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Wish you Well gewinnt zur Sensations-Quote von 29,6:1

Die Stunde der größten Außenseiterin

Baden-Baden 28. August 2019

Sie war die größte Außenseiterin, doch am Ende die vielumjubelte Siegerin vor 7.900 Zuschauern (darunter Jockey-Legende Lester Piggott) am Mittwoch auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim: Mit der dreijährigen Soldier Hollow-Tochter Wish you Well, 296:10 am Totalisator notiert, hatte kaum jemand im Coolmore Stud Baden-Baden Cup (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.800 m) gerechnet.

Zwar hatte die von Jean-Pierre Carvalho in Bergheim für das Gestüt Höny-Hof von Manfred Hellwig (wird am Donnerstag hier erwartet) trainierte Lady hier im Oktober einen sehr guten vierten Platz im Preis der Winterkönigin belegt, doch 2019 war ihr sehr wenig gelungen. Doch nun erinnerte sie sich wieder an ihre Bestform und landete mit einer fulminanten Speedleistung ihren ersten Listen-Erfolg.

„Es freut mich, dass ein Pferd, das ich sehr oft in der Arbeit reite, wieder da ist. Wish you Well besitzt großes Selbstbewusststein und ist etwas speziell, aber wir haben unseren Job gemacht.“

Trainer Jean-Pierre Carvalho, der hier am Samstag das Legenden Rennen im Sattel gewonnen hatte, schien ein Stein vom Herzen zu fallen: „Etliche Pferde aus meinem Stall haben zuletzt nicht die gewohnten Leistungen gezeigt. Nun hat Wish you Well wieder zu ihrer Form zurückgefunden. Ich hatte stets eine hohe Meinung von ihr. Das Licht am Ende des Tunnels ist wieder da.“

Platz vier ging an Akua’rella, die sich laut Trainer Dominik Moser „unterwegs ein Eisen abgetreten hat und dadurch etwas wegbrach“, vor ihrer Zuchtgefährtin Best on Stage. Die Favoritin Folie de Louise wirkte als Vorletzte früh nicht mehr zwingend.

Viva Gloria erst spät abgefangen

Lange sah die Auenquellerin Viva Gloria nach einem sehr offensiven Rennen wie die Siegerin aus, sie verteidigte Rang zwei mit viel Kampfgeist. „Eine tolle Stute, die ihre Form erneut bewiesen hat“, sagte Jockey Filip Minarik. Dasselbe galt für Baccara Rose, die sich aus dem Vordertreffen auf Rang drei schob. „Ich habe sie heute von weiter vorne geritten, auch das hat sie bestens bewältigt“, so ihr Reiter Bayarsaikhan Ganbat.

Heimische Überraschung

Im einleitenden 2.000 Meter-Rennen gab es gleich eine Riesenüberraschung, denn mit der erstmals von Mirek Rulec aufgebotenen Divahora (mit Jockey-Spitzenreiter Bauyrzhan Murzabayev), die vorher in Frankreich in Training war, hatte kaum jemand gerechnet. Doch zur Quote von 14,9:1 machte sich die Lady aus Iffezheim noch leicht von Dialah frei, die ihrerseits den früh nicht zwingend wirkenden Rekonvaleszenten Nandaleo den zweiten Platz noch streitig machte. „Divahora ist seit acht Wochen bei mir, aber mit einem Sieg hatte ich nicht gerechnet. Sie ist eigentlich als Hindernispferd vorgesehen“, berichtete Rulec. Nandaleos Trainer Markus Klug hatte zuvor schon gesagt: „Er hatte sich bei seinem Start im Derby-trial 2018 in Hannover verletzt und auch nicht so stark gearbeitet wie damals.“

Nach einem starken Finish von Michael Cadeddu landete Gestüt Höny-Hofs Salve Annetta (3,3:1) in einem 2.200 Meter-Rennen den ersten Karrieretreffer, wobei die Lady aus dem Stall von Jean-Pierre Carvalho auf den letzten Metern noch Wildbeere und Mojano verdrängte.

Bauyrzhan Murzabayev machte auch in der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.800 m) alles richtig, als der den von Pavel Vovcenko aufgebotenen Filimon (6,6:1) noch sehr sicher an Mantano, Contendit und Ragazza vorbeibrachte. Die Viererwette brachte 4.574:1 Euro.

Der nächste Glanz-Treffer

Enorm viel Vertrauen war in einem 2.000 Meter-Ausgleich III auf den Doppelsieger Yes he can unterwegs, doch nach einem nicht idealen Rennverlauf – eingangs der Geraden ging keine Lücke auf, schaffte es der heiße Favorit nur noch auf Platz vier. Da war der Weg frei für den überfälligen Laquyood (5,8:1), der eine zweijährige Durststrecke beendete und mit Filip Minarik die Konkurrenz spielerisch überspurtete. Es war schon der dritte Coup seines Trainers Werner Glanz während der Großen Woche. „Er mag feste Bahn, es hat heute alles gepasst“, freute sich der Münchener Coach. Das Höchstgewicht Noble Fighter kam als Zweiter ebenfalls noch groß auf Touren vor Waldenser.

Große Resonanz auf KSC-Besuch

Groß war die Resonanz am Renntag des Karlsruher SC auf den Besuch der Mannschaft des Fußball-Zweitligisten. Und ein Spieler hatte bereits im Führring im Interview großen Mumm auf Idolo in einem 2.800 Meter-Handicap geäußert. Wie Recht er hatte, denn der Wallach des Hannoverschen Stalles von Hans-Joachim Stolberg wiederholte zur Top-Quote von 16,1:1 seinen Bad Harzburger Erfolg über Germanwings. Mit Mondiale schob sich eine Riesenaußenseiterin auf Rang drei. Die Dreierwette zahlte stolze 3.084,8:1 Euro.

Und an einem absoluten Erfolgstag für Michael Cadeddu glänzte der Jockey aus Italien auch mit einem dritten Treffer im KSC Blau-Weiß Cup (Ausgleich III, 2.400 m) auf der von Dr. Andreas Bolte in Lengerich trainierten Alenza (4:1). Mit enormer Schlussoffensive verdrängte die Mitfavoritin noch den schon enteilten Sarino. Pissarro schob sich spät auf Rang drei.

Im abschließenden 1.400 Meter-Rennen entschied die reiterliche Klasse von Adrie de Vries, der erst seit kurzem für den Mülheimer Stall von Yasmin Almenräder arbeitet, für den erstmals von der Trainerin für den Stall Weiherwiesen engagierten Caro Player (4,2:1). Erst ganz zuletzt schaffte der Mitfavorit noch die Wende gegen den an der Spitze nie nachlassenden, noch am Sonntag beim Wattrennen in Cuxhaven erfolgreichen Monte Cinq sowie South Coast.




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