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Baden-Baden: Lerners genialer Schachzug sorgt für den Unterschied

Sensation durch Sky Full of Stars im T. von Zastrow Stutenpreis

Baden-Baden 1. September 2018

Am Dienstag startet Jockey Marc Robert Lerner seinen sechsmonatigen Trip nach Singapur, zuvor feierte er am Samstag im T. von Zastrow Stutenpreis (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.400 m) auf der 248:10-Riesenaußenseiterin Sky Full of Stars einen grandiosen Erfolg, an dem er maßgeblichen Anteil hatte. Der Franzose schickte die zuletzt mehrfach in starker Gesellschaft gegen die Hengste gelaufene Kendargent-Tochter des Gestüts Karlshof Mitte der Gegenseite in einer plötzlichen Tempoverschärfung weit außen an die Spitze und rettete einen Kopf-Vorteil gegen die heranstürmende Engländerin Star Rock nach Hause.

Die Favoritin kam immer näher, doch das Ziel stand genau richtig für die enorm kämpfende Sky Full of Stars, die benannt ist nach einem Song der Gruppe Coldplay und beim 14. Start ihr viertes Rennen gewann. Mit den nun verdienten 40.000 Euro steigerte sie ihre Gewinnsumme auf 81.500 Euro.

Jockey Marc Lerner in einem ersten Statement: „Die Stute ist super gelaufen, als das Tempo für sie unterwegs zu langsam wurde, habe ich sie nach vorne geschickt. Wie man gesehen hat, ging es ja gut für uns aus."

Trainer Henk Grewe (Köln), dessen stärker gewettete Night of England aus guter Lage nur Sechste wurde, sagte: „Wir hatten bei Sky Full of Stars ein paar Dinge in der Vorbereitung geändert, die sich positiv ausgezahlt haben, die ich aber hier nicht genauer benennen kann. Der Jockey hat ihr unterwegs die bessere Spur gesichert, das machte am Ende den Unterschied aus. Sie ist eine tolle Stute, die in der Arbeit sehr wenig zeigt. Ich hätte nie gedacht, dass sie ein Pferd für 2.400 Meter ist. Wir steuern mit ihr nun ein Rennen in Kanada an. Night of England hatte leider kein Führpferd und kam nicht weiter. Wir müssen analysieren, was da los war.“

Holger Faust vom Gestüt Karlshof erklärte: „Ich hatte schon die ganze Woche eine gutes Gefühl bei Sky Full of Stars. In den Grupperennen gegen die Hengste hatte sie es schon schwer. Heute hat alles gepasst, der Jockey ist genau nach Order geritten. Nun bekommt sie eine Pause und dann wollen wir nach Kanada in die E P Taylor Stakes mit ihr."

Englische Stuten auf Platz zwei und drei

Star Rock schien lange gewinnen zu können, zog aber nicht ganz über die Gegnerin hinweg. Trainer Hugh Morrison: „Es ist natürlich bitter, so knapp zu verlieren, sie war das beste Pferd im Rennen. Star Rock hatte eine gute Position. Wenig weiter wäre sie noch an der Gegnerin vorbeigekommen. Letztlich war die Zielgerade einen Tick zu kurz.“

Reiter Rene Piechulek fügte hinzu: „Sie ist ein sehr gutes Rennen gelaufen. Die Stute benötigt einfach eine längere Gerade damit sie noch besser in Schwung kommt."

Sehr gut hielt sich mit Tia Makfi ein weiterer Gast aus England auf Rang drei. Ihr Betreuer Mark Johnston: „Unterwegs war sie etwas weit hinten, aber sie hat noch viel Boden gut gemacht. Man darf nicht vergessen, dass sie zwei Monate nicht gelaufen war. Wir wollten unter die ersten Drei kommen, das haben wir geschafft. Ich bin sehr zufrieden.“ Sie blieb vor der Schweizerin Sweet Soul Music als Vierte.

Dennis Schiergen: „Sie ist riesig gelaufen und hat gezeigt, dass sie in diese Klasse gehört. Zu Beginn der Geraden wurde sie von Barista etwas behindert. Die Strecke kam ihr sehr entgegen.“

Großer Kampf von San Salvador

Toller Triumph für die heimische Trainingszentrale im Sport-Welt Steher Cup (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.800 m), dem Höhepunkt des Rahmenprogramms. Der von Carmen Bocskai vor Ort für das Gestüt Winterhauch trainierte San Salvador (44:10) erinnerte sich nach durchaus soliden Frankreich-Formen wieder seiner Bestform und rang in einem epischen Fight den Schweizer Gast Le Colonel nieder.

Es sah schon so aus, als würde Le Colonel die Oberhand behalten, ehe er doch mit dem Ehrenrang wie 2016 vorlieb nehmen musste, denn Alexander Pietsch entlockte dem anfangs führenden, dann von Adler und Moonshiner abgelösten San Salvador ganz außen noch allerletzte Reserven und brachte den Wallach mit einem kurzen Kopf nach vorne. 14.000 Euro Preisgeld waren der Lohn.

