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Godolphin-Star dominiert im 147. Longines Großer Preis von Baden mit 14 Längen Vorsprung

Ghaiyyaths große Galopper-Gala in der German Racing Champions League

Baden-Baden 1. September 2019

Es war die Gala-Vorstellung des Jahres auf einer deutschen Galopprennbahn: Der von Charles Appleby in Newmarket/England für Dubai-Herrscher Scheich Mohammed (Stall Godolphin) trainierte vierjährige Dubawi-Sohn Ghaiyyath (3,3:1) gewann vor 18.000 begeisterten Zuschauern am Sonntag den Saisonhöhepunkt auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim in der German Racing Champions League-Highlight, den 147. Longines Großer Preis von Baden (Gruppe I, 250.000 Euro, 2.400 m), mit 14 Längen Vorsprung Start-Ziel!

Die deutschen Dreijährigen Donjah (Klassestute mit Lukas Delozier) und Laccario (Derbysieger mit Eduardo Pedroza) belegten die Plätze zwei und drei, hatten wie die übrigen Kandidaten aber nicht den Hauch einer Chance gegen den vorne wie vom anderen Stern agierenden Sieger. Im Frühjahr hatte Ghaiyyath den Prix d‘ Harcourt (Gruppe II) in ParisLongchamp imponierend für sich entschieden, aber danach als Dritter im Prix Ganay etwas enttäuscht. Doch auch eine Pause seit damals (Ende April) konnte ihn nicht stoppen. Der fünfte Triumph beim siebten Start, erstmals auf der 2.400 Meter-Strecke, war sicher erst der Auftakt zu einer ganz großen Kampagne. 150.000 Euro betrug die Siegbörse in Iffezheim. 345.854 Euro ist sein aktueller „Kontostand.“

Jetzt in den Arc?

Trainer Charles Appleby: „Ich bin sehr froh, dieses Pferd in meinem Stall zu haben. Wir haben immer geglaubt, dass er auf 2.400 Metern in seinem Element ist. Heute hat er eine sehr beeindruckende Leistung gezeigt. Das war die ideale Vorbereitung für den Arc. Aber Scheich Mohammed wird in der kommenden Woche eine Entscheidung treffen, was das nächste Ziel sein wird.“

Jockey William Buick erklärte in einem ersten Statement: „Dieses Pferd ist außergewöhnlich und ein echtes Monster. Er hatte im Frühjahr in Frankreich in großer Manier gewonnen und danach im Prix Ganay enttäuscht. Er hat heute die hohe Meinung bestätigt, die wir immer von ihm hatten.“

Stute Donjah glänzende Zweite vor Laccario

Bestes deutsches Pferd war die stark nachsetzende Stute Donjah als Zweite, die hinter dem meilenweit enteilten Sieger eine glänzende Figur abgab. Trainer Henk Grewe: „Sie war das beste deutsche Pferd im Rennen, und wir sind sehr glücklich. Wir hatten immer Mumm auf die Stute. Vielleicht gehen wir nun in den Großen Preis von Bayern nach München.“ Reiter Lukas Delozier: „Donjah ist ein erstklassiges Pferd. Sie hat großartig gekämpft. Ich bin hochzufrieden.“

Racing Manager Holger Faust: „Donhah hat gezeigt, dass sie das beste Pferd in Deutschland ist. Wir hatten in diesem Jahr bisher nur Pech mit ihr. Nie hat die Vorbereitung geklappt. Im Preis der Diana wurde sie durch das reiterlose Pferd behindert, und dort war sie Jahresdebütantin. Wir sind total happy und genießen jetzt erst einmal diese Vorstellung.“

Laccario konnte von dritter Stelle nicht zulegen, der Derby-Held wirkte diesmal nicht richtig zwingend. „Es war soweit alles okay. Am Ende wurde er aber sehr müde. Der Sieger war heute nicht zu schlagen“, so sein Jockey Eduardo Pedroza. Trainer Andreas Wöhler, dessen andere Hoffnung Ashrun früh Notsignale sendete: „Wir hatten Laccario bewusst eine Pause seit dem Derby gegeben, da er ein strammes Programm im Frühjahr hatte. Er brauchte das Rennen heute und hat sich als Dritter gut verkauft. Mit Ashrun hat irgendetwas nicht gestimmt. Er war aus der Maschine heraus geschlagen.“

