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Riesenaußenseiter Raa Atoll bezwingt den heißen Favoriten Thomas Hobson im Oleander-Rennen

Irische Zweierwette im „Berlin-Marathon“ der Galopper

Berlin-Hoppegarten 12. Mai 2019

Gewaltige Überraschung im „Berlin-Marathon“ der Galopper am Sonntag auf der Rennbahn in Berlin-Hoppegarten: Für Sponsor Luke Comer (Trainer und Besitzer in Irland) gewann der vierjährige Hengst Raa Atoll unter dem in Deutschland tätigen Jockey Jozef Bojko das Comer Group International 48. Oleander-Rennen (Gruppe III, 100.000 Euro, 3.200 m). Im bedeutendsten Langstrecken-Rennen hierzulande wehrte der 33,2:1-Außenseiter in leichter Manier die Angriffe des heißen 1,5:1-Favoriten Thomas Hobson ab.

Die Wetter hatten Raa Atoll, benannt nach einer Insel auf den Malediven, sträflich unterschätzt, obwohl er als Vierter der King Edward Stakes 2018 beim Meeting in Royal Ascot eine Klasse-Form gezeigt hatte, doch folgte eine lange Pause seit dem Sommer. Im Oktober wechselte er nach einem Verkauf bei der Tattersalls-Auktion im Oktober von John Gosden zu Luke Comer, der gemeinsam mit seinem Bruder Brian Immobilienentwickler und Gründer und Eigentümer der Comer Group und der Partner dieses Hoppegarten-Highlights ist. Aber er bereitet seine eigenen Pferde auch selbst vor.

Hinter Quintarelli servierte Jozef Bojko Raa Atoll, der beim sechsten Start sein drittes Rennen gewann und mit der Siegbörse von 60.000 Euro seine Gewinnsumme auf 90.977 Euro katapultierte, an zweiter Position einen optimalen Rennverlauf. Thomas Hobson ging das Rennen an vorletzter Stelle an, gefolgt nur von Moonshiner, der schlecht aus der Startbox gekommen war.

Ende der Gegenseite und im Schlussbogen verbesserte sich Thomas Hobson immer weiter, doch musste er stets außen weitere Wege gehen. Auf der Zielgeraden erfolgte bald der erste Angriff auf Raa Atoll, aber der Riesenaußenseiter hatte noch nicht alle Karten aufgedeckt und beschleunigte erneut und schaffte in sicherem Stil mit anderthalb Längen Vorsprung den bedeutendsten Triumph seiner bisherigen Laufbahn.

Bojko: „Großes Pferd mit großem Herzen“

Siegjockey Jozef Bojko in einem ersten Statement: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen, aber mir schon einen vorderen Rang erhofft. Raa Atoll ist ein toller Kämpfer, ein großes Pferd mit einem ebenso großen Herzen.“

Ziel Ascot Gold Cup

Luke Comer wirkte gar nicht sonderlich überrascht über den Erfolg seines Pferdes: „Raa Atoll hatte letztes Jahr in Ascot eine sehr gute Leistung gezeigt. Ich hatte allerdings Bedenken, ob er nach so langer Pause schon fit genug wäre. Er absolvierte nur zwei Trainingseinheiten. Der Ascot Gold Cup ist sein Ziel, dafür war das Rennen hier in Berlin eine sehr gute Vorbereitung. Er müsste nachgenannt werden, aber das ist kein Problem. Natürlich steuern wir auch das Irish St. Leger an, das wir ebenfalls sponsern. Und mein Kollege Dermot Weld hat mir zu einem Start in Australien geraten.“

Moonshiner der beste Deutsche

Thomas Hobson aus dem Stall von Star-Trainer Willie Mullins schien Raa Atoll Mitte der Zielgeraden überlaufen zu können, stand seine Attacke aber nicht durch. Er komplettierte eine „irische Zweierwette“ vor dem Schlenderhaner Moonshiner, der nach Startverlust prächtig anpackte und als Dritter der beste Deutsche war. Auch Adler und Nikkei als Vierter bzw. Fünfter liefen bei ihren ersten Saisonstarts ansprechend, während Ernesto diesmal keine Rolle spielte.

Internationale Dimensionen

Erstmals war das Oleander-Rennen am Sonntag Bestandteil der „Weatherbys Hamilton Stayers´Million“, einer internationalen Rennserie für Langstreckenpferde. Die Gewinnprämie von einer Million englischen Pfund erhält das Team, dessen Pferd eines der acht Vorläufe und dann alle drei Hauptläufe auf den englischen Rennbahnen Ascot, Goodwood und York gewinnt.

Der Sieger des Oleander-Rennens (Raa Atoll) erhält im Rahmen der seit 2017 bestehenden Partnerschaft mit der New York Racing Association eine kostenfreie Einladung mit Flügen für Pferd und Team zum mit 400.000 Dollar dotierten Belmont Gold Cup (3.200 Meter) in New York am 7. Juni 2019.

