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Scheich-Hengst Best Solution mit dem zweiten Sieg in der German Racing Champions League

Englischer Doppel-Triumph im 146. Longines Großer Preis von Baden

Baden-Baden 2. September 2018

Englischer Doppelsieg in der German Racing Champions League: 15.800 Zuschauer sahen am Sonntag im 146. Longines Großer Preis von Baden (Gruppe I, 250.000 Euro, 2.400 m), dem Saison-Höhepunkt auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim, den sicheren Triumph des von Saeed bin Suroor für Dubai-Herrscher Scheich Mohammed (Stall Godolphin) trainierten Best Solution.

Der 39:10-Co-Favorit bezwang nach einem packenden Finish seinen Landsmann und Favoriten Defoe (Andrea Atzeni) sowie den Vorjahreszweiten und 2016er-Gewinner Iquitos (Eddy Hardouin). 150.000 Euro betrug die Siegbörse nach dem achten Karrieretreffer beim 21. Start von Best Solution. Der vierjährige Kodiac-Sohn hatte bereits zuletzt den Longines Großer Preis von Berlin in Hoppegarten gewonnen und schaffte nun das spektakuläre deutsche „Longines-Doppel“ in der Champions League.

Vom Start bestimmte die Stute Night Music eine moderate Pace vor Defoe, dahinter sah man Best Solution in einer idealen Ausgangsposition vor Khan und Dschingis Secret. Iquitos und Windstoß galoppierten auf den letzten beiden Positionen.

Auf der Zielgeraden fächerte das Feld in breiter Phalanx auf. Zunächst wurde man auf den innen in toller Manier anziehenden Iquitos aufmerksam, Defoe blieb dabei, doch als außen Best Solution mächtig nachsetzte, war schon fast eine Vorentscheidung gefallen. Der Scheich-Galopper war rechtzeitig enteilt, als Defoe außen noch einmal näherkam, doch er erreichte Best Solution nicht mehr, der mit einem Hals zu diesem bedeutenden Erfolg kam und damit seine Gewinnsumme auf 848.738 Euro katapultierte.

Australien das nächste Ziel

Siegtrainer Saeed bin Suroor: „Er hatte stets eine günstige Position im Rennen und hat auf der Zielgeraden prächtig angezogen. Wir sind sehr zufrieden. Nun steuern wir Australien an. Der Caulfield Cup und anschließend der Melbourne Cup sind seine Ziele.“

Jockey Pat Cosgrave ergänzte: „Er legt eine glänzende Saison hin, hat nun sein drittes Rennen hintereinander gewonnen, seitdem er aus Dubai zurückgekommen ist. Unser Gegner war Defoe, er ist aber mehr ein Steher-Typ, daher habe ich mit Best Solution versucht, früh von ihm wegzukommen. Das hat bestens geklappt.“

Defoe lief nach langer Pause als Zweiter ein Top-Rennen, sein Start wurde erst kurzfristig perfekt. Trainer Roger Varian: „Für ihn wäre weicher Boden besser gewesen, wir haben lange überlegt, ob wir hier antreten. Auch die langsame Pace war nicht nach seinem Geschmack. Auf einer längeren Geraden hätte er trotzdem gewonnen. Er ist Gruppe II-Sieger, der Arc ist natürlich eine Option.“

Iquitos schien kurz gewinnen zu können, er lief als Dritter und bester Deutscher einmal mehr hier glänzend. Jockey Eddy Hardouin: „Er lief ein sehr gutes Rennen und packte immer wieder an. Ich bin mit dem dritten Platz zufrieden. Das Pferd ist einfach ein Kämpfer."