Colomano schob sich noch auf Platz vier vor Accon, der aus guter Position nicht weiterzog, und Akribie. Trainer Markus Klug: „Meine Pferde waren Vierter bis Sechster und haben alle solide Leistungen gezeigt. Für Colomano war das hohe Tempo sehr günstig. Für ihn könnte der Preis von Europa ein Ziel sein.“

Amiro war als Siebter nie ein Faktor, hinter Ashrun folgte der Engländer Communique, der keinen guten Start hatte und nie von hinten wegkam.

Laccario an der Spitze der Champions League

Laccario ist der neue Spitzenreiter in der German Racing Champions League, die am 22. September mit dem Preis von Europa in Köln fortgesetzt wird. Er hat mit 24 Punkten vier Zähler Vorsprung auf French King. Bei den Jockeys führt Eduardo Pedroza (32 Punkte) vor Olivier Peslier (20 Punkte) und Lukas Delozier (18 Punkte). In der Trainer-Wertung teilen sich aktuell Andreas Wöhler und Markus Klug mit je 32 Punkten Platz eins.

Schwitzpartie für die Favoritenwetter

Scheich-Ass Vintager rettet sich im 86. Oettingen-Rennen ins Ziel

Die Favoritenwetter mussten schwitzen, aber sie durften am Ende jubeln: Im 86. Oettingen-Rennen (Gruppe II, 70.000 Euro, 1.600 m) rettete sich der auf 1,8:1 heruntergewettete Vintager in den Farben des Stalles Godolphin von Scheich Mohammed gerade noch mit knappem Vorsprung ins Ziel gegen die heranstürmende deutsche Stute Nica, die das Rennen ihres Lebens lief.

Unter Star-Jockey William Buick war Vintager, zuletzt schon Gruppesieger in Frankreich, auf der Zielgeraden früh vorne, nachdem unterwegs Zargun mit vielen Längen geführt hatte, und schien einem deutlichen Triumph entgegenzustreben. Doch dann setzte Nica mächtig nach, die kurz die Spur hatte wechseln müssen, und kam immer näher, doch ein Hals sprach für Vintager.

Premiere für Appleby

Der Mastercraftsman-Wallach sorgte für den ersten Deutschland-Erfolg von Top-Trainer Charles Appleby. „William hat ihm ein sehr gutes Rennen serviert und unterwegs stets eine gute Position. Nur als Vintager in Front war, hat er etwas gestutzt. Ich freue mich sehr über meinen ersten Erfolg in Deutschland.“

Jockey William Buick erklärte: „Ich war vielleicht etwas früh vorne, aber Vintager hat die ganze Zielgerade herunter groß gekämpft und alle Angriffe abgewehrt. Er ist ein sehr zähes Pferd.“ 40.000 Euro betrug die Siegbörse.

Nica nur minimal bezwungen

Natürlich war die knappe Niederlage von Nica bitter für ihr Team, doch die Leistung konnte sich mehr als sehen lassen. Trainer Dr. Andreas Bolte: „Das war sehr schade, es ist sehr ärgerlich, wenn man ein Grupperennen so knapp verliert. Leider wurde Nica unterwegs behindert, sonst hätte es zum Volltreffer gereicht. Düsseldorf oder Stockholm kommen als Ziele in Betracht.“

Jockey Rene Pichulek ergänzte: „Das war sehr unglücklich und kein guter Rennverlauf. Ich hätte mir das anders gewünscht. Am Ende haben wir nur ganz knapp verloren.“

