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Sauren-Zweijähriger ist der neue Winterfavorit

Der Mega-Fight von Noble Moon vor 14.000 Zuschauern in Köln

Köln 14. Oktober 2018

Episches Duell vor 14.000 Zuschauern im bedeutendsten Rennen für zweijährige Pferde in Deutschland am Sonntag beim Saisonfinale auf der Galopprennbahn in Köln: Im Preis des Winterfavoriten (Gruppe III, 155.000 Euro, 1.600 m) gewann der von Peter Schiergen in der Domstadt für Renn-Vereins-Präsident Eckhard Sauren trainierte Noble Moon (46:10) nach einem grandiosen Endkampf des achtfachen Champions Andrasch Starke mit Kopf-Vorteil gegen den Favoriten Django Freeman sowie Man On The Moon auf Platz drei.

Noble Moon und Django Freeman hatten sich auf der Zielgeraden schnell von den sechs anderen Pferden abgesetzt, nachdem bis zu diesem Zeitpunkt Moonlight Man vor Rip Van Lips und den beiden späteren Protagonisten das Geschehen diktiert hatte, in einem sehr dicht formierten Feld. Starke eroberte am inneren Flügel schnell einen Vorteil auf Noble Moon, doch sah es kurz so aus, als würde Django Freeman an der Außenseite an ihm vorbeiziehen.

Aber Andrasch Starke mobilisierte auf Noble Moon, der vor wenigen Wochen hier bei seinem siegreichen Debüt schon sehr imponiert hatte, immer wieder mächtige neue Reserven und bewahrte dem Sohn des 2014 im Derby erfolgreichen Sea The Moon einen minimalen Vorteil vor einem kaum schlechter gehenden Django Freeman.

Bosbach überreicht die Ehrenpreise

Damit bleibt Noble Moon weiter ungeschlagen und könnte über Winter der Favorit für das Derby 2019 sein, in dem er möglichst seinem Vater nacheifern soll. 85.000 Euro Siegprämie gab es für Eckhard Sauren, der auch Züchter des Pferdes ist. Trainer Peter Schiergen feierte seinen vierten Winterfavorit-Triumph nach Sumitas 1998, Manduro 2004 und Silvaner 2010. Der so populäre Politiker Wolfgang Bosbach überreichte die Ehrenpreise.

Siegjockey Andrasch Starke in einem ersten Kommentar: „Ich war schon nach dem ersten Sieg hier in Köln begeistert von Noble Moon. Er hat den Sprung vom Maidenrennen in diese Klasse bestens bewältigt, wie er mir schon im Training gezeigt hatte. Ich war auf der Zielgeraden etwas früh vorne, aber er hat riesig gekämpft. Auf den letzten 300 Metern haben wir uns ein großes Duell mit Django Freeman geliefert, so etwas wollen die Zuschauer sehen. Es waren zwei Ausnahmepferde vorne. Ich freue mich auf das nächste Jahr mit Noble Moon. Vom Typ her sieht er aus wie ein 2.000 Meter-Pferd, aber von seinem Vater hat er unheimlich viel Stehvermögen mitbekommen. Da sollten auch 2.400 Meter im Derby kein Problem sein.“

Trainer Peter Schiergen ergänzte: „Ich denke, dass wir im nächsten Jahr noch viel Freude mit Noble Moon haben werden. Vermutlich geht er nun in die Winterpause, und wir werden dann 2019 früh anfangen. Bis 2.000 Meter sehe ich kein Problem. Die Klasse für 2.400 Meter hat er.“

Rip Van Lips mit Pech

Der wie Noble Moon von Sea The Moon stammende Man On The Moon lief als Dritter ein sehr gutes Rennen, er kam vom letzten Platz noch stark ins Bild, ohne die beiden vorderen Pferde gefährden zu können und war der beste der vier Kandidaten von Champion Markus Klug. Ziemlich viel Pech hatte der viertplatzierte Rip Van Lips auf der Zielgeraden, der sich trotzdem wacker hielt. Sibelius und Moonlight Man konnten sich ebensowenig steigern wie Bristano und Wilder.

Fehlstart im Listenrennen – Rennen ungültig

Das bedeutendste Rennen des Rahmenprogramms, dem Ilse und Heinz Ramm-Erinnerungsrennen (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.400 m), wurde annulliert: Hier hatte Starter Tom Maher kurz nach dem Öffnen der Boxen auf Fehlstart erkannt, da Millowitsch einen kurzen Moment vor dem Start die Boxentür durchbrach, und nur ein Jockey hatte es bemerkt: Andreas Helfenbein hatte den so populären Galopper Millowitsch, der hier eigentlich seinen letzten Start vor dem Wechsel in die Zucht (ins Gestüt Röttgen) absolvieren sollte, sofort angehalten. Viele der anderen Reiter schauten zwar ungläubig zur Seite oder nach hinten, ritten aber bis zum Ziel weiter, doch war dieser Verlauf und der vermeintliche Sieg von Westfalica gemäß den Statuten der Rennordnung ungültig. Das Rennen war ungültig. Alle Wetten mussten zurückgezahlt werden.

