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Grüner Saisonauftakt am Raffelberg

Warrior erster Sieger auf Gras 2020

Mülheim/Ruhr 12. Januar 2020

Lang ist es her, seit am Mülheimer Raffelberg die neue Saison bereits so zeitig in Gang kam wie dieses Jahr. Nicht einmal die erste Hälfte des Monats Januar ist vorbei, und schon hat der Rennclub Mülheim wieder einen ersten Turf-Termin 2020 ausgeschrieben. Das Finale 2019 war hier bekanntermaßen ja erst am Zweiten Weihnachtsfeiertag vonstatten gegangen, womit zugleich eine alte Tradition dieser Rennbahn wieder aufgenommen worden war. Hierbei hatte es sich im Übrigen schon nur um eine kurze Unterbrechung des obligatorischen Dortmunder Winterprogramms auf Sand gehandelt. Ganz ähnlich gestaltete es sich heute. Denn das zweite 2020-er Kapitel mit Rennen auf Gras wird hierzulande ja schließlich erst am 15. März in Köln geschrieben werden.

Einmal mehr ging es am Raffelberg früh aus den Startboxen, da die ersten vier Prüfungen zum morgendlichen Wettangebot der PMU in Frankreich zählten. Den Anfang machte dabei um 11.25 Uhr der wettstar-Preis, der bei schwerem Geläuf eine zuletzt mit viel Herz erkämpfte Beute des nach Papierform durchaus in Frage kommenden Soldier-Hollow-Sohnes Warrior wurde.

Allerdings hatte im Vorfeld hinter dem Wallach von Uwe Schwinn, der zugleich sein Trainer ist, ein kleines Fragezeichen hinsichtlich der gegebenen Bodenverhältnisse gestanden. Die, wie man am Ende sah, waren keinerlei Hinderungsgrund. Um den allseits schon mit mehr als nur einem Bein auf der Siegerstraße gesehenen Mr Gent noch abzufangen, dafür reichte es jedenfalls allemal, was auch sein Jockey Michael Cadeddu auf dem ersten 2020-er Sieger auf Gras zeitig erkannt hatte. Die in der Schlussphase noch gut ins Bild gelangende Cape Coral sicherte sich hinter Mr Gent noch das dritte Geld.

Ein Einstand nach Maß

gelang direkt danach Trainer Jean-Pierre Carvalho im Orsini-Rennen mit dem Wallach Star Gypsy, der sich unter Maike Riehl gegen Race For Fame sowie Bocelli durchsetzte. Und der insbesondere der erste Starter des neuen Mülheimer Trainers auf seiner nunmehrigen Heimatbahn war. Besser konnte es für den Franzosen also kaum laufen. Für seinen Schützling, im letzten Jahr ausschließlich ein fleißiger Platzgeldsammler, begann 2020 folglich genauso gut. Was natürlich für Star Gipsy's Besitzer ebenso gilt, die sich im Galoppclub W's Freunde zusammengefunden haben.

Erneut ein Heimsieg

Den zweiten Erfolg eines am Raffelberg beheimateten Starters markierte kurz darauf dann die Stute Lady Maxi aus dem Besitz von Philippe Van der Linden und Nicol Oelerking. Die Maxios-Tochter bestätigte damit nicht allein ihren jüngsten Dortmunder Sandbahn-Treffer, sondern ließ auch ihren Trainer gewissermaßen in keiner Weise im Stich, da sich Marian Falk Weißmeier vor dem Start äußerst optimistisch zu ihren Chancen geäußert hatte. Unter Lukas Delozier passierte Lady Maxi bereits den Schlussbogen in noch vorzüglicher Haltung, sodass es bereits früh keinerlei Zweifel geben konnte, wer gewinnen würde. Demzufolge ging es für den Rest in der Schlussphase allein nur um die Plätze, wovon die von Regine Weißmeier trainierte Germanwings unter Esther Ruth Weißmeier noch am weitesten kam und mithin für ein ziemlich familiäres Übergewicht in dieser Prüfung sorgte, die Nextwave am Ende auf Platz drei und Shy Moon auf Rang vier sah.

