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Packender Triumph gegen Titelverteidiger Iquitos

Der Riesen-Fight von Guignol in der Champions League

Baden-Baden 28. Mai 2017

Ein elektrisierendes Duell zweier absoluter Klassepferde aus Deutschland entwickelte sich im zweiten Lauf der German Racing Champions League, dem Großen Preis der Badischen Wirtschaft (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.200 m) am Sonntag beim krönenden Abschluss des Frühjahrs-Meetings auf der Rennbahn Baden-Baden-Iffezheim vor rund 9.000 Zuschauern: Stall Ullmanns Guignol, 2016 schon im finalen Champions League-Event, dem Pastorius – Großer Preis von Bayern, Sensationssieger, wehrte Start-Ziel nach einer meisterlichen Einteilung von Filip Minarik alle Attacken von Titelverteidiger Iquitos (Andrasch Starke) ab, der im Vorjahr der Gesamtsieger der elf Top-Rennen in sechs verschiedenen hiesigen Galopp-Metropolen umfassenden Rennserie gewesen war.

Guignols Jockey konnte sich auf dem mit 68:10 zu einer lukrativen Quote angetretenen fünfjährigen Cape Cross-Sohn aus dem Bergheimer Stall von Jean-Pierre Carvalho gleich die Spitze im sechsköpfigen Feld sichern, gefolgt von Devastar, Wai Key Star, Va Bank sowie Iquitos und dem Favoriten und Gerling-Preis-Sieger Dschingis Secret, die unterwegs teilweise die Plätze tauschten.

Zu Beginn der Zielgeraden versuchte sich Guignol vorne abzusetzen, aber bald schon kamen die Angriffe von Iquitos, der vom Schluss des Feldes immer mehr auf sich aufmerksam machte. Mit Riesenschritten näherte er sich dem Gegner, der aber immer wieder neue Reserven entwickelte und mit Bravour einen Hals-Vorsprung ins Ziel brachte. Der zweite Gruppe-I-Sieg von Guignol war perfekt. 40.000 Euro betrug das Preisgeld, womit Guignol beim elften Start den vierten Triumph feierte und seine Gewinnsumme auf 184.900 Euro steigerte.

Jockey Filip Minarik, der wie Trainer Jean-Pierre Carvalho innerhalb von vier Jahren zum dritten Mal in diesem Rennen erfolgreich war, in einem ersten Statement: „Die Taktik von der Spitze aus hat damals schon in München gepasst. Als Gruppe I-Sieger musste er mehr Gewicht tragen und hat trotzdem gezeigt, dass er der Beste ist.“

Jean-Pierre Carvalho erklärte: „Trotz Aufgewichts waren die beiden Gruppe I-Pferde auf den ersten beiden Plätzen, und dies auf für beide unpassendem Boden. Der Vorteil von Guignol war, dass er Iquitos schon ein Rennen in diesem Jahr voraus hatte. Vielleicht hat das am Ende den Ausschlag gegeben. Ich freue mich über dieses Ergebnis. Wir haben nun zwei Startmöglichkeiten, im Hansa-Preis in Hamburg oder im Grand Prix de Saint-Cloud.“ Iquitos gab auch als Zweiter eine Klasse-Vorstellung.  

„Er war heute das einzige Pferd, das vom Ende des Feldes noch Boden gutmachen konnte. Wir sind wirklich sehr zufrieden. Wenn er vorher schon gelaufen gewesen wäre, hätte er wohl nicht verloren.
Er könnte nun in den Hansa-Preis gehen.“
Hans-Jürgen Gröschel

Wai Key Star (Eduardo Pedroza) folgte als Dritter schon vier Längen zurück, lief aber das erwartet gute Rennen. „Das war bestens. Nun könnte er im Dallmayr-Preis in München laufen“, signalisierte sein Besitzer Hans-Gerd Wernicke vom Stall Salzburg.

