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Champions League: 211:10-Außenseiter fliegt in Köln allen davon

Sensationeller Sieg von Khan im 56. Preis von Europa

Köln 23. September 2018

Sensationelles Ergebnis im bedeutendsten Galopprennen der Kölner Rennsaison 2018 am Sonntag: Im 56. Preis von Europa (Gruppe I, 155.000 Euro, 2.400 m) gewann mit dem von Henk Grewe in der Domstadt vorbereiteten 211:10-Außenseiter Khan das Pferd, mit dem man in diesem Highlight der German Racing Champions League am wenigsten gerechnet hatte. Mit dem jungen Franzosen Clement Lecoeuvre triumphierte der auf dem schweren Boden in seinem Element befindliche Santiago-Sohn zur Verblüffung des Publikums.

Hinter dem Piloten Veneto fand Khan eine ideale Ausgangslage vor, dahinter sah man auch Devastar und Walsingham in vorderer Linie, während der klare Favorit Torcedor an fünfter Stelle auszumachen war, und auch der stark beachtete Windstoß war gemeinsam mit Sweet Thomas in hinteren Regionen auszumachen.

Auf der Zielgeraden griff Khan früh an und löste sich auf einen Rush von den Gegnern. Bis auf sechs Längen enteilte der aus der Zucht des Gestüts Karlshof stammende Hengst den sechs Kontrahenten. Die Sensation war perfekt. Ausgezahlt hat sich die Entscheidung des Managers:

„Ich wollte ursprünglich vor einer Woche im St. Leger laufen, aber zum Glück hat sich Racing Manager Holger Faust durchgesetzt mit seiner Meinung, im Preis von Europa zu starten. Clement Lecoeuvre hat ihn toll geritten“, gab Khans Trainer Henk Grewe zu.

Holger Faust ergänzte: „Wir hatten immer auf diesen Boden gewartet. Warum sollten wir es mit Khan nicht versuchen? Das Rennen lief genau wie erhofft. Er sollte vorne mitgehen. Wir steuern nun das Canadian International am 13. Oktober in Toronto an.“

Walsingham mit starker Vorstellung

Eine Klasse-Vorstellung gab als Zweiter auch Walsingham, der nie lockerließ. „Der Boden war sehr schwer, aber ich war mir sicher, dass er damit zurechtkommen würde“, meinte Trainer Peter Schiergen. „Wo wir jetzt laufen, spreche ich mit dem Besitzer ab.“

Windstoß, der Derbysieger von 2017, schob sich von hinten noch auf Platz drei, eine Siegchance besaß er nicht, blieb aber vor Devastar, der als Vierter ebenfalls achtbar abschnitt. Trainer Markus Klug: „Beide Pferde haben sich wacker verkauft. Devastar wurde es auf diesem Boden etwas zu weit. Windstoß fand ebenfalls noch gut in die Partie.“

Favorit Torcedor früh chancenlos

Sweet Thomas und Veneto waren auf Platz fünf und sechs nie gefährlich. Der Favorit Torcedor sendete früh Notsignale und landete nur auf dem letzten Platz. „Er war noch nie auf solch schwerem Boden gelaufen, das dürfte der Grund für die Vorstellung gewesen sein“, versuchte Racing Manager Roland Rauscher eine Erklärung.

Hochspannung bei Pferden und Jockeys in der Gesamtwertung

In der Gesamtwertung der German Racing Champions League führen unverändert Best Solution und Weltstar mit jeweils 20 Punkten vor Iquitos (16 Punkte). Walsingham (15 Punkte) rückte als Vierter dichter heran.

Spannend ist der Kampf der Jockeys. Hier besitzt Adrie de Vries (30 Punkte) noch drei Punkte Vorsprung auf Andrasch Starke (27 Punkte), dahinter ist Pat Cosgrave (20 Punkte) Dritter.

Markus Klug dominiert bei den Trainern mit 53 Punkten vor Saeed bin Suroor (30 Punkte) und Peter Schiergen (21 Punkte).

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Enissa zu Mega-Quote im Listenrennen top

Mit einer riesigen Überraschung endete der Preis des Casino Baden-Baden – Kölner Stutenpreis (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.850 m). Denn die von Markus Klug trainierte Ittlingerin Enissa (339:10) musste hier einen gewaltigen Sprung bewältigen, doch diesen meisterte die dreijährige Soldier Hollow-Tochter bravourös und setzte sich mit Martin Seidl früh und leicht ab.

