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Filip Minarik auch in Berlin-Hoppegarten auf einer Welle des Erfolges

Tusked Wings wie auf Flügeln zum Hauptstadt-Triumph

Berlin-Hoppegarten 4. Juni 2017

Auf einer absoluten Welle des Erfolges segeln im deutschen Galopprennsport weiterhin Championjockey Filip Minarik, Trainer Jean-Pierre Carvalho und der Stall Ullmann als Besitzer: Mit der dreijährigen Stute Tusked Wings gewann dieses Top-Team überraschend das Soldier Hollow – Diana-Trial (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.000 m) am Pfingstsonntag auf der Rennbahn Berlin-Hoppegarten, das bedeutendste Vorbereitungsrennen für den klassischen Henkel-Preis der Diana am 6. August in Düsseldorf. Eine Woche nach dem Triumph mit Guignol im zur German Racing Champions League zählenden Großen Preis der Badischen Wirtschaft in Baden-Baden war es der nächste große Sieg für diese Mannschaft.

Die 99:10-Außenseiterin Tusked Wings schaffte ausgerechnet in diesem Hauptstadt-Highlight ihren ersten Karrieretreffer – nach einer ungemein starken kämpferischen Leistung. Es schienen ihr, getreu ihres Namens, regelrecht Flügel zu wachsen. Minarik entlockte der Adlerflug-Tochter enorme Reserven, um ganz zum Schluss noch mit einem kurzen Kopf an der schon in Sicherheit geglaubten Winterkönigin und Soldier Hollow-Tochter Well Spoken hauchdünn vorbeizukommen, die bei ihrem ersten Start in 2017 lange wie die Siegerin ausgesehen hatte.

Jockey Filip Minarik in einem ersten Statement: „Ich reite seit 21 Jahren in Hoppegarten, habe hier aber noch nie ein Grupperennen gewonnen. Als Adlerflug-Nachkomme liebt Tusked Wings die Feuchtigkeit und den Boden. Bei diesem Wetter sagt man, dass Adler fliegen können. Der Rennverlauf hat gepasst. Der Sieg kam für mich schon etwas überraschend, aber umso mehr freue ich mich, da Tusked Wings aus der Zucht des Gestüts Schlenderhan kommt. Da ist solch ein Erfolg Gold wert.“

Trainer Jean-Pierre Carvalho sagte: „Tusked Wings darf man in der Arbeit nicht zu viel abverlangen, da sie ein leichtes Modell ist und nicht viel Training braucht.“

Automatisch besitzt die Siegerin nun eine Gratis-Startmöglichkeit im Belmont Oaks Invitational (1 Mio. Dollar Dotierung, Grade I, 2.000 m) am 8. Juli in Belmont Park/New York, aber der Coach setzt zunächst andere Prioritäten: „Die Hauptziele liegen erst einmal hier in Deutschland, und zwar der Preis der Diana in Düsseldorf. Vorher könnte sie noch einmal in Hamburg laufen oder direkt in das Stuten-Derby gehen. Mit einem guten Laufen hatte ich schon gerechnet, aber nicht mit einem Sieg, da sie als sieglose Stute im Gruppe II-Rennen lief. Talent hatte Tusked Wings schon im Vorjahr gezeigt, unter anderem als Vierte im Preis der Winterkönigin auf viel zu kurzer Distanz. Bei ihrem ersten Start in diesem Jahr war der Boden in Krefeld sehr trocken gewesen. Das war heute auch eine tolle Sache für ihren Pfleger Antek, der am Zügel der Stute war und Tränen in den Augen hatte. Das ist Leidenschaft pur und Herzblut und all das, was den Rennsport ausmacht.“

Vier Längen hinter der sich bestens aus der Affäre ziehenden Well Spoken auf dem Ehrenplatz wurde Litaara gute Dritte vor der Favoritin Shy Angel, die jedoch beide keine Siegchance besaßen. Die anderen Kandidatinnen wirkten bald nicht mehr zwingend.

Es war ein Finale, dass die Zuschauer ebenso begeisterte wie Schwimm-Weltmeisterin Britta Steffen, die gemeinsam mit Helmut von Finck, Besitzer des Top-Deckhengstes Soldier Hollow und erstmals der Sponsor des Rennens, die Ehrenpreise überreichte.

