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100.000 Euro-Coup erfreut auch Kölns Torhüter Timo Horn

Julio knackt den Jackpot

Baden-Baden 20. Oktober 2017

„Jetzt haben wir den Jackpot geknackt“, waren die ersten Worte von Eckhard Sauren nach dem Ferdinand Leisten-Memorial (BBAG Aktionsrennen), dem mit 200.000 Euro höchstdotierten Galopprennen für zweijährige Pferde in Deutschland vor 3.000 Zuschauern am Freitag beim Start des Sales & Racing Festivals in Baden-Baden-Iffezheim. Gemeinsam mit Timo Horn, dem Torhüter des 1.FC Köln, gehört dem Präsidenten des Kölner Renn-Vereins der vom Gestüt Brümmerhof gezogene Julio. Und der bei der letztjährigen BBAG-Auktion für 58.000 Euro erworbene Exceed And Excel-Sohn wurde seiner hohen Favoritenstellung als 28:10-Chance in einem tollen 17er-Feld vollauf gerecht und verdiente 100.000 Euro.

Von zweiter, dritter Position aus machte sich Julio, der zuvor das Kölner Pendant auf sein Konto gebracht hatte und in Iffezheim Dritter im Zukunftsrennen war sowie diese Platzierung auch in einer Gruppe-Prüfung in Frankreich geschafft hatte, souverän mit eindreiviertel Längen frei. Jockey Alexander Pietsch hatte ihm ein Bilderbuch-Rennen serviert. Julio, der beim fünften Start seinen zweiten Erfolg markierte, katapultierte seine Gewinnsumme auf 144.200 Euro. Auf der Zielgeraden musste Julio nur den Widerstand des führenden Kabir brechen, der immer weitermarschierte.
„Timo Horn konnte nicht hier sein, aber er war vollauf begeistert“, sagte Eckhard Sauren in Richtung des Fußballprofis, der sicherlich in den derzeit alles andere als erfolgreichen Wochen seines Clubs froh sein dürfte, dass er beim Galopprennsport ein solches großes Erfolgserlebnis als Miteigner hat.

„Alexander Pietsch hat alles sehr gut umgesetzt. Er sollte mit Julio nicht zu weit hinten gehen und eine gute Position sichern. Für einen Trainer war das Rennen sehr schön anzuschauen, denn er war früh souverän. Das ist ein sehr gutes, beständiges Pferd. Wir machen nun Schluss für dieses Jahr und steuern 2018 natürlich das Mehl-Mülhens-Rennen an“, kommentierte Trainer Mario Hofer.

Kabir hielt sich von vorne ausgezeichnet und stand bald als Zweiter fest. „Er ist sehr gut gelaufen und konnte sein Galoppiervermögen voll ausspielen“, berichtete Trainer Andreas Wöhler, dessen anderer Starter Lord Leoso über Platz fünf nicht hinauskam. „Er stellte sich noch etwas unreif an“, war sein Kommentar.

Die Überraschung im Vorderfeld war Platz drei des heranstürmenden Ninario. „Er hat einige Klasse“, erklärte Trainerin Yasmin Almenräder. Auch Arabino machte als Vierter noch viel Boden gut. „Ich bin sehr zufrieden. Er hat eine gute Zukunft vor sich“, versicherte sein Betreuer Hans-Jürgen Gröschel. Die anderen Pferde hatten keine echte Chance.

Gewaltig war das Vertrauen in der einleitenden Zweijährigen-Prüfung über 1.800 Meter in Gestüt Park Wiedingens Dschingis Secret-Bruder Destino (17:10), der bei seinem Debüt Vierter zu dem späteren Winterfavoriten Erasmus gewesen war. Unter Adrie de Vries wehrte der heiße Favorit auch die starke Attacke von Night of England ab, hinter der der lange führende Arcado Dritter wurde. „Er ist kein typischer Zweijähriger und kann auch weitere Wege. Wir freuen uns auf das nächste Jahr und machen nun Schluss für 2017“, erklärte Trainer Markus Klug.

Sein Können im Rennsattel hatte der Franzose Jeremy Moisan schon mehrfach bewiesen, denn der 18. Erfolg kam nicht von ungefähr – auf der von Andrea Schwarzenbeck in Bayern trainierten Koreen (197:10), die im 4. Wertungslauf zum Nachwuchsförderpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung (Ausgleich IV, 2.200 m) mit tollem Speed gegen Soldieress und Avorio zum Zuge kam. Zur Gesamtsiegerin des Wettbewerbs avancierte Lilli-Marie Engels, die nun einen Förder-Lehrgang in Newmarket besuchen darf.

Mit seinem Namen Horst hat der dreijährige Wallach natürlich besonders viele Fans. Und nach einem maßgerechten Finish von Bayarsaikhan Ganbat zog die 91:10-Chance an der Innenseite gegen die Lokalmatadorin Sasuka und die vorne gehende Bocca Regia in einer Meilen-Konkurrenz auch bestens durch und feierte seinen ersten Sieg.

Offenbar so richtig geplatzt ist der Knoten bei Stall Nizzas Amora (75:10, D. Porcu), denn die von Peter Schiergen aus Köln entsandte Dreijährige schaffte mit tollem Endspurt in einem 1.600 Meter-Ausgleich III den zweiten Treffer in Folge. Heavensfield, Mister Onyx und Kowalsky komplettierten die Viererwette, die nicht getroffen wurde, so dass es beim Frühjahrs-Meeting 2018 einen Jackpot geben wird.

Auch mit sieben Jahren noch immer für einen Ausgleich II gut ist der von Sarah Steinberg in München trainierte Royal Fox, der in jüngeren Jahren sogar noch bessere Klasse vertrat. Stephen Hellyn wartete auf dem 146:10-Außenseiter lange auf eine Lücke, doch als sich diese hundert Meter vor dem Ziel auftat, schoss der Wallach auf der 1.400 Meter-Distanz noch an der stets führenden Petite Paradise und an Mister Spock vorbei. Der Favorit Film tat sich diesmal dagegen früh schwer. „Die letzte Form in Hannover war schon gut. Wir waren daher guter Dinge“, sagte die Siegtrainerin.

Baden-Baden ist ein erfolgreiches Pflaster für Stall Fürstenhofs Wild Comet (65:10), denn die von Jens Hirschberger aufgebotene Stute stürmte nach ihrem Erfolg bei der Großen Woche nun im Ausgleich II über 2.400 Meter unter dem Franzosen Lukas Delozier mit mächtigem Speedwirbel noch locker an Hot Like Mexico und Viva la Vita vorbei. Da könnte noch mehr möglich sein. Passenderweise war es im Soldier Hollow Rennen der dritte Treffer eines Nachkommen dieses Klassedeckhengstes an diesem Nachmittag.

Der Gesamtsieg von Sarah Jane Hellier (Besitzerin und Trainerin) und Reiterin Olga Laznovska in der Sport-Welt Amateur Trophy stand schon vor dem Finale fest. Und dennoch war der Endlauf, ein über die Meile führender Ausgleich IV, eine mehr als spannende Angelegenheit. Denn es war vorne ganz eng, mit dem besten Ende für die schon bei der Großen Woche zweitplatzierte Betsy Coed (102:10), die von zweiter Stelle unter Selina Ehl einen minimalen Vorteil gegen Praise, Cazador und Whishawizz eroberte. Auch diese Viererwette wurde ebenfalls nicht getroffen. 

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