„Mit Favoriten kann ich derzeit nicht gewinnen, aber mit großen Außenseitern“, meinte Klug. „Das war sehr überraschend, wir dachten, dass Enissa den Boden nicht kann, da sie auf diesem Untergrund zweijährig zweimal schwach gelaufen war. Sie hat eine Nennung in einem Grupperennen in Italien.“

Die moralische Siegerin war die ganz spät noch auf Platz zwei vorstoßende Prima Violetta, die mehrfach keinen Platz vorfand und unter Wert geschlagen war. „Mit mehr Glück hätte das anders aussehen können“, versicherte Trainer Andreas Wöhler. Akua‘ rella war als Dritte ebenso dichtauf vor Realeza. Die favorisierte Engländerin Shenanigans kam aus guter Lage früh nicht mehr weiter.

Sauren-Youngster mit Klasse-Debüt

Mit einem bemerkenswerten Erfolg, der für die Zukunft viel verspricht, führte sich der im Besitz von Eckhard Sauren stehende Sea The Moon-Sohn Noble Moon (45:10) in einem Meilenrennen toll ein. Ganz zuletzt schaffte Andrasch Starke auf dem Zweijährigen, dessen Mutter Nouvelle Noblesse ebenfalls Gruppesiegerin ist, noch die Wende gegen den stets führen Sibelius. Elegant Man und Lacento waren dahinter ebenfalls dichtauf.

Möglicherweise kann Noble Moon den beiden in den letzten Jahren hier siegreichen Langtang und Erasmus nacheifern, die anschließend den Preis des Winterfavoriten gewannen. „Er ist ein sehr gutes Pferd, ich hatte mit einem entsprechenden Laufen gerechnet“, berichtete Trainer Peter Schiergen.

Schnelles Doppel für Schiergen/Starke

Schon eine halbe Stunde später kam das Team Andrasch Starke/Peter Schiergen mit der Ittlingerin Larea (20:10-Favoritin) in einem 1.850 Meter-Ausgleich III zu einem weiteren Erfolg. Der Zielpfosten stand für die Rock of Gibraltar-Tochter goldrichtig, die sich mit einer Nase gegen die heranfliegende Nareia über die Linie rettete. Parda folgte als Dritte schon mit etwas Abstand.

Bemerkenswert ist die Steigerung des von Dr. Andreas Bolte in Lengerich vorbereiteten Ricardo, der in einem 2.200 Meter-Handicap zum dritten Mal in Serie die Gegner Start-Ziel beherrschte. Rene Piechulek löste sich mit dem Favoriten früh von Notre Jury, Alsterprinz und Unikat. Die Viererwette bezahlte 37.500:10 Euro.

Alter schützt vor Siegen nicht – als Neunjähriger erlebt der in den Niederlanden von Lucien van der Meulen trainierte Dutch Master (108:10) seinen zweiten Frühling. Nach einem couragierten Ritt des jungen Gijs Snijders wehrte der Wallach beim zweiten Treffer in Folge in einem 1.850 Meter-Ausgleich IV Absolute Amy, Hellomoto und So Soon ab. Die Viererwette brachte 100.000:10 Euro.

Der Fels in der Brandung

Northern Rock, der im Besitz von Egbert Schäfer stehende und von Sascha Smrczek in Düsseldorf trainierte Wallach, triumphierte nach seinem Iffezheimer Erfolg erneut, nun in einem über 2.100 Metetr führenden Ausgleich I über 2.100 Meter. Marco Casamento entlockte der 33:10-Chance bei seinem zweiten Tagescoup mächtige Reserven gegen den vorne bestens durchziehenden Licinius sowie Molly le Clou.

In den beiden letzten Prüfungen ging es nochmals sehr eng zu: Stall Ullmanns Guiri (17:10) aus dem Stall von Jean-Pierre Carvalho schob sich in einem 1.850 Meter-Rennen zuletzt noch an Tex Hollow vorbei. Andrasch Starke schaffte seinen dritten Tagessieg. In einem 1.400 Meter-Ausgleich III holten sich Dr. Andreas Bolte und Rene Piechulek mit Madita (36:10) den zweiten Erfolg an diesem Nachmittag knapp vor Saldinska und Infamous Lawman.

Große Auszeichnung für Karl Jörg

Für seine jahrzehntelangen Verdienste (40 Jahre) in der deutschen Vollblutzucht wurde der Wittekindshofer Gestütsleiter Karl Jörg von Rolf Leisten (Vorsitzender der Technischen Kommission und Zucht-Kommission) und Direktoriums-Präsident Dr. Michael Vesper mit der Bronze-Medaille des Dachverbandes ausgezeichnet.
 

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