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Wöhler-Hengst mit hauchdünnem Triumph im Münchener Derby-Test

Der Riesen-Kampf des Warring States

München 1. Mai 2017

Hochspannende Entscheidung in einem der wichtigsten Vorbereitungsrennen für das Deutsche Derby am Montag auf der bestens besuchten Galopprennbahn in München-Riem: Der im Besitz von Qatar Racing Limited der Katar-Herrscherfamilie A Thani stehende Warring States aus dem Spexarder Top-Stall von Andreas Wöhler gewann als 32:10-Mitfavorit unter dem Engländer Harry Bentley hauchdünn mit einem Nase-Vorsprung das www.pferdewetten.de – Bavarian Classic (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m) gegen den schon fast in Sicherheit geglaubten Ittlinger Enjoy Vijay (Andrasch Starke).

Beim dritten Start in seiner Karriere trumpfte der Sohn des japanischen Dubai World Cup-Gewinners Victoire Pisa Warring States, der 2016 ein Rennen in Hoppegarten gewonnen und anschließend in einem Top-Event in Frankreich noch keine Chance hatte, mit dem Senkrechtstarter der englischen Reiter an der Innenseite ganz groß auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte Enjoy Vijay schon einen Vorteil auf den bis dato führenden Kastano (Martin Seidl) herausgearbeitet.

Aber mit unbändigem Kampfgeist und nach einem grandiosen Finish seines Jockeys Harry Bentley sicherte sich Warring States die 32.000 Euro-Siegprämie und könnte nun auf den Fußstapfen von Isfahan wandeln, der im vergangenen Jahr das Doppel Bavarian Classic-Derby geschafft hatte.

Perfekt war damit der Hattrick nach dem dritten München-Coup in Folge für Warring States Betreuer Andreas Wöhler. Sein erstes Statement: „Warring States hatte nicht einmal den erhofften Rennverlauf, denn es war geplant, etwas weiter vorne zu gehen. Aber es hat sich alles so ergeben. Kam konnte sehen, dass er noch relativ unreif ist. Denn einen Moment hat er aufgeschreckt, dann aber schön angepackt. Seinen nächsten Start werde ich mit dem Besitzer absprechen. Natürlich ist er ein Pferd für die Derby-Route.“

Jockey Harry Bentley ergänzte: „Warring States ist noch ein großes Baby mit viel Potenzial. Er braucht noch den einen oder anderen Start, um alles abrufen zu können.“

Enjoy Vijay unterlag nur minimal und in allen Ehren. Er ist sicher ebenso ein erstklassiger Kandidat für das bedeutendste Rennen des Jahres im Juli in Hamburg. Trainer Peter Schiergen: „Ich bin sehr zufrieden, das war eine weitere Steigerung. Baden-Baden ist nun seine nächste Station.“

Kastano tat sehr viel für das Rennen und hielt an der Spitze als Dritter bestens stand. Erst ganz am Ende konnte er sich nicht mehr steigern. „Das war ein gutes Laufen. Eigentlich wollten wir nicht an der Spitze gehen, aber als Rostam zurückgenommen wurde, habe ich ihn marschieren lassen. Er hat mir gefallen und hat seine Derby-Ambitionen unterstrichen.“

Der wie Kastano von Champion Markus Klug aufgebotene Northsea Star hatte aus dem Vordertreffen jede Chance, doch fehlten ihm die entscheidenden Reserven. Mehr als Rang vier war nicht mehr möglich. Rostam und Nerud kamen nie von hinten weg und nur noch an dem Außenseiter Manipur vorbei. Noch einmal Andreas Wöhler: „Nerud hat nicht die Leistung gezeigt, die wir uns erhofft hatten. Es kann auch nicht nur am langsamen Tempo gelegen haben. Rostam hat sich ordentlich verkauft, aber ich glaube, ihm wurde ihm würde die Derby-Distanz zu weit.“

Schon jetzt freuen sich die Galopper-Fans auf den Start der German Racing Champions League 2017 am kommenden Sonntag (7. Mai) mit dem 82. Gerling-Preis (Gruppe II, 70.000 Euro) in Köln. Im ersten Lauf der elf Top-Prüfungen umfassenden Rennserie starten etliche Star-Pferde, darunter auch Kastanos Schwester Kasalla.

Wie ein Pferd mit Zukunft setzte sich der Ittlinger Starlite Express (M. Lerner) als 19:10-Favorit im einleitenden 2.200 Meter-Rennen gegen Quinceanera und Amangiri in Szene. Die von Trainer Waldemar Hickst erstmals angelegten Scheuklappen brachten den gewünschten Erfolg, nämlich den ersten Erfolg.

Da scheint der Münchener Trainer John David Hillis ein Ass in seinem Stall zu haben. Denn wie die dreijährige Stute Lissabon in einer 1.600 Meter-Prüfung mit der Gegnerschaft umsprang, das machte Appetit auf mehr. Mit Adrie de Vries löste sich die Tochter des Top-Hengstes Soldier Hollow zur Quote von 70:10 spielerisch von der ebenfalls stark debütierenden Kinetic Cross und der Favoritin Show Me The Music.

Noch einiges hören sollte man ferner von Attilio. Der Sohn der deutschen Deckhengst-Legende Monsun trumpfte in einem 2.200 Meter-Ausgleich III unter Andrasch Starke zum Toto von 43:10 gegen den Piloten Margie’s Rock und den Favoriten Tryst groß auf und bescherte John David Hillis den zweiten Tagessieg.

Mit explosiver Endgeschwindigkeit eroberte der von Yasmin Almenräder in Mülheim trainierte Part of Ireland (34:10) in einer 1.600 Meter-Konkurrenz noch einen klaren Vorteil gegenüber dem lange führenden Cometic Star und der Novizin Key to Magic. Damit gelang Adrie de Vries gleich ein weiterer Treffer.

Navajo ein Derby-Pferd?

Eine Augenweide war der erste Lebenssieg des von Axel Kleinkorres aus Neuss nach Riem beorderten Navajo (68:10), der dritte Coup für Adrie de Vries. Mit starken Endspurt lief der Bruder der Oaks d‘ Italia-Siegerin Nepal an Dante Veloz und Nani vorbei. Der Sohn des italienischen Derbysiegers Kallisto besitzt noch ein Engagement für das Rennen des Jahres. „Navajo hatte gesundheitliche Probleme, die wir nun gut in den Griff bekommen haben. Er könnte das Derby-Trial in Hannover und Baden-Baden ansteuern. Wenn alles gut klappt, könnte er dann ins Derby gehen“, meinte Trainer Axel Kleinkorres.

Im über 2.000 Meter führenden Ausgleich II wurde Stall Antanandos Laurette (22:10, A. Starke) aus dem Stall von Peter Schiergen den hohen Erwartungen vollauf gerecht, als sie den lange tonangebenden Nic Mountain und Action Please noch hinter sich ließ.

Im abschließenden 1.600 Meter-Handicap zeigte Ex-Jockey Kevin Woodburn, seit einigen Jahren mit einer Amateur-Lizenz aktiv, dass er noch nichts verlernt hat, als er die Österreicherin Arlington Girl (189:10) locker gegen Antonia Bella und Recent Blade nach Hause brachte.
 

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