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Peter Remmert nach schwerer Krankheit gestorben

Über Jahrzehnte ein „Spitzenreiter“, wie er im Buche steht

Köln 2. September 2017

Bevor der große Zuschaueransturm einsetzte, hatte heute auf der Iffezheimer Rennbahn bereits eine traurige Nachricht die Runde gemacht. Was zunächst nur ein Gerücht gewesen war, wurde mit Beginn des vorletzten Meetings-Tages dann zu einer bestürzenden Gewissheit: der plötzliche Tod des einstigen Klassejockeys und späteren Trainers Peter Remmert. Im Alter von 78 Jahren war der vielfache Champion am Tag zuvor von dieser Erde abberufen worden.

Dass es um seinen Gesundheitszustand nicht zum Besten gestanden hatte, war dem gebürtigen Magdeburger, dessen Lebensmittelpunkt über Jahrzehnte allerdings die Domstadt Köln gewesen war, bei seinen letzten Besuchen der Rennen im Weidenpescher Park durchaus anzusehen. Dass er nach einer äußerst tapfer ertragenen schweren Blutkrankheit nunmehr jedoch so schnell heimging, überrascht indes auch viele Eingeweihte, die etwas mehr und Genaueres wussten über den allerletzten Kampf, den Peter Remmert auf dieser Erde auszufechten hatte und den er nun endgültig verloren geben musste.

Eine absolute Kämpfernatur war der Verstorbene auch stets als Jockey gewesen. Man darf es ohne Übertreibung sagen, dass Peter Remmert zu jenen Reitern zählte, die hierzulande die Turf-Szene über lange Zeit ganz entscheidend und erheblich mitgeprägt haben. Er galt als absoluter Stilist im Sattel, und neben einem perfekten Sitz zeichnete ihn dazu ein über die Maßen starker Endkampf aus.

Im Rahmen seiner langjährigen Laufbahn, die in den Fünfzigern als Lehrling bei Trainer Arthur-Paul Schlaefke in Dortmund begonnen hatte, wusste er natürlich gerade deshalb mehr als nur das eine oder andere Fotofinish für sich zu entscheiden. Was diesem reiterlichen Kraftpaket irgendwann  beim Publikum dann auch den quasi Künstlernamen „Eisenarm“ eingebracht hatte.

Nach Ende der Jockey-Karriere wies Peter Remmerts Erfolgsbilanz genau 1.836 Erfolge aus. Er hat gewonnen, was es im bundesdeutschen Galopprennsport zu gewinnen gab. An großen und größten Rennen mangelte es nicht, und die Zahl der Klassepferde, die er alle geritten hat, ist kaum exakt zu beziffern. Allerdings blieb ihm ein Erfolg versagt. Denn seinen Namen in der Siegerliste des Deutschen Derbys in Hamburg-Horn zu verewigen, wollte ihm in all den Jahren nicht gelingen.

Ein Name jedoch, welcher mit dem von Peter Remmert stets eng verbunden bleiben wird, ist der von Hein Bollow, dessen Stalljockey er lange, lange Zeit war. Beide galten damals als ein Team, das den Erfolg für sich gepachtet zu haben schien. Später, als der Altmeister in den Ruhestand wechselte, wurde der Verstorbene zudem sein Nachfolger als Trainer am inzwischen nicht mehr existenten Stall auf der Niehler Seite der Kölner Rennbahn.

Peter Remmert bleibt freilich auch in Erinnerung als ein Reiter mit einem besonderen Temperament, als Charakter mit Ecken und Kanten, der hin und wieder mit den Rennleitungen und den Offiziellen überkreuz gelegen hat. Ebenso überschattete ein längerer Lizenzentzug in den siebziger Jahren seine Karriere ganz wesentlich. Dass er aus diesem Tief jedoch zu alter Klasse zurückzukehren verstand, zeugt ebenfalls von seiner reiterlichen Ausnahmeklasse. Keinem anderen seiner damaligen Kollegen wäre vermutlich ein solches Comeback gelungen.

 

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