Hier das offizielle Protokoll: „Beim Start zum 4. Rennen (Ilse und Heinz Ramm-Erinnerungsrennen) durchbrach Millowitsch etwas verfrüht die Startbox. Daraufhin erkannte der Starter Tom Maher folgerichtig auf Fehlstart, löste das Rückrufgerät per Funk aus und rief dem Feld „Fehlstart“ hinterher. Andreas Helfenbein, Reiter von Millowitsch, erkannte dies sofort, da er im Wissen um seinen Fehlstart zum Starter blickte. Er nahm sein Pferd umgehend auf und hielt an. Der Rennfilm belegt, dass der Rest der Reiter im Feld kurzzeitig irritiert schien und man sich auch gegenseitig anschaute. Schlussendlich entschieden sich aber alle Reiter - außer Andreas Helfenbein - das Rennen zu Ende zu reiten. Der Starter ließ über Funk mehrfach vernehmen, dass es sich um einen Fehlstart handelt. Inwieweit es technische Probleme mit dem Rückrufgerät gegeben hat, war am Renntag nicht zu klären, da die Aussagen darüber widersprüchlich waren. Herr Helfenbein und Herr Seidl, als auch der Starter wollten die Sirene gehört haben, wohingegen der Rest der Reiter dies bestritt. Der Rennfilm lässt vermuten, dass die gelbe Signalleuchte erst leuchtete, nachdem das Feld bereits vorbei galoppiert war. Aufgrund der tiefstehenden Sonne und der dadurch bestehenden Lichtverhältnisse konnte auch dies nicht abschließend geklärt werden. Ein Start ist ungültig, wenn der Rückrufer die weiße Flagge erhoben hat bzw. das Rückrufgerät ein akustisches und/oder visuelles Signal gegeben hat. Ist nicht zu klären, ob eine Flagge erhoben worden ist oder ein Rückrufgerät ausgelöst wurde, so ist die Ansicht des Starters ausschlaggebend (RO 468). Da der Starter umgehend auf Fehlstart entschieden hatte und Millowitsch daraufhin auch angehalten wurde, musste die Rennleitung das Rennen für ungültig erklären (RO 562).“

Imponierendes Debüt von Donjah

Mit einem grandiosen Debüt wartete die von Henk Grewe für Darius Racing per Nachnennung in ein 1.600 Meter-Rennen für zweijährige Pferde geschickte Donjah (47:10) auf. Trotz erheblichen Startverlusts stürmte die Teofilo-Tochter aus der Zucht des Gestüts Karlshof unter Lukas Delozier nur so durch das Feld und kam in richtungsweisender Manier als einzige Stute gegen die Hengste zum Zuge. Der 100.000 Euro-BBAG-Jährlingskauf besitzt Nennungen für das Münchener Auktionsrennen und das Ratibor-Rennen in Krefeld sowie Derby und Diana 2019. King sicherte sich noch Rang zwei vor Manx. Der favorisierte Walerian, Halbbruder der beiden Derbysieger Windstoß und Weltstar, tat sich hinten nie leicht und kam über den letzten Platz nicht hinaus.

Deutlich gesteigert gegenüber ihrem Debüt präsentierte sich die von Peter Schiergen für den Stall Nizza in ein 1.850 Meter-Rennen geschickte Niagara (113:10), die nach einem ausgefeilten Ritt von Filip Minarik früh keine Mühe mit Divine Bell und Eleni besaß. Ende der Gegenseite wählte der Champion eine ganz andere Spur als die Konkurrenz und kontrollierte an der Innenseite zeitig das Geschehen.

Hohe Quoten in der Viererwette

„Wir fahren optimistisch nach Köln“, hatte der Iffezheimer Trainer Gerald Geisler vor dem 1.400 Meter-Ausgleich IV gesagt, und er sollte Recht behalten. Denn der von ihm für den Stall Hernstein vorbereitete Außenseiter Soriano präsentierte sich nach einer Pause wie verwandelt und siegte ganz leicht vor Kataja, Mississippi und Never In Doubt. Eine Quote von 165:10 bekommt man auch nicht alle Tage auf einen Erfolg von Jockey Adrie de Vries. Die Viererwette kletterte auf 129.264:10 Euro.

Zwei Dreijährige machten die Entscheidung in einer weiteren Viererwett-Prüfung (Ausgleich IV, 2.200 m) unter sich aus, wobei bei seinem Ausgleichs-Debüt überraschend der von Sascha Smrczek in Düsseldorf trainierte Esslinger (211:10, L. Delozier) mit großen Reserven gegen Flamingo Love hauchdünn hinkam. Norway und der Favorit Nakimo komplettierten die mit einem hohen Jackpot versehene Viererwette, die 245.701:10 Euro brachte. Die Dreierwette wurde nicht getroffen.

Im Ausgleich II über 1.600 Meter ging die große Platzserie von Stall Helenas Manipur zu Ende, denn der von Adrie de Vries für Champion Markus Klug gerittene 21:10-Favorit eroberte auf dem letzten Wegstück noch einen Vorteil vor dem an der Spitze nie nachlassenden Infamous Lawman und dem Bahnspezialisten Edwin.

Im abschließenden Rennen der Kölner Saison 2018 (Ausgleich III, 2.400 m) kam die von Christian von der Recke in Weilerswist gesattelte Airfield Beauty (95:10) mit Stephen Hellyn zu ihrem fünften Jahreserfolg. Sehr sicher entfernte sie sich noch von Wellenreiter und Weltmeister.

Saisonauftakt 2019 am 22. April

Die Rennsaison 2019 in Köln wird am Ostermontag, 22. April mit dem Renntag des 1.FC Köln eröffnet.

 

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