Schon deutlich hinter den beiden Erstplatzierten schob sich Wonnemond gerade noch auf Rang drei. Sein Betreuer Sascha Smrczek: „Ich bin sehr zufrieden. Wonnemond hat noch einmal zurückgekämpft. Wir peilen nun die Titelverteidigung in Schweden an.“ Jockey Bayarsaikhan Ganbat meinte: „Wir hatten ein gutes Rennen, es war nur etwas schnell unterwegs. In der Geraden dachte ich, wir würden noch an die Führenden herankommen. Am Ende mussten wir um den dritten Platz kämpfen, er war genau im richtigen Moment vorne.“

Ninario verlor genau am Ende Rang drei. „Er ist toll gelaufen, aber ich habe nicht verstanden, weshalb sein Reiter zum Schluss nicht mehr weitergeritten hat. Weicher Boden hätte ihm noch mehr gelegen“, ließ Waldemar Hickst durchblicken. Die anderen Teilnehmer hatten keine reelle Chance.

Gäste-Dreierwette im Stadt Baden-Baden Cup

Fest in der Hand der Gäste war der Stadt Baden-Baden Cup (Listenrennen, 25.000 Euro, 1.400 m), denn die ersten drei Plätze gingen ins Ausland. Mit einer starken Schlussoffensive löste sich die im Besitz von Katar-Emir Al Thanis Al Shaqab Racing stehende Wasmya (6,9:1) für Trainer Francis Henri Graffard unter Jean-Bernard Eyquem aus Frankreich von der Engländerin Miss Celestial und Godolphins Wishfully.

„Sie brauchte etwas, bis sie auf Touren kam, aber dann hat Wasmya schön angezogen. Sie wird auch noch bessere Rennen gewinnen“, erklärte Eyquem, der einen Erfolgstag krönte. Miss Celestial bestätigte ihre starke Verfassung als Zweite. „Sie mag guten Boden und hat schön angezogen, aber die Gegnerin war einfach besser“, erklärte Jockey Luke Morris. Wishfully schnappte der besten Deutschen Gislaine noch Rang drei weg- Die Wöhler-Stute hätte wohl noch weichen Boden bevorzugt. Die Viererwette bezahlte 1.649,3:1 Euro.

Der Preis der Winterkönigin wird im Oktober der Höhepunkt des Sales & Racing Festivals in Iffezheim sein. Im Trial über 1.400 Meter gab es ein packendes Finale mit dem besseren Ausgang für Flamingo Girl, die als 2,4:1-Favoritin mit Lukas Delozier hauchdünn vor Vive en liberte blieb. Auch Sidona war als Dritte dichtauf. Damit machten drei Nachkommen des Super-Deckhengstes Soldier Hollow das Rennen unter sich aus. Siegtrainer Henk Grewe: „Eigentlich hatte ich schon gedacht, innen wäre die falsche Spur, und Lukas hat die Reitklappe unterwegs verloren. Sie hatte bereits gut debütiert in Frankreich. Nun könnte Flamingo Girl ein Listenrennen in Düsseldorf und danach die Winterkönigin ansteuern.“ 36.000 Euro hatte die vielversprechende Pferdedame bei der BBAG-Jährlingsauktion gekostet.

Bauyrzhan Murzabayev baut seinen Vorsprung in der Jockey-Statistik immer weiter aus – nun führte er den von Christian Sprengel in Hannover trainierten Bishapur (3,7:1) in einem 1.200 Meter-Ausgleich III zu einem sehr sicheren Erfolg über Sir Theodore und Star Focus.

Überraschung im höchstdotierten Araber-Rennen

Mit einer großen Überraschung endete das höchstdotierte Araber-Rennen Deutschlands: Im The President of the United Arab Emirates Cup (Listenrennen, 40.000 Euro, 1.600 m) fand das auf 1,5:1 heruntergewettete Millionen-Pferd Tayf seinen Meister in Mashur al Khalediah (Jean-Bernard Eyquem) aus dem Newmarket-Stall von Philip Collington. Nie kam der heiße Favorit an den fünfjährigen Schimmel heran, der seinen dritten Saisonsieg einfuhr. Immerhin hielt Tayf gerade noch Rang zwei gegen Bel’Izam. „Ich trainiere 30 Arabische Vollblüter. Mashur al Khalediah ist stark verbessert, er war ein Baby und ist jetzt richtig gereift. Wir steuern nun den Arabian World Cup in ParisLongchamp an“, versicherte Philip Collington.

