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Jockey André Best schnappt sich die Top-Rennen des Tages

Discursus in der Pantall-Erfolgsspur

Hannover 17. September 2017

Wenn mal wieder die Jagdhörner auf der Langenhagener Rennbahn erklingen, wie heute zum ersten Rennen, weiß man auch akustisch, dass der Herbst Einzug gehalten hat und Hannovers Galoppsaison so langsam ihrem Finale immer näherkommt. Der traditionelle große Herbsttermin rund um den Großen Preis der Metallbau Burckhardt GmbH fand diesmal unter Wetterbedingungen statt, an denen es rein gar nichts auszusetzen gab. Ein „goldener Herbsttag“, wie er im Buche steht, der augenscheinlich Idealbedingungen für die dreijährige Stute Discursus aus Frankreich schaffte. Denn die beherrschte in der sportlich wichtigsten der insgesamt 10 Prüfungen zuletzt das komplette Geschehen von A bis Z.

Mit ihrem klaren Sieg im heutigen Listenrennen reihte sich Godolphins Dubawi-Tochter vor allem jedoch auch in eine nahezu schon klassische Erfolgsspur ein. Denn kaum ein anderer französischer Trainer genießt hierzulande einen derart guten Ruf, die Möglichkeiten seiner Schützlinge richtig ausloten zu können, wie ihr Betreuer Henri-Alex Pantall. In den letzten Jahren verstand er es schließlich wie kaum ein anderer nahezu kaum noch exakt nachzuhaltende Deutschland-Expeditionen bereits erfolgreich abzuschließen.

Dass sich bei seinem jüngsten Treffer mit Discursus ein hiesiger Jockey, nämlich André Best, das blaue Dress von Godolphin überstreifen konnte, war eine Fügung des Schicksals, da der für die Dreijährige angegebene Gerald Mossé erkrankt  daheim geblieben war. Ein klassischer Kistenritt also, den der einstige Lehrling von Bruno Schütz souverän meisterte. Aus dem Mitteltreffen kommend, brachte er die bis dato noch wenig geprüfte 29:10-Favoritin in der Geraden direkt in eine gute Ausgangsposition, von der er aus dann eigentlich schalten und walten konnte, wie er wollte.

Weder die früh vorne mitmischenden Flemish Duchesse noch die lange ein strammes Tempo vorlegende Scapina hatten noch etwas zu bestellen, als die französische Gaststute leicht die Schlagzahl erhöhte und nach 1.600 Metern letzten Endes eindeutig die Szene beherrschte und Sheikh Mohammeds Elitestall Godolphin somit die 14.000 Euro Siegprämie zu sichern verstand. Nicht übel hielt sich Diamond Daisy als Vierte, auf die dann Daliia, Wild Approach und Sunny Belle folgten. 

Heimsieg durch Be Sweet

Schon vor dem international besetzten Listenrennen hatte Hannovers Karte mit dem Carlo von Wedekind –Erinnerungsrennen eine ebenfalls sehr attraktive Prüfung auf der Karte, welche zur Serie der BBAG Auktionsrennen zählt und mit insgesamt 52.000 Euro sogar der bestdotierte sportliche Punkt im Programm war. Von den 10 Dreijährigen entpuppte sich am Ende die von Hans-Jürgen Gröschel am Platz betreute Adlerflug-Tochter Be Sweet als das mit Abstand schnellste Pferd. Unter André Best, der hier natürlich etatmäßig auf der Siegerin saß, rollte sie das gesamte Feld von hinten auf und holte damit den Löwenanteil der Gesamtdotierung auf das Konto ihrer Besitzerin Ulrike Lampe-Dreyer. Ganz außen kam die Stute Zug um Zug nach vorne, nachdem sie über weite Strecken am Schluss des Feldes gelegen hatte. Außen griffen ebenso Wildfasan wie auch der Mit-Favorit Waldpfad an, doch gab es gegen die 166:10-Außenseiterin Be Sweet heute nichts zu gewinnen. Was logischerweise genauso für die hinter ihnen folgenden, jedoch nichtsdestotrotz ansprechend laufenden Stuten Edith und Kanji gilt. 

Erste Favoriten geschlagen

Bei den das Programm einleitenden Prüfungen für die Dreijährigen teilten übrigens die jeweiligen Favoriten dasselbe Schicksal, da beide schlicht kein sonderliches Rennglück hatten. Zuerst saß im Preis der VGH Versicherungen die Stute Be my Best fest, als Vincent Schiergen auf Stall Nizzas Amora zum Angriff blies und damit eine schnelle Entscheidung zugunsten des Asterblüte-Quartieres seines Vaters Peter Schiergen herbeiführen konnte. Danach aber wurde der junge Reiter im Preis der Landesjägerschaft Niedersachsen selbst kalt erwischt, und zwar von Roland Lerners Stormy-River-Tochter Manama. Denn die schon vor dem hochdotierten Treffer von Be Sweet ebenfalls von Hans-Jürgen Gröschel gesattelte, allerdings von Marco Casamento gerittene Stute nagelte seine bereits im sicheren Hafen geglaubte Magneta Sky noch mit einem Kopf auf der Linie regelrecht fest.

