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Lokalmatadorin auf deutschem Boden noch unbesiegt

Galopp Mülheim: Almenräder-Stute War Bride greift erstmals am Raffelberg an

Mülheim/Ruhr 7. April 2013

Ihr Name kling furchteinflößend: War Bride, zu deutsch „Kriegsbraut“, ist bisher eine der siegreichsten Stuten in diesem Jahr im deutschen Galopprennsport. Bei der Saisoneröffnung am Sonntag auf ihrer Heimatbahn in Mülheim gibt die von Yasmin Almenräder trainierte Fünfjährige erstmals eine Kostprobe ihres Könnens vor der eigenen Haustür ab.

Mülheim (mspw). Es ist ihr erster Start in dieser Saison auf einer Grasbahn. Bei ihren drei Auftritten seit Jahresbeginn auf Sand in Dortmund war War Bride ungeschlagen geblieben. Diese Serie auf deutschem Boden soll beim 17. Sparkassen-Renntag fortgesetzt werden.War Bride muss sich in einem mit 3.600 Euro dotierten Rennen für vierjährige und ältere Pferde über die Sprintdistanz von 1.200 Metern, das als achte und damit letzte Tagesprüfung gegen 17.40 Uhr gestartet werden soll, mit sechs Kontrahenten auseinandersetzen. „Das Rennen ist wie gemalt für War Bride“, sagt die 39-jährige Trainerin und Mitbesitzerin Almenräder über ihr aktuell einziges Startpferd. „Das allein ist freilich noch lange keine Garantie für den Sieg. Auf Sand hatte sie mit stets gleich bleibenden Bodenverhältnissen keine Probleme. Die Bedingungen auf Gras können sich jedoch recht schnell ändern. Ich bin dennoch optimistisch, dass sie den Wechsel ohne Schwierigkeiten meistern wird.“Als Jockey wurde erneut der 21-jährige Patrick Gibson verpflichtet, der mit War Bride in Dortmund zweimal als Sieger die Ziellinie überquert hatte. Beim dritten Volltreffer in Westfalen war die Almenräder-Stute von Maxim Pecheur (Saarbrücken) geritten worden.Die Erfolgsserie von War Bride in diesem Jahr riss erst beim vierten und bisher letzten Auftritt auf der Rennbahn im belgischen Mons. In einem 1.500 Meter-Rennen (8.000 Euro) reichte es unter Gibson „nur“ zu Rang fünf. „Die Stute ist mit dem Linkskurs nicht klar gekommen, hatte in der Nacht zuvor außerdem mit einem grippalen Infekt zu kämpfen. Es passte einfach nicht“, so Almenräder, die mit ihrer fünfjährigen Tochter Lisa-Sophie in einer Wohnung auf der Mülheimer Rennbahn lebt.Vor ihrem Einsatz beim Raffelberger Saisonauftakt präsentiert sich War Bride wieder in ausgezeichneter Verfassung. „Wir müssen vor keinem Gegner Angst haben“, sagt die aus Norddeutschland stammende Almenräder, die schon seit 1998 in Mülheim wohnt und - mit kleineren Unterbrechungen - auch mit Pferden arbeitet, selbstbewusst. „Dass die Stute vor dem Rennen keinen Reise-Stress hat, ist ganz sicher auch kein Nachteil.“Wenn Yasmin Almenräder keine Pferde trainiert, dreht sich bei ihr meistens trotzdem fast alles um den Pferdesport. Die ehemalige Rennreiterin (rund 50 Siege), die 1997 als erste Deutsche ein Rennen in Kanada für sich entscheiden konnte und ihre aktive Karriere nach einem Sturz 2000 in Verden beenden musste, arbeitet bei einem Buchmacher im Kundenservice. „Mit War Bride und dem Rekonvaleszenten Winning King habe ich derzeit zwei Pferde im Training. Möglicherweise kommt im nächsten Monat noch ein weiteres hinzu. Trotzdem reicht es noch nicht, um hauptberuflich als Trainerin zu arbeiten. Es wäre aber ein Traum, das zu schaffen.“Werbung in eigener Sache wäre ein erneuter Sieg von War Bride beim 17. Sparkassen-Renntag allemal. Sechs Gegner im „Preis der Sparkassen-Filiale Dümpten“ haben jedoch etwas dagegen. Zwei davon sind „Nachbarn“. Aus dem Trainingsquartier von Bruce Hellier, der seine Pferde nur wenige Meter neben dem Almenräder-Stall vorbereitet, greifen Choice Words mit Trainersohn und Derby-Siegreiter Terence Hellier (Köln) und Sharp Bullet unter dem niederländischen Jockey Adrie de Vries in das Geschehen ein.Bruce Hellier lässt bei der ersten Veranstaltung in Mülheim in diesem Jahr noch zwei weitere Pferde starten. Der sechsjährige Wallach Guardian Angel fordert in einem mit 5.100 Euro dotierten 2.000 Meter-Rennen sieben Konkurrenten heraus. Bei sechs Starts in diesem Jahr kam Guardian Angel (Patrick