Äußerst spannend verlief die Wettchance des Tages mit einer Garantie-Auszahlung von 40.000 Euro (Ausgleich IV, 1.600 m), denn der von Christian von der Recke in Weilerswist trainierte Showdance Kid (5,6:1) raufte sich mit Andrasch Starke hauchdünn an Gainsborough Hat vorbei. Viscount Vert schnappte ganz zuletzt noch Expediate Rang drei weg. Die Viererwette bezahlte 2.085,8:1 Euro.

Ricardo gewinnt und gewinnt

Er ist ein absolutes Phänomen: Ricardo, von Dr. Andreas Bolte in Lengerich trainierter Wallach des Stalles Königsesch, gewann im 2.000 Meter-Ausgleich II sein achtes Rennen der Karriere. Einmal mehr ging der von Rene Piechulek an die Spitze beorderte Sechsjährige vor Arktis und Nubius auf und davon.

Völlig verdient war nach seinen Ehrenplätzen auch der Sieg des von Henk Grewe in Köln für Darius Racing vorbereiteten Roshan (2,2:1) in einem Amazonenreiten über 2.200 Meter. Knapp setzte sich der Favorit gegen Marientaler und Sigismund durch. Reiterin Ulrike Timmermann zeichnete sich einmal mehr aus.

Im abschließenden Ausgleich III über 1.800 Meter stand der Zielpfosten goldrichtig für den vorne früh enteilten Dreijährigen Next Soldier (4,5:1), den Yasmin Almenräder in Mülheim trainiert. Mit einer großen Energieleistung rettete sich der Favorit hauchdünn gegen Adaris über die Linie. Lindsar ergatterte Rang drei.

Wutzelmann schafft das Quakenbrück-Doppel

Ein strammes 13-Rennen-Programm mit Galopp- und Trabrennen gab es am Sonntag in Quakenbrück. Das Beste kam zum Schluss – das Alte Artländer Seejagdrennen (12.500 Euro, 3.400 m). Hier durchquerten die Pferde einen See. Erwartungsgemäß hatte Anna Schleusner-Fruhrieps Wutzelmann (2:1) mit Pavel Slozil junior keine Probleme, seinen Vorjahressieg gegen Leierspielerin und Turfrubin zu wiederholen.
Sehr hohes Vertrauen rechtfertigte Pavel Vovcenkos Fireprincess (1,6:1) mit Tommaso Scardino beim Sieg in einem 1.400 Meter-Rennen über Axxell und Acapella Style.

Apoleon siegt weiter

Seinen nächsten Hindernis-Erfolg feierte Deutschlands bester Halbblüter Apoleon (P. Slozil jun.) für Trainerin Anna Schleusner-Fruhriep in einem 3.800 Meter-Jagdrennen über Little Princess. Auch ein Mega-Gewicht von 83 Kilo hinderte den 2,5:1-Favoriten nicht an einem Sieg.

Start-Ziel ließ Melina Ehm mit Pangania (3,8:1) in einem 2.450 Meter-Rennen vor Torqueville und Scalero nichts anbrennen und sorgte für den nächsten Vovcenko-Coup. Und seine Form hielt an, der Bremer Trainer sicherte sich mit Yori (1.9:1) mit Melina Ehm auch ein 1.750 Meter-Rennen gegen Wheredreamsare und Alhammer.

Weitere Sieger waren der Tscheche Poker Run (6:1) mit Carlos Henrique in einem 1.350 Meter-Handicap vor Amparo und Zauberei sowie Termino (5,6:1) mit Sabine Rose vor Coralie und dem 15-jährigen Veteran Vesuv, der seinen 100. und letzten Start absolvierte, in einem 2.450 Meter-Ausgleich IV.


 

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