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Peter Schiergen als Reiter und Trainer höchst erfolgreich

Vier Chancen auf den vierten Diana-Sieg

Düsseldorf 2. August 2017

Tausend Siege – die Zahl ist eine magische Grenze, ob als Reiter oder Trainer. Wer die 1.000er-Marke sowohl im Sattel, als auch in der Verantwortung übertrifft, gehört in den Galopp-Olymp: Wie die inzwischen 96-jährige Turflegende Hein Bollow und natürlich Peter Schiergen.

Vor 52 Jahren im nordrhein-westfälischen Willich (Kreis Viersen) geboren, hat Schiergen eine beeindruckende Karriere hingelegt. Mit 16 begann er die Ausbildung zum Berufsreiter bei Herbert Cohn in Krefeld, acht Jahre später war er der erste Mann am Asterblüte-Stall des großen Heinz Jentzsch, der mehr als 4.000 Siege erzielte und 31 Mal deutscher Trainerchampion wurde. „Ich wollte nach der Lehre eigentlich zurück in den Springsport. Aber Gewicht und Größe blieben. Hinzu kam dann auch der Kitzel des Rennreitens“, sagte Schiergen einmal in einem Interview mit „Turf-Times“. Mit 1,60m Größe und 51 Kilogramm Gewicht und jede Menge Talent brachte er einfach die besten Voraussetzungen für seinen Beruf – und es schlug sich in den Ergebnissen nieder: Schiergen gewann bis 1998 insgesamt 1.462 Flach- und 12 Hindernisrennen. 

1995 übertraf er mit 271 Siegen in einer Saison den alten Europarekord von Sir Gordon Richards, der für seine 269 Erfolge 1947 sogar geadelt wurde. Schiergens Rekord hatte bis zum Vorjahr Bestand, bis der Franzose Pierre-Charles Boudot 300 Rennen gewann. Seit 20 Jahren bestreitet Schiergen aber nur noch ein bis zwei Mal pro Jahr „Legenden-Rennen“ gegen die früheren Kollegen, denn 1998 begann seine zweite Karriere. Zu früh, aber „die einmalige Chance“, den Asterblüte-Stall von seinem Lehrmeister Jentzsch zu übernehmen, wollte sich der dreifache Familienvater nicht entgehen lassen. Eine gute Entscheidung, denn als Trainer hat Schiergen bereits 1.509 Siege gesammelt – die 2.000er Marke ist selbst vor dem 60. Geburtstag wahrscheinlich. Knapp 100 Pferde stehen aktuell im Stall, „die schwierigen reite ich bei der Arbeit gerne selbst“. 

Mit der Jahrhundertstute Danedream hat er die beiden wichtigsten Grand Prix-Rennen Europas gewonnen – Rennen, in denen als Reiter teilzunehmen, er wenig Möglichkeiten hatte. Auch in den beiden wichtigsten Klassikern - Deutsches Derby und Preis der Diana – ist die Bilanz des Trainers deutlich besser als die des Reiters: Das Derby gewann er nie im Sattel, aber schon fünf Mal als Betreuer, zuletzt 2015 mit Nutan. Und Anfang Juli hätte Enjoy Vijay beinahe das halbe Dutzend vollgemacht, wurde erst spät von Windstoß abgefangen. Der Hengst habe seinen Derby-Auftritt bestätigt, meinte Schiergen nach dem vierten Platz im Großen Dallmayr-Preis in München am vergangenen Sonntag: „Er ist ein unkompliziertes Pferd und wird weiter auf Distanzen von 2.000 bis 2.400m zum Einsatz kommen.“ Den am kommenden Sonntag als nächster Lauf der German Racing Champions League anstehende Preis der Diana in Düsseldorf hat Schiergen als Jockey einmal – 1995 mit der von Jentzsch trainierten Fährhoferin Risen Raven - gewonnen, als Trainer aber schon drei Mal, zuletzt 2012 mit Salomina. Am Sonntag hat er gleich vier Chancen auf die vierte Diana: Sein erster Jockey, Andrasch Starke hat sich für die Gruppe-Siegerin Lacazar entschieden, Daniele Porcu – am Sonntag für Starke auf Iquitos Gr.1-Sieger in München erfolgreich – reitet Litaara, die ebenfalls Ina Zimmermann gehört. Der Gruppe-platzierten Navaro Girl und der zweifache Listensieger Ashiana werden ebenfalls gute Möglichkeiten eingeräumt. Für alle Reiter hat er im Übrigen einen einfachen klingenden, aber guten Rat: „Wer auf einem Rennpferd sitzt, muss sich mit den Tier auch identifizieren. Wer das besser macht, gewinnt mehr Rennen als andere.“ 

Von Peter Mühlfeit 

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