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Erfolgsteam Palmer/Doyle dominiert erneut in Düsseldorf

Unvergesslicher“ Sieg für Engländerin Unforgettable Filly

Düsseldorf 18. Juni 2017

Galopp-Geschichte wiederholte sich am Sonntag vor rund 8.400 Zuschauern im großen Stuten-Klassiker auf der Rennbahn in Düsseldorf, und wie!: Ein Jahr nach dem Triumph mit Hawksmoor landete der englische Trainer Hugo Palmer mit den Wempe 97. German 1000 Guineas (Gruppe II, 125.000 Euro, 1.600 m) gemeinsam mit Jockey James Doyle erneut den mit 70.000 Euro Preisgeld honorierten Super-Sieg in diesem Hochkaräter - mit der dreijährigen Stute Unforgettable Filly. Die 32:10-Mitfavoritin war erst in der vergangenen Woche für 12.500 Euro für diese Prestige-Prüfung nachgenannt worden. Was für ein genialer Schachzug, mit der frischen Listensiegerin aus Nottingham und Sechsten der Englischen Guineas hier angetreten zu sein!

Mit einem gewaltigem Endspurt stürmte die unterwegs an fünfter Stelle positionierte Lady im Besitz von Dr. Ali Ridha noch mit eindreiviertel Längen an den deutschen Top-Stuten Peace in Motion (Marc Lerner) und Arazza (Alexander Pietsch) vorbei, die auf der Zielgeraden früh die tonangebende Alwina abgelöst hatten und den klassischen Sieg unter sich auszumachen schienen. Aber als Unforgettable Filly, deren Name „unvergessliche Stute“ bedeutet, so richtig auf Touren kam, war schnell klar, dass auch diesmal eine englische Gaststute vorne sein würde, und dies mehr als beeindruckend.

Die im Besitz des Kölners Dr. Christoph Berglar stehende Peace in Motion, die im Endkampf etwas wackelte, hielt knapp den tollen Ehrenplatz vor Gestüt Auenquelles Arazza, die von zweiter Stelle aus ein erstklassiges Rennen lief. Ganz dicht lief an diese beiden noch die Favoritin Delectation heran, die etwas zu spät auf Touren kam, aber die erwartet starke Leistung zeigte. Die andere Engländerin Cristal Fizz kam über Platz fünf nicht hinaus, die anderen Teilnehmerinnen im zehnköpfigen Feld (Sunny Belle war zum Nichtstarter erklärt worden) hatten mit dem Ausgang wenig zu tun.

Da Siegtrainer Hugo Palmer bereits mit den Vorbereitungen für das am Dienstag beginnende Royal Ascot-Meeting beschäftigt und in England geblieben war, vertrat Bruce Raymond als Racing Manager den Coach. Sein erster Kommentar: „Unforgettable Filly hat viel Klasse. Das schnelle Rennen und die abgetrocknete Bahn kamen ihr sehr entgegen. Ihr hat heute alles in die Karten gespielt. Es war ein perfekter Rennverlauf. Ich denke, dass sie auch über weitere Distanzen kommen kann.“

Auch Waldemar Hickst, der Trainer der Zweiten Peace in Motion, war hochzufrieden: „Sie lief noch etwas unreif. Auch weicher Boden wäre besser gewesen, dennoch war das eine starke Leistung. Ob wir in den Preis der Diana gehen, ist noch offen.“

Jens Hirschberger, der Betreuer der Dritten Arazza, sagte: „Das war ein wirklich gutes Laufen. Sie hat nichts verkehrt gemacht. Ich bin absolut angetan von ihrer Vorstellung.“

Bahnspezialist Beau Reve wieder stark

Er liebt die Bahn in Düsseldorf, hier hatte er schon zuletzt einen Ausgleich II gewonnen. Und nun reichte es für den schon siebenjährigen Hannoverschen Gast Beau Reve (87:10, M. Casamento) für Trainer Hans-Jürgen Gröschel auch in einem stark besetzten Ausgleich I über 1.600 Meter. Start-Ziel raffte sich der Hengst gegen Atreju und Cassilero immer wieder auf. Sein italienischer Reiter eilt derzeit von einem Sieg zum anderen.

Sie tat sich zunächst lange schwer, aber in der alles entscheidenden Phase war sie voll da: Die von Champion Markus Klug trainierte Röttgenerin Waikita wurde in der einleitenden 1.600 Meter-Prüfung dem hohen Vertrauen als 17:10-Favoritin noch gerecht. Erst ganz zuletzt wurde die von Martin Seidl gerittene Kallisto-Tochter immer druckvoller und zwang Edwin sowie Silver Cloud in die Knie. Der Neue Bult Cup am 9. Juli in Hannover könnte nun das nächste Ziel der dreijährigen Stute sein, die auch noch ein Engagement für den Henkel – Preis der Diana im August auf dieser Bahn besitzt.

Eine Vorstellung zum Genießen gab die von Dr. Andreas Bolte aus Lengerich entsandte Dreijährige Allegro Lady (38:10) in einer 2.200 Meter-Konkurrenz für Stuten. Wie die Santiago-Tochter hier vom letzten Platz aus die Kontrahentinnen überspurtete und sich auf großen Vorsprung freimachte, machte viel Eindruck. Die gut debütierenden Valluga und Asi es la vida gefielen auf den weiteren Plätzen. Die Siegerin Allegro Lady hat wie Waikita im Rennen zuvor eine Startoption in einem Listenrennen in Hannover sowie im Stutenderby.

Schlechte Leistungen gibt es bei dem holländischen Gast Meerwind nicht. In einem 1.700 Meter-Handicap gelang dem Wallach aus dem Stall von Besitzertrainer-Champion Lucien van der Meulen schon der dritte Saisontreffer. Es war bemerkenswert, welche Endgeschwindigkeit der junge Robin Weber dem 34:10-Favoriten entlockte, der Highly Favoured, Rainmaker und Tjerk auf die Plätze verwies. Die Viererwette bezahlte 12.001:10 Euro.

Früher war Gestüt Auenquelles Molly le Clou in ganz anderer Klasse zu Hause. Aber für ein gut besetztes Altersgewichtsrennen über 2.100 Meter reichte es immer noch für den Wallach aus dem Quartier von Jens Hirschberger in Mülheim. Mit viel Einsatz auf ungewohnt weiter Strecke kam die 62:10-Chance nach einem starken Endkampf von Rebecca Danz noch an dem Favoriten Northern Rock und Bebe Cherie vorbei.

Und auch eine gute halbe Stunde später war es Rebecca Danz, die einen blitzsauberen Ritt zeigte und sich einen schnellen Doppeltreffer bescherte – in einem weiteren Viererwett-Rennen war sie mit Axel Kleinkorres‘ Sakima (83:10) an der Spitze früh auf Vorsprung ausgerissen und von Power of Paradise, Perfect Orange und Mountain View nie zu gefährden. Diese Viererwette brachte 25.000:10 Euro.

Seiner hohen Einschätzung als 24:10-Favorit wurde Walter Maurers Giant Grizzly (24:10) mit Andrasch Starke in einem 2.200 Meter-Ausgleich IV souverän Start-Ziel vor Tara Mara und Dutch Master gerecht.

Viel Eindruck hinterließ im abschließenden 2.200 Meter-Ausgleich III der von Peter Schiergen aufgebotene Dreijährige Native Fighter (24:10), der ein Doppel für Andrasch Starke komplettierte. Souverän löste sich der Favorit von Khalet und Camberwell. Man darf gespannt sein, wohin der Weg bei diesem Bruder der Klassestute Nightflower (Galopper des Jahres 2015) führt.



 

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