Die drei erstplatzierten Pferde erhalten eine kostenlose Startmöglichkeit im Comer Group International Irish St. Leger (500.000 Euro, 15. September 2019) auf der nahe Dublin gelegenen Rennbahn „The Curragh“.

Santiano enorm verbessert
Nur den Hut ziehen kann man vor dem Oytener Besitzertrainer Torsten Reineke: Er hat den siebenjährigen Wallach Santiano im reifen Alter von sieben Jahren zum zweiten Frühling verholfen, wobei der Wallach noch nie so gut war wie jetzt. Denn im Ausgleich I (22.500 Euro, 1.800 m) trumpfte er in ganz großer Manier auf, nachdem er schon vor wenigen Wochen hier in der tieferen Klasse erfolgreich gewesen war. Mit Martin Seidl entfernte sich der 2019 weiterhin ungeschlagene Santiano, der als 3,9:1-Favorit angetreten war, mit riesigem Speed noch klar von Incantator, der mit Höchstgewicht vorzüglich abschnitt, und dem vorne lange standhaltenden Doinyo.

Siegjockey Martin Seidl erklärte: „Santiano ist ein tolles Pferd. Ich habe schon im letzten Jahr mit ihm bei der Derby-Woche in Hamburg zwei Rennen gewonnen und gesagt, dass er 2019 auch im Ausgleich I vorne sein wird. Er hat sich nach seinem Erfolg hier enorm gesteigert. Da ist noch mehr drin.“
Preciosa mit Klasse-Debüt

Wie eine Dreijährige mit sehr guter Zukunft führte sich die von dem Hoppegartener Trainer Roland Dzubasz erstmals aufgebotene Görlsdorferin Preciosa (5,5:1; B. Murzabayev) in einem 1.600 Meter-Rennen ein. Mit mächtigen Endspurt überollte die Sea The Moon-Tochter regelrecht die Konkurrenz, angeführt von dem stark nachsetzenden Wildfang und dem nicht weiterziehenden Favoriten Departing. „Preciosa hat Zeit gebraucht, wir werden uns langsam in Richtung bessere Rennen orientieren“, berichtete Trainer Roland Dzubasz.

Trainer und Reiter von Wasilios (3:1) war in einem Ausgleich III über 1.600 Meter Marc Timpelan, der den klaren Favoriten denn auch als leichten Speedsieger über Lady Lilian und Blue Distant über die Ziellinie brachte.

Völlig verdient war auch der nächste Favoritentreffer: In der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.800 m) setzte sich die 2,7:1-Chance Oxbridge Blue (B. Murzabayev) aus dem Leipziger Quartier von Marco Angermann in der entscheidenden Phase klar von Filimon, Humita und Nschotschi ab. Die Viererwette bezahlte 571,1:1 Euro.

Shining Pass mit dem zweiten Berlin-Coup

Enorm hohes Vertrauen war in einer 2.000 Meter-Konkurrenz für dreijährige Stuten mit der von Andreas Wöhler in Spexard für das Gestüt Wittekindshof trainierten Shining Pass gegangen. Und die 1,8:1-Favoritin trumpfte in sehenswerter Manier auf, kam mit Formjockey Bauyrzhan Murzabayev, der seinen dritten Tagestreffer feierte, sicher gegen In Memory und Stex zum zweiten Berlin-Sieg und bleibt weiter ungeschlagen. Gut möglich, dass die Raven’s Pass-Tochter nun zum dritten Mal hier in Hoppegarten antritt – im Diana-Trial am 9. Juni. Trainer Andreas Wöhler: „Ihr fehlte noch etwas die Routine, daher sind wir heute hier gelaufen. Wir bleiben nun auf der Hoppegartener Route.“

Die früher in Polen beheimatete Shafran Mnm (5,4:1) gab ein glänzendes Deutschland-Debüt. Im Ausgleich II über 1.400 Meter der Geraden Bahn blieb die erstmals von Werner Haustein in Bremen an den Start geschickte dreijährige Stute mit Maxim Pecheur auch beim vierten Karrierestart ungeschlagen. In imponierendem Stil enteilte sie der Außenseiterin Copelia und dem Favoriten Suprimo.

Vierter Treffer für Bauyrzhan Murzabayev

Seinen vierten Tagessieg feierte Jockey Bauyrzhan Murzabayev im abschließenden 1.800 Meter-Rennen. Mit der heißen Favoritin Edith (1,5:1) hatte er gegen Dafina und South Coast früh alles geregelt. Es war der sechste Sieg für den Reiter an diesem Wochenende und der dritte Treffer für Trainer Roland Dzubasz am Samstag bzw. Sonntag.


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