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Der Tag der „Oldies“ in Baden-Baden

Sky Full of Stars macht die Musik

Baden-Baden 24. Mai 2017

Nach einem Lied der Popgruppe Coldplay ist die Karlshoferin Sky Full of Stars (62:10) benannt. Und in einem mit stattlichen 15.000 Euro dotierten Dreijährigenrennen über 2.000 Meter am Mittwoch, dem ersten Tag des Frühjahrs-Meetings in Baden-Baden machte die gleichnamige Schimmelstute vor 5.220 Besuchern die Musik. Die von Henk Grewe in Köln trainierte Lady profitierte auch von einem starken Ritt von Marc Lerner, der die Lady vorne richtig treten ließ.

Nie kam ein Konkurrent in ihre Nähe, auch nicht der noch Boden gutmachende Außenseiter Dawn Ruler und der Mitfavorit Wildfasan. Die Favoritin Elaine, zuletzt noch vor einer späteren Listensiegerin, ließ sogar schon vor der Zielgeraden nach. Gut möglich, dass man Sky Full of Stars bald schon in ganz anderen Aufgaben sehen wird, denn die Kendargent-Tochter besitzt Engagements im Großen Preis von Lotto Hamburg und im Henkel – Preis der Diana.

Nur auf dem letzten Platz kam Amazing Soldier ein, der Hengst, den Rennbahn-Moderator Alexander Franke nach seinem 64.000 Euro-Gewinn bei Günther Jauchs TV-Show „Wer wird Millionär“ für 16.000 Euro erworben hatte.

Die Veteranen gaben im Ausgleich II über 1.200 Meter den Takt vor, denn mit Cheviot (158:10; elf Jahre alt) mit Francesco Ladu aus dem Münchener Stall von John David Hillis vor Seal Rock (9 Jahre) und Leoderprofi (zehn Jahre) waren durchweg betagte Semester vorne. Trotz seines hohen Gewichts kam Cheviot überaus leicht zum Zuge.

„Oldie but Goldie“, das gilt für Kevin Woodburn, der am 17. Juli seinen 60. Geburtstag feiert. In einem 1.800 Meter-Ausgleich III zeigte der Ex-Top-Jockey als Amateur, zu welchen Leistungen er immer noch fähig ist und führte die von Karoly Kerekes Arlington Girl (100:10) zu einem erneuten Erfolg, der gegen Nereus, Gonora und Onyxa sehr überlegen ausfiel. Die Viererwette bezahlte 62.452:10 Euro. Auf die Frage, wann er sein letztes Rennen in Iffezheim gewonnen habe, scherzte Woodburn in seiner typischen Art: „1824 vor Christus!“

Nach der starken Leistung aus Köln galten dem Samum-Sohn Bandito im einleitenden 2.200 Meter-Rennen hohe Erwartungen. Und der 26:10-Favorit packte mit Stephen Hellyn auch immer besser an und bekam Russian Flamenco sowie Amiga klar in den Griff. „Heute tat er sich unterwegs lange schwer, aber dann klappte ja alles noch“, sagte die Mülheimer Siegtrainerin Yasmin Almenräder.

Das war perfekte Einteilung von Adrie de Vries in einem 2.200 Meter-Handicap: Auf dem von Toni Potters aufgebotenen Louisdor (55:10) rettete er Start-Ziel einen minimalen Vorsprung gegen die kurz brandgefährlich wirkende Louisdor und Lucky Valentine.

Anschließend stieg De Vries allerdings nicht mehr in den Sattel, da er an Kreislaufproblemen litt. Er verpasste dadurch in einem 1.200 Meter-Handicap den Sieg mit dem schon zwölfjährigen Belgier Orpen’s Art (103:10), auf dem Andrasch Starke kurzfristig für den Holländer eingesprungen war. Dieser machte seine Sache mit dem Schützling von Peter Lanslots ausgezeichnet und bewahrte den Vorsprung gerade noch gegen Prefect und Rateel.

Und auch eine halbe Stunde später musste De Vries schweren Herzens zuschauen, wie eines seiner Pferde gewann: In einem 2.800 meter-Ausgleich III sorgte Angreifer für die große und vor allem junge Besitzergemeinschaft von just4turf für eine große Überraschung, als er mit Ersatzjockey Andreas Helfenbein mühelos Forever Gold und der lange mit Vorsprung führende Zantaro stehenließ. Die attraktive Siegquote betrug 157:10 Euro. Trainer Markus Klug: „Er ist auf dieser Bahn eigentlich immer gut gelaufen. Heute passte der Boden und die Distanz. Adrie wird am Donnerstag voraussichtlich wieder reiten.“

Zum Abschluss gab es noch einen Hoppegartener Sieg durch Roland Dzubasz' Auenquellerin Good Girl (46:10, B. Murzabayev), die Giant Melody und Simineh auf die Plätze verwies, während der Favorit Amareion nie gefährlich wirkte.

Am Donnerstag wird das Frühjahrs-Meeting fortgesetzt. Absoluter Höhepunkt ist am Sonntag der zweite Lauf der German Racing Champions League, der Große Preis der Badischen Wirtschaft (70.000 Euro) mit Vorjahressieger Iquitos und den weiteren Star-Galoppern Dschingis Secret und Guignol.
 

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