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Union-Sieger hat in Berlin keine Gegner

Ex-Derby-Favorit-Boscaccio zurück im Rampenlicht

Berlin-Hoppegarten 9. Juni 2017

Angenehmer Start ins Wochenende am Freitag beim After Work-Renntag auf der Rennbahn in Berlin-Hoppegarten, bei dem auch alle acht Rennen über PMU nach Frankreich übertragen wurden. Das beste Pferd war einwandfrei der im Besitz von Rainer Hupe und seinen Freunden stehende Boscaccio. Der von Christian Sprengel in Hannover trainierte Hengst, 2016 Favorit im Deutschen Derby, hatte seit seinem Erfolg im Oppenheim-Union-Rennen (das am Sonntag erneut die wichtigste Derby-Vorprüfung in Köln sein wird, als dritter Lauf der German Racing Champions League 2017) vor genau einem Jahr nicht mehr gewonnen. Doch in einem gut ausgesuchten 1.800 Meter-Rennen stand der 13:10-Favorit nach Klasse natürlich weit über der Konkurrenz.

Unter seinem ständigen Jockey Dennis Schiergen, dominierte der heiße Favorit Start-Ziel mit vier Längen vor der nach langer Pause als einzige Gegnerin noch ein wenig in seine Nähe kommende Halli Galli sowie dem nach fast drei Jahren Abstinent gut dabeibleibenden Deutschland-Debütanten Prince of Stars. Sicher dürfte man Boscaccio bald wieder in ganz anderen Aufgaben sehen.

Trainer Christian Sprengel in einem ersten Statement: „Wir sind mit Boscaccio auf einem guten Weg. Wir wussten, dass öfter der Boden für ihn nicht passte. Natürlich waren wir da auch enttäuscht, aber wir haben immer an das Pferd geglaubt.“

Jockey Dennis Schiergen, der in der Schweiz studiert und auch lebt, sagte zu seiner persönlichen Zukunft: „Im Sommer schreibe ich meine Abschlussarbeit. Danach werde ich entscheiden, wie es weitergeht. Wenn ein passender Job kommt, focussiere ich mich darauf. Ansonsten werde ich zu einhundert Prozent Rennen reiten.“

Das nennt man eine ganz starke Leistung für ein dreijähriges Pferd: Westfalica, von Jean-Pierre Carvalho in Bergheim für das Gestüt Höny-Hof trainierte dreijährige Stute, düpierte im 1. Vorlauf zur Sparkassen-Sprint-Serie 2017 (Ausgleich II, 1.200 m der Geraden Bahn) die älteren Spezialisten. Nach einem Glanz-Finish von Champion Filip Minarik, der seinen zweiten Tagestreffer schaffte, schnappte sich die Areion-Tochter zur Quote von 40:10 noch gerade den in Sicherheit geglaubte Vive l‘ Ami sowie den lange führenden El Zagal. „Es war ein Riesensprung für ein dreijähriges Pferd im Handicap und auf der Geraden Bahn ohne Bogen. Eine ganz tolle Leistung. Man kann mit ihr schon ein wenig träumen“, kommentierte Minarik.

Begonnen hatte der Abend mit einem überzeugenden Erfolg von Bective (44:10), der sich von einem Start zum anderen verbessert hatte, in einer 1.400 Meter-Prüfung auf der Geraden Bahn. Daniele Porcu (20. Saisontreffer in Deutschland) setzte auf dem Wallach seine große Form fort und löste sich früh von der Favoritin Brown Beauty und der noch schnell werdenden Debütantin Manama.

„Es ist schon eine Weile her, dass wir hier ein Rennen gewonnen haben. Bective ist zweijährig in England viel gelaufen. Jetzt hat er wieder Lust bekommen“, erklärte Jutta Pohl.

Einen echten Husarenritt legte Rebecca Danz in einem 1.600 Meter-Ausgleich III auf der Außenseiterin Bavarian Beauty hin und schien lange von ihrem gewaltigen Vorsprung zehren zu können. Rang zwei verteidigte die Stute auch, aber der von Champion Filip Minarik noch genau rechtzeitig gebrachte Favorit All Win (27:10) aus dem Hannoverschen Stall von Hans-Jürgen Gröschel kam noch an ihr vorbei. Für den Trainer, der nicht vor Ort weilte, war es ein ganz besonderer Sieg, der 1.200. seiner Laufbahn. „Gratulation nach Hannover, Riesen-Respekt!“, brachte es Minarik auf den Punkt.

Auch eine halbe Stunde später, in einem 2.000 Meter-Handicap, riss Rebecca Danz rechtzeitig aus, allerdings erst auf der Zielgeraden. Diesmal hatte sie das Glück der Tüchtigen, denn mit Ivrea (84:10) stand der Zielpfosten gegen die heranfliegende So Nice, hinter der Rosentor als Dritter schon deutlicher zurück war, goldrichtig. Und auch hier gab es einen Jubiläumssieg, den 100. Treffer für Trainer Frank Fuhrmann!

Der in der Nähe von Magdeburg beheimatete Coach setzte seinen großen Lauf auch in einem 1.400 Meter-Handicap auf der Geraden Bahn fort, mit dem bis zum Schluss wacker durchziehenden Dashings Diamond (76:10, M. Pecheur) vor der Bahnspezialistin La Commune und Sameer. Und im abschließenden 2.400 Meter-Ausgleich III machte Frank Fuhrmann mit dem Start-Ziel immer weiterziehenden Silvestro (22:10) seinen dritten Coup perfekt, den zweiten Sieg für Maxim Pecheur. Mit großer Energie wehrte der Wallach Astigo und Arlington ab.

 Seine Jockeyship ließ Jozef Bojko in einem Ausgleich IV über weite 2.800 Meter aufblitzen, als er den 40:10-Favoriten Auennebel, den Lutz Pyritz aus Dresden in die Hauptstadt geschickt hatte, mit einer späten Attacke noch an Dolasilla und Nicoletta vorbeibrachte.

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