer Derby Trial im Juni.

Nicht nur als Dritter der Goldenen Peitsche, Deutschlands bestem Sprintrennen, gehört Forgino zu den besten Kurzstrecklern des Landes. In einem 1.200 Meter-Rennen mit nur drei Konkurrenten fand der von Toni Potters in Großenkneten trainierte Wallach eine maßgeschneiderte Aufgabe vor. Mit Adrie de Vries im Sattel hatte der 12:10-Favorit lockeres Spiel gegen Kolonel und Sir Theodore und dürfte nun bald wieder Kurs auf bessere Aufgaben nehmen.

Zu seinem ersten Saisontreffer kam der Hannoversche Trainer Dominik Moser in einer 1.800 Meter-Konkurrenz. Es war bemerkenswert, welche Reserven der Brümmerhofer Shamardal-Sohn Nevio (32:10) unter dem in Skandinavien tätigen Oliver Wilson entwickelte, um Start-Ziel den Favoriten Dancing Hawk, der in der Schlussphase ein wenig zur Seite weglief, und die deutlicher zurück folgende Gonora in Schach zu halten. Bei seiner Abstammung dürfte Nevio sicherlich nicht bei diesem Treffer stehenbleiben.

Nur eine Formsache war der erste Karriere-Erfolg für den im Besitz des New Yorkers John O‘ Connor stehenden L‘ Ange Bleu (14:10-Favorit) in einer 1.800 Meter-Prüfung. Es war eine Augenweide, wie der lange in Woodbine/Kanada stationierte, nun aber bei Andreas Wöhler beheimatete Tiger Hill-Sohn unter Eduardo Pedroza aus dem Vordertreffen Amiga und die Außenseiterin Voladora stehenließ.

Man muss schon fast drei Jahre zurückgehen, um den letzten Erfolg von Henry Morgan zu finden. Doch auch im Alter von zehn Jahren scheint der Wallach aus dem Warendorfer Stall von Katja Engels noch zu guten Leistungen fähig, wie er beim klaren Erfolg in einem 2.200 Meter-Handicap demonstrierte. Mit der 17-jährigen Lilli-Marie Engels im Sattel sorgte Henry Morgan, der 2016 nur einmal überhaupt am Start war, zur Quote von 241:10 vor Van Venture und Lord of Lightning für eine gewaltige Überraschung. 108.808:10 betrug die stattliche Quote der Dreierwette!

Bemerkenswerte Arbeit leistet der Dresdener Trainer Stefan Richter. Noch nicht lange weilt auch Be My Star in seinem Stall und gab nun in einem 1.600 Meter-Ausgleich III sein Debüt für den Coach sowie den Besitzer Stall Beauty World um Sven Ociepka. Das hinderte den 181:10-Außenseiter aber nicht an einem Start-Ziel-Sieg über Voodoo, Nagdy und die Favoritin For England. Auch hier kletterte die Dreierwette in enorme Höhen – Quote: 113.784:10 Euro!

Bargfeld-Stegen in Norddeutschland ist die Heimat von Tierarzt Dr. Rüdiger Stein-Schomburg, für den ein 1.200 Meter-Handicap fast mit einem Traumergebnis endete, denn nicht nur die leichte Siegerin La Commune (67:10, D. Porcu) sondern auch der hinter Gläddis drittplatzierte Veteran Ocario stehen in seinem Besitz.

Enorm günstig in der Partie stand der von Dr. Andreas Bolte in Lengerich vorbereitete Entourage (72:10), der im abschließenden 2.200 Meter-Ausgleich III die Hochform von Jockey Daniele Porcu unterstrich und ihm vor Past Trail und Wameera einen Doppelerfolg in den letzten beiden Rennen bescherte.




 

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