Devastar erreichte wie im Vorjahr Platz vier, vor dem deutlich unter den Erwartungen gebliebenen Dschingis Secret, auf dem Daniele Porcu den wegen einer Fußverletzung außer Gefecht gesetzten Jockey Adrie de Vries vertrat. Trainer Markus Klug: „Distanz und Boden passten nicht für Dschingis Secret. Und die Hitze war auch nicht nach seinem Geschmack. Auch für Devastar war nicht alles ideal.“ Der polnische Gast Va Bank war nie gefährlich und belegte den letzten Platz.

Langtang: Allofs hat den Derby-Favoriten

Der Derby-Favorit 2017 steht höchstwahrscheinlich im Besitz von Fußball-Größe Klaus Allofs und der Stiftung Gestüt Fährhof: Denn Langtang, der Winterfavorit 2016 und Zweite im Dr. Busch-Memorial, imponierte im Ittlingen Derby Trial – Frühjahrs-Preis (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m), einer der sehr wichtigen Vorprüfungen für das Rennen des Jahres am 2. Juli in Hamburg.

Mit Jockey Eduardo Pedroza wurde der dreijährige Campanologist-Sohn aus dem Spexarder Stall von Andreas Wöhler den hohen Vorschusslorbeeren als 25:10-Favorit bestens gerecht. Hinter dem bald mit mehreren Längen führenden Kastano hatte Langtang sofort eine optimale Ausgangsposition im siebenköpfigen Feld. Da war es auf der Zielgeraden nur eine Frage der Zeit, bis sich Langtang vor die Gegner setzen würde. Überaus leicht machte er sich frei und hatte schon weit vor dem Ziel den mit 32.000 Euro honorierten dritten Erfolg beim erst fünften Start unter Dach und Dach gebracht.

Nun darf Klaus Allofs dem IDEE Deutschen Derby, natürlich ein Lauf der German Racing Champions League, beruhigt entgegensehen. „Über Winter hat sich Langtang von zwei- auf dreijährig weiter verbessert. Wir wollten vor dem Derby zweimal laufen. In Krefeld war die Strecke noch sehr kurz für ihn, und auch heute hätte es ruhig weiter gehen können. Wir sind sehr erleichtert“, erklärte Allofs.

Trainer Andreas Wöhler ergänzte: „Ein Start im Union-Rennen in Köln war nur ein Back-up. Wir gehen mit Langtang nun direkt ins Derby. Er fühlte sich heute auf dem trockenen Boden noch nicht einmal so wohl, denn er braucht eigentlich elastische Bahn.“

Erstaunlich gut dabei blieb eineinviertel Längen hinter Langtang der in Frankreich trainierte Rebello (hier war Marc Lerner für Jockey Franck Blondel eingesprungen) als Zweiter. Man steuert mit ihm nun das Schweizer Derby in der Heimat seines Besitzers an. Marc Lerner: „Er kann definitiv weitere Strecken bewältigen. Er hat am Schluss noch einmal toll angezogen.“

Kastano als Dritter hielt an der Spitze bestens stand. „Das war sehr stark. Eigentlich wollten wir nicht vorne gehen, aber das Rennen war nicht so schnell“, meinte Jockey Andreas Helfenbein, der für den verletzten Adrie de Vries eingesprungen war.
Ming Jung und Real Value hielten sich als Vierter bzw. Fünfter solide, während die stärker gewetteten Enjoy Vijay und Instigator nie von hinten wegkamen.