Einig dürfte sich  das Publikum anschließend in der Beurteilung gewesen sein, dass der Endkampf beim Preis der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover von zwei guten Vertreterinnen des Jahrgangs 2015 bestritten worden sein musste. Nachdem es zunächst lange sehr gut für die Debütantin Bützje ausgesehen hatte, drehte dann die Brümmerhoferin Angelita erst richtig auf und sicherte mit Daniele Porcu im Sattel dem Asterblüte-Stall von Trainer Peter Schiergen bereits den Tagestreffer Nummer zwei.

Die dreijährige Röttgenerin Elaine, eine Trainingsgefährtin von Bützje aus dem Rath-Heumarer Stall von Trainer Markus Klug, entwickelte im Preis des Kalenberger Kreditvereins hingegen etwas mehr Fortune, brauchte sie ihre sofort eingenommene Führung doch nicht mehr abzugeben. Ihr Reiter Martin Seidl musste auf den letzten Metern freilich noch vor der Außenseiterin Memoria auf der Hut sein, die sich stark verbessert präsentierte, gut endete und den Favoriten Shining Lord noch glatt abtat für Rang zwei.

Zweiter Sieg in Folge

Dass die Form im Stall von Daniel Paulick an diesem Wochenende auf Hochtouren lief, hatte gut 24 Stunden zuvor bereits die Stute Ostana in Leipzig dick unterstrichen, die wie die heute in Hannover unter Order stehende Nagreta ebenfalls Ralf Paulick gehört und genauso eine Tochter des guten Fliegers Contat ist. Auch Nagreta ging nun als Erste das Ziel, wobei der von ihr gewonnene Gehrke econ-Cup zugleich das Rennen mit der Viererwette war. Dabei brachte Jockey Daniele Porcu nach dem Erfolg mit Angelita gleichzeitig seinen zweiten Tagestreffer unter Dach und Fach, während die weiteren Plätze hinter der vor vier Wochen erst in Hoppegarten erfolgreich gewesenen Gewinnerin von Chancy, Lady Mac Ben und Torqueville eingenommen wurden.

Als klare Sache gestaltete sich in der zweiten Programmhälfte der Erfolg von Art of Adventure im VGH Nachwuchs-Cup, die für die Niederlande punktete. Die Farben von The Dutch Master Stable trug dabei Lilli-Marie Engels, die mit der von Lucien van der Meulen vorbereiteten Poseidon Adventure-Tochter im Handgalopp vor Alwin und Adel verpflichtet das Ziel erreichte.

Tripletten für Schiergen und Best

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Ein Sprichwort, das mit Blick auf Trainer Peter Schiergen und Jockey André Best jedenfalls heute seine Gültigkeit besaß, holten sie sich doch nach ihrem jeweiligen Doppel zuvor mit dem Kurd von Lenthe-Erinnerungsrennen obendrein noch das beste Handicap des Tages. Dabei erstritt Gestüt Wittekindshofs dreijährige Sexy Duke den Sieg mit viel Einsatz gegen die zügig endenden Oscar und Hot Like Mexico. Schon in Baden-Baden hatte die Jukeboy-Jury-Tochter in einem Ausgleich II keineswegs schlecht ausgesehen, selbst wenn am Ende nicht mehr als der vierte Platz herausgesprungen war.

Mit einem vierten Rang aus Baden-Baden als Formreferenz war auch der Cornelius Beetz gehörende Wallach Bwana in den das Programm abschließenden VGH Amateur-Cup gegangen, im dem der von Marco Angermann betreute Footstepsinthesand-Sohn  wie zuvor die Stute nun genauso zum Sieger avancierte. Mit einem von Marc Timpelan ganz außen initiierten großen Schlussakkord verdrängte Bwana dabei noch Pagina de mi vida und Praise auf die Plätze.

Langenhagener Rennbahn-Gespräche

Ein gängiges Thema auf der Bahn war heute aber auch noch der internationale Turf vom Vortag. Zwischen Führring und Tribünen ging es vor allem immer um den St.-Leger-Sieg von Wolfgang Fröhlichs fünfjährigen Hengst Iraklion in Österreich, wo der von Christian Sprengel in Langenhagen trainierte Areion-Sohn in der Wiener Freudenau, die nach einer neunjährigen Veranstaltungspause als Rennbahn erstmals wieder reanimiert worden war, unter Bauyrzhan Murzabayev zu seinem ersten Auslandserfolg gekommen war.

Längst herumgesprochen hatte sich zudem, dass der inzwischen in den USA beheimatete Brümmerhofer Messi einen exzellenten zweiten Platz in den als Grade-I-Rennen registrierten Northern Dancer Stakes auf dem Woodbine-Kurs in Kanada besetzen konnte. Und logischerweise nur positive Kommentare hörte man zum Grade-II-Erfolg der Fährhoferin Quidura in den Canadian Stakes, die in Woodbine ebenfalls zu den sportlichen Höhepunkten eines großen Galopp-Tages gezählt hatten.



 

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