„Die Beste hat gewonnen, und das war heute Tusked Wings. Aber auch die Soldier Hollow-Tochter Well Spoken ist für ihren ersten Jahresstart super gelaufen. Im Preis der Diana gibt es die Revanche“, sagte Finck. „Ich möchte mein Engagement auf viele Jahre verlängern. Es ist mir eine Riesenfreude, mit Rennbahn-Eigner Gerhard Schöningh zusammenzuarbeiten und bin stolz, etwas beitragen zu dürfen und den Sport in meiner neuen Heimat Berlin fördern zu können. Für mich ist Hoppegarten die schönste Rennbahn Deutschlands.“

Kanji rollt noch an den Gegnern vorbei

Die Wetter hatten im BBAG Auktionsrennen Berlin-Hoppegarten (52.000 Euro, 1.600 m), das aus dem Rahmenprogram herausragte, wieder einmal das richtige Gespür. Sie machten die im Besitz des Stalles Dipoli stehende Kanji zur 32:10-Favoritin in einem tollen Feld. Und mit einem Speed, der von Martin Seidl auf den Punkt genau eingesetzt wurde, stürmte die vor wenigen Wochen zu einer Sensationsquote in Mülheim erfolgreiche Linngari-Tochter noch an der schon in Sicherheit geglaubten Catalina und dem dichtauf als Drittem einkommenden Manipur vorbei. Damit waren die Stuten auf den ersten beiden Plätzen am stärksten.

Gerade einmal 11.000 Euro hatte Kanji bei der BBAG-Auktion gekostet, allein hier verdiente die von Waldemar Hickst aufgebotene Lady 25.000 Euro! Der mit Vorsprung führende Farshad hielt sich als Vierter tapfer.

Zuschauer-Attraktion Match Race Cup

Eine absolute Zuschauer-Attraktion war wieder der pferdewetten.de-Match Race Cup. Hier standen die Viertelfinal-Läufe an. Gamgoom (13:10, F. Ladu) hatte für Mitorganisator Guido Schmitt gegen Nyani Tomba ganz leichtes Spiel, während Jackobo (18:10, E. Pedroza) gegen Cheviot hart kämpfen musste. Lord Roderick (13:10, A. de Vries) und der Pole Mourtajez (13:10, B. Murzabayev) hatten ihr Duell früh für sich entschieden.

Mit einem Traumergebnis für Trainer Peter Schiergen endete der 2.200 Meter-Ausgleich I (22.500 Euro), denn der Kölner stellte die beiden Erstplatzierten. Nach einem packenden Gefecht schaffte Andrasch Starke ganz am Schluss mit dem Ittlinger Sound Check (77:10) noch die Wende gegen den Ammerländer Samurai, hinter dem Sweet Thomas den dritten Platz eroberte.

Einen starken Dreijährigen scheint die Hoppegartener Trainingszentrale in Amigo zu besitzen. Der von Eva Fabianova für den Rennstall Germanius trainierte Amigo (43:10, B. Murzabayev) verabschiedete sich in einer 2.200 Meter-Konkurrenz an der Spitze nach Belieben von der Favoritin Gaea und Ilwendo. Der 2016 schon in einem Grupperennen gestartete Lord of England-Sohn imponierte sehr. Manager Jan Korpas in einem ersten Statement über den aus dem Deutschen Derby gestrichenen Hengst: „Ich hatte gesagt, wenn er hier gegen diese Gegner gewinnt, dann haben wir im Slowakischen Derby eine Riesenchance. Dafür werden wir ihn wohl nachnennen.“

Auch die im Besitz des Stalles Grafenberg stehende Diana Storm, eine dreijährige Soldier Hollow-Tochter, wurde in einer 1.800 Meter-Prüfung für dreijährige Stuten, hohen Ambitionen gerecht. Die von Waldemar Hickst aus Köln entsandte Dritte eines Düsseldorfer Listenrennens war als 14:10-Favoritin mit Jozef Bojko von zweiter Position aus früh eine Klasse für sich und empfahl sich für den Henkel - Preis der Diana. Nagold war für Platz zwei vor der unterwegs tonangebenden Turfsonne völlig ungefährdet.

Die beiden Favoriten Gregorious (37:10, B. Murzabayev) und Kismet machten in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.600 m) die Entscheidung unter sich aus, wobei der Schützling von Frank Trobisch aus Hoppegarten deutlich mehr Reserven entwickeln konnte. Die Überraschung in der Viererwette war Platz drei des bisher bei 16 Starts noch nie in der Platzierung befindlichen Silenos vor Praise, was zeigt, dass man nie die Hoffnung aufgeben sollte. Die Quote: 103.225:10 Euro.

Im abschließenden 2.000 Meter-Ausgleich III gewann Angelika Gloddes Trespassed (133:10) beim ersten Start im Handicap im allerletzten Galoppsprung vor Danse Rouge und Mastoso.

Nächstes Grupperennen im deutschen Turf ist am 11. Juni in Köln das Oppenheim-Union-Rennen (70.000 Euro), eine weitere Prüfung der German Racing Champions League und die wichtigste Derby-Vorprüfung.



 

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