Überraschende erste Zweijährigen-Siegerin

Im ersten Zweijährigen-Rennen des Jahres 2017, dem Badener Jugendpreis (10.000 Euro, 1.000 m), hab es mit Auenperle eine etwas überraschende Siegerin. Die Areion-Tochter hatte kurz vor der BBAG-Frühjahrs-Auktion den Besitzer gewechselt und gehört nun dem Schweizer Rudolf Remons. Zur Quote von 63:10 löste sich die Stute aus der Zucht des Gestüts Auenquelle mit dem für den wegen einer Zehenverletzung nicht im Einsatz befindlichen Adrie de Vries eingesprungenen Martin Seidl locker von den Gegnern. „Die Stute ist relativ flink. Nun wechselt sie zu Christine Buchner in die Schweiz“, sagte Trainer Jens Hirschberger. Yori war lange vorne und verkaufte sich gut. „Wir sind zufrieden. Vielleicht wurde sie etwas offensiv geritten, das hat dann am Ende gefehlt“, so Trainer Pavel Vovcenko. Manchester City kam noch etwas besser auf Touren.

Die beiden Pferde des Kölner Trainers Waldemar Hickst machten eine 2.200 Meter-Prüfung für Dreijährige unter sich aus. Lange sprach alles für den Favoriten Ronaldo, aber Stall Lucky Owners A Kind of Magic (38:10) konnte es noch besser. Nach dem schon starken Debüt hinter dem im Gruppe-Rennen angetretenen Instigator löste sich der Rip Van Winkle-Sohn bequem von Ronaldo und dem unterwegs führenden Oriental Eagle. Man dürfte den Sieger bald in besseren Aufgaben sehen. Damit feierte Martin Seidl schon seinen zweiten Tagessieg.

Großer Jackpot wird geknackt

Das Wettrennen des Meetings war das Werner Hefter Memorial (Ausgleich III, 2.400 m) in Erinnerung an den viel zu früh verstorbenen Iffezheimer Trainer. Hier lockte eine Garantie-Auszahlung von 50.000 Euro in der Viererwette (inklusive eines Jackpots von 25.000 Euro). Mit Silvestro (M. Pecheur, 129:10), der noch am Donnerstag hier auf einer ganz anderen Distanz Dritter gewesen war, setzte Trainer Frank Fuhrmann seine große diesjährige Form fort. Früh verabschiedete sich der Wallach von Past Rail, Azita und Königsland. Die Viererwette bezahlte 143.494:10 Euro.
In einem stark besetzten Ausgleich II über 2.200 Meter setzte sich mit Gestüt Winterhauchs Veneto (88:10) ein stets höher gehandelter Hengst des Gestüts Winterhauch durch. Der von Neutrainer Andreas Suborics aufgebotene New Approach-Sohn ließ sich auch von einem Jahr Pause nicht aufhalten und hatte Kashya und Elias locker im Griff. Marco Casamento war für den Ritt auf Nic Mountain nicht erschienen. Dem Vernehmen nach hat der Italiener inzwischen auch seinen Job bei Gerald Geisler verloren.

In einem 1.400 Meter-Ausgleich III gewann mit dem von Altmeister Wilfried Schütz aufgebotenen Neunjährigen Dragoslav (146:10) ein Veteran nach sehr starken Finish von Alexander Pietsch gegen Film und Rateel.

Auch nach vier Vorjahressiegen ist Sun at work (73:10, A. Helfenbein) noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten angelangt. Im 22.500 Euro-Ausgleich I über 1.800 Meter ging der von Werner Haustein trainierte Wallach vor dem Favoriten Lagoas und dem Holländer Divisional immer weiter.

Sensationell ist die Entwicklung von Hurricane Harry. Der immerhin schon sechsjährige Wallach aus dem Quartier von Selina Ehl gewann im abschließenden 1.500 Meter-Ausgleich IV sein viertes Rennen hintereinander. Der junge Thore Hammer-Hansen (17 Jahre) war als Reiter auf der 74:10-Chance für die Besitzertrainerin eingesprungen und kam mit ihm sicher vor Smart Shuffle, Sorella und Polished Silver zum Zuge. Es war sein dritter Jahressieg. Die Viererwette belief sich auf 93.827:10 Euro.

Baden-Baden: Großer Preis der Badischen Wirtschaft (Gruppe 2)

Baden-Baden: Ittlingen Derby Trial - Frühjahrs-Preis (Gruppe 3)

 

Champions League

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