Carmen Bocskai nach ihrem zweiten Tagessieg: „San Salvador hatte Probleme mit der Atmung. In dieser Klasse ist er zu Hause. Er hat wunderbar zurückgekämpft. Es sah ja lange so aus, als würde er zweiter werden. Vielleicht orientieren wir uns wieder in Richtung Frankreich. Für das St. Leger hat er keine Nennung, aber für ein 3.000 Meter-Grupperennen im Oktober in Hoppegarten.“

Le Colonel lief hier auch in der knappen Niederlage großartig. „Ihm kam der lange Weg entgegen, das war eine Super-Leistung“, sagte Trainer Andreas Schärer. Deutlicher zurück erkämpfte sich Nacida ganz zuletzt noch Rang drei gegen den vielleicht etwas zu früh angreifenden Moonshiner, der ebenso wie Adler nicht durchstand.

Eindrucksvoller Heimsieg

Eindrucksvoller Heimsieg im Zweijährigen-Rennen über 1.500 Meter durch den von Carmen Bocskai in Iffezheim trainierten Winterfuchs (58:10). Der Campanologist-Sohn des Gestüts Ravensberg entwickelte unter Jozef Bojko bei seinem Debüt die größten Reserven und fing Bristano sowie Elagent Man noch ab. „Wir hatten schon mit einer starken Vorstellung gerechnet. Er besitzt ein schönes Phlegma und ist aktuell die Nummer eins bei unseren jungen Pferden“, berichtete Trainergatte Georg Bocskai. Revelstoke ließ die meisten Chancen schon am Start, am Ende reichte es nur zu Rang vier.

Die Pause seit Anfang Juni scheint der von Peter Schiergen trainierte Ittlinger Nikkei (28:10) bestens genutzt zu haben. In einer 2.200 Meter-Prüfung verabschiedete sich der Co-Favorit unter Andrasch Starke früh und souverän von der heißen Favoritin Aduna, die nur noch Tornaldo passieren konnte.

Stattliche Viererwette

Nach dem Erfolg in Ostende hatte nicht unbedingt mit einem weiteren Treffer des von Peter Lanslots in Belgien vorbereiteten Snowdrop (153:10) gerechnet, doch in einem Amazonenreiten (Ausgleich IV, 2.000 m) profitierte der Wallach von den erstmals verordneten Scheuklappen und einem sehr offensiven Ritt von Anna van den Troost, die Start-Ziel einen sicheren Vorteil gegen den Holländer Fire Linn sowie Perfect Son und Allure Gold verteidigte. Die Viererwette bezahlte stattliche 441.057:10 Euro.

Überfällig war nach zwei zweiten Plätzen der von Stefan Richter in Dresden trainierte Sir Theodore (36:10) in einem 1.200 Meter-Ausgleich III, der Marco Casamento den fünften Meetingstreffer bescherte. Souverän setzte sich der Favorit von Be my Best und Thorpe Bay ab.

Die Klasse-Form des Lengericher Trainers Dr. Andreas Bolte bestätigte sich im Ausgleich II über 1.800 Meter (Gedächtnispreis für den verstorbenen Jockey und Trainer Peter Remmert) erneut, als der von Adrie de Vries offensiv gesteuerte Auenwolf (25:10) klar gegen Miura und All Win voraus war.

Er liebt die Bahn in Iffezheim und enttäuschte seine vielen Anhänger nicht: Stall Nicoles Kinetic Cross (32:10) aus dem Münchener Quartier von Werner Glanz wehrte nach einem Glanzfinish von Adrie de Vries (sechster Erfolg in der Großen Woche) den vorne stets dagegenhaltenden Butch Cassedy knapp ab. La Magique folgte als Dritte schon mit Abstand.

Im abschließenden 1.600 Meter-Ausgleich IV gab es eine erhebliche Startverzögerung, da Forgo sich seines Reiters entledigt hatte. Schließlich trumpfte erneut ein Pferd aus Iffezheim auf, wobei mit Tigers Palarina (203:10) kaum zu rechnen war. Einen blitzsauberen Ritt zeigte der junge Thore Hammer-Hansen auf der von seinem Vater Lennart (dritter Meetingserfolg) aufgebotenen Stute. Mit viel Speed stürmte die Außenseiterin noch an El Torito, Viscount Vert und Thymian vorbei. Die Viererwette wurde nicht getroffen.

Ulrike Castle, langjährige Leiterin des Gestüts Isarland, wurde für ihr Lebenswerk mit dem Ehrenpreis Monsun des Galopp Club Süddeutschland ausgezeichnet

Champions League am Sonntag

Nun herrscht große Vorfreude auf den Final-Sonntag der Großen Woche in Baden-Baden. Dann steht mit dem Longines – Großer Preis von Baden (Gruppe I, 250.000 Euro) der Höhepunkt des Meetings und ein Top-Highlight der German Racing Champions League an.

 

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