Viel weiter hätte es wenig späterallerdings im racebets Winter-Preis, dem Rennen mit der Viererwette, kaum sein dürfen. Dann nämlich wäre die bereits vor der eigentlichen Entscheidungsphase vor das Feld gezogene Ole Colonia mit ihrem Latein sicherlich am Ende gewesen. Dass dies nicht so kam, daran hat ihr Reiter, der erst 16-jährige Leon Wolff, gewiss ein gerüttelt Maß Anteil. Er half mit einem für einen Amateur bemerkenswerten Ritt der Mamool-Tochter auch über die letzten schweren Meter hinweg in den sicheren Hafen und belohnte sich selbst mit dem ersten Sieg überhaupt. So sehr sich das Formpferd Iniesta auch ins Zeug legte, den Widerstand der führenden Stute vermochte es nicht mehr zu brechen. Für Caroline Fuchs, sowohl Besitzerin als auch Trainerin von Ole Colonia, war es mithin eine Art Doppelsieg. Alles andere als schlecht verkauften sich allerdings auch Medaillon und Red Dynamite, die zeitig in Angriffspositionen erschienen waren, sich zu guter Letzt jedoch mit Rang drei beziehungsweise vier zufriedengeben mussten.

Doppel perfekt gemacht

Sowohl Trainer Jean-Pierre Carvalho als auch Jockey Michael Cadeddu machten im Preis der Stadtrundfahrt „100 Orte-lebendiges Mülheim“ ihr jeweils persönliches Doppel perfekt. Ausschlagend für Sieg Nummer zwei eines jeden war die Stute Sea the Sunrise, die sich am Zweiten Weihnachtstags schon nachdrücklich angekündigt hatte und mithin wenig überraschend als klare Favoritin gegen Irish Poseidon und Danka zum Zuge kam. Die heutige Erfolgsvorstellung war zugleich der Abschied der Sea-The-Stars-Tochter des Gestüts Höny-Hof von der Rennbahn. Denn schon morgen reist sie zur Bedeckung nach Irland, wo Footstepsinthesand ihr erster Partner sein wird.

Trotz Höchstgewicht nachgelegt

Das erste bessere Handicap auf der Karte ging danach an Scalero, der bereits in einem Ausgleich III am Zweiten Weihnachtsfeiertages das bessere Ende gehabt hatte und damit Eugen Andreas Wahler, seinem Eigner, und Trainer Christian Freiherr von der Recke ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk beschert hatte. Nun, im Lombard-Rennen, war auch das Höchstgewicht für ihn kein Hindernis. Doch trat der Lemon-Drop-Kid-Sohn erst vergleichsweise spät auf den Plan. Vor allem Esslinger, Walenty und Past Sina, die in dieser Reihenfolge die nächsten Plätze besetzten, schienen zunächst die wesentlich besseren Karten auf der Hand zu haben. Allerdings nur so lange, bis Jockey Maxim Pecheur seine Zeit für gekommen sah, sein Ass endgültig einzusetzen: den fünfjährigen Wallach Scalero eben.

Noch spannender machte es sogar die Außenseiterin Rollicking im zweiten Ausgleich III, dem Lando-Rennen. Die aus England gekommene Holy-Roman-Emperor-Tochter, die ihre ersten Deutschland-Starts erst im Dezember absolviert hatte, schien unter Naomi Heller noch in der Distanz lediglich eine Platzkandidatin zu sein, da so gut wie alles weiter auf den beizeiten das Rennen bestimmenden Naqdy hinauszulaufen schien. Dann aber schlug das Pendel doch noch überraschend um in Richtung der von Frank Fuhrmann für den Stall Blue Sky vorbereiteten Vierjährigen, was zum Abschluss der Raffelberger Saisoneröffnung noch zu einer kleinen Toto-Sensation führte. Auf den Erfolg von Rollicking gab es nämlich eine Siegquote 24,3:1. Gut mitgemischt hatten im Finale neben den beiden Genannten überdies noch Baron Mayson und Dolokhov, die Dritter beziehungsweise Vierter wurden.








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