Iquitos‘ Betreuer Hans-Jürgen Gröschel haderte dagegen mit dem Rennverlauf: „Der Jockey ist viel zu früh nach vorne gegangen, er hätte länger warten sollen. Trotzdem ist Iquitos wieder ein Riesenrennen gelaufen. Hoppegarten und München sind nun seine Optionen.“

Bis zu den weiteren Pferden klaffte eine größere Lücke. Windstoß eroberte spät Rang vier, während sein Trainingsgefährte Dschingis Secret als Sechster nie zwingend wirkte. Trainer Markus Klug: „Für beide Pferde war das Rennen zu langsam, daher wollte ich eigentlich, das Dschingis Secret vorne geht und selbst das Tempo macht, aber dazu kam es nicht. Iffezheim ist nicht seine Bahn. Windstoß ging hinten entspannt und machte noch Boden gut. Er wird definitiv im Preis von Europa laufen, bei Dschingis Secret ist das eine Option.“

Als Fünfte hielt sich auch die lange führende Night Music ansprechend. Ihr Reiter Oisin Murphy meinte: „Das ist eine sehr feine junge Stute, die eine große Zukunft vor sich haben sollte. Sie sollte auf weiteren Distanzen noch besser aufgehoben sein.“ Khan hatte erwartungsgemäß keine Chance.

Best Solution schließt zu Weltstar auf

In der Gesamtwertung der German Racing Champions League schloss Best Solution nun zu Derbysieger Weltstar auf (je 20 Punkte). Iquitos folgt als Dritter (16 Punkte) dichtauf). Bei den Jockeys ist es zwischen Adrie de Vries (25 Punkte) und Andrasch Starke (21 Punkte) vor Eduardo Pedroza (18 Punkte) sehr spannend. In der Trainer-Wertung rückte Saeed bin Suroor mit 30 Punkten näher an Markus Klug (48 Punkte) heran.

Zweiter Badener Gruppesieg für Salzburg-Team

Zweiter Gruppesieg für die Münchener Trainerin Sarah Steinberg (30) bei der Großen Woche: Im Wackenhut Mercedes-Benz-Preis (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.400 m), dem Highlight des Rahmenprogramms, feierte sie für den Stall Salzburg nach Wai Key Star im Preis der Sparkassen-Finanzgruppe nun einen weiteren Top-Treffer in diesem Highlight für zweijährige Pferde mit dem für 5.500 Euro nachgenannten Quest the Moon.

Mit einer starken Energieleistung zwang die 73:10-Chance, ein Sohn des früheren Derbysiegers Sea The Moon, der beim Debüt in München nur an einem unglücklichen Rennverlauf gescheitert war, in einem dramatischen Endkampf mit zweimal Hals-Vorteil die stets führende Engländerin I’ll Have Another und die kurz brandgefährlich wirkende Peace of Paris in die Knie.

„Sarah Steinberg in einem ersten Kommentar: „Ich hatte mir in jedem Falle eine Platzierung erhofft. Er hatte sich nach seinem ersten Start toll verbessert. Ich habe ihn selbst in der Abschlussarbeit selbst geritten, und diese war fantastisch. Er ist ein ganz hartes Pferd. Im Preis des Winterfavoriten in Köln wird er seinen letzten Start in diesem Jahr absolvieren.“

Quest the Moons englischer Jockey Oisin Murphy fügte hinzu: „Er ist ein tolles Pferd, kam immer besser in Schwung und hat heute eine Super-Leistung gezeigt. Ich denke, auf weiteren Distanzen und mit mehr Routine wird er ein sehr gutes Pferd."

Natürlich war Mark Johnston etwas enttäuscht nach der knappen Niederlage von I’ll Have Another, dennoch sagte er: „Das war eine tolle Vorstellung von I’ll Have Another, aber ich bin natürlich etwas frustriert, dass wir so knapp verloren haben. Letztlich hatte sie ja auch eine Pause seit über zwei Monaten und brauchte den Start noch. Kilbarchan hat uns als Siebte enttäuscht. Sie war früh geschlagen.“

Joe Fanning verriet über Jockey I’ll Have Another: „Wir hatten ein ideales Rennen an der Spitze, aber leider guckte sie an der Spitze etwas, dennoch war die Leistung stark.“

Peace of Paris schien kurz gewinnen zu können, während Sharoka noch Boden gutmachte und Man On The Moon diesmal nie zwingend wirkte. Trainer Markus Klug: „ Der dritte Platz von Peace of Paris war okay , wir waren nicht weit geschlagen. Da sie sich zu Beginn der Geraden etwas festgefahren hatte, wäre allerdings noch mehr drin gewesen. Auch Sharoka hat sich als Vierte wacker aus der Affäre aus der gezogen. Man On The Moon blieb diesmal unter den Erwartungen."

Tirano groß gesteigert

Ein mächtig gesteigertes Pferd ist Guido Schmitts Tirano (40:10), der im Ausgleich I über 2.200 Meter seinem jüngsten Erfolg im Grand Prix d‘ Avenches gleich einen weiteren lohnenden Sieg folgen ließ. Marc Lerner entlockte dem von Waldemar Hickst in Köln trainierten Wallach, der zu einer Quote von 40:10 unterwegs war, sehr starke Reserven. Locker ließ er Sweet Thomas und den lange führenden Licinius stehen.

Der erste Saisonsieg von Universal Star (36:10) aus dem Hoppegartener Stall von Jan Korpas im einleitenden 1.600 Meter-Ausgleich III kam alles andere als unerwartet. Die Stute löste sich nach einem maßgerechten Ritt von Jozef Bojko auf der Außenspur noch klar von Whaling Story und Rose of Eden.

Starkes Debüt von Barbados

Mit einem glänzenden Debüt wartete Gestüt Bonas Barbados (40:10) auf, die im Preis des Gestüts Etzean – Winterkönigin Trial über 1.400 Meter mit Andrasch Starke einen sicheren Debüterfolg feierte. Die Dalakhani-Tochter hielt auch Profit und die Favoritin Waldblümchen sicher in Schach. „Sie ist sehr gut gezogen und eine Hoffnung. In der Arbeit hatte sich die Stute angeboten. Ich wäre enttäuscht gewesen, wenn sie nicht unter die ersten Drei gekommen wäre. Vielleicht steuern wir nun ein Auktionsrennen an“, so Trainer Peter Schiergen. Eine Nennung im Preis der Winterkönigin besitzt sie nicht.

Seinen dritten Saisonsieg feierte Stefan Richters Adao (91:10) mit Martin Seidl im Ausgleich III über 2.200 Meter. Mit gewohntem Endspurt schob er sich noch an Shabrice, Zantaro und Pissarro vorbei. Die Viererwette, ausgestattet mit 30.000 Euro Garantie-Auszahlung, bezahlte 241.697:10 Euro.
Das Kunststück, sein drittes Rennen in Serie zu gewinnen, schaffte der von Werner Glanz in den 1.600 Meter-Ausgleich II geschickte Mister Onyx (61:10), der mit Michael Cadeddu die Gegner, angeführt von Manipur und Fuego del Amor regelrecht deklassierte.

Ganz Iffezheim jubelt

Was für ein Jubel nach dem Berenberg Cup (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.800 m): Die im Besitz des Galoppclub Iffezheim stehende Folie de Louise (45:10) setzte sich mit dem französischen Jockey Tony Piccone sehr sicher für das Quartier von Carmen Bocskai aus dem badischen Renndorf durch. Die Schweizerin Sanora und Serena belegten die besten Plätze. Das Siegerpodest geriet fast zu klein, so viele Vereinsmitglieder freuten sich.

Adrie de Vries sicherte sich mit Toni Potters‘ Avarengo (87:10) noch den abschließenden 1.200 Meter-Ausgleich IV vor dem stets führenden Außenseiter Rateel, Kick Off und Casinomaster. Die Viererwette brachte 237.129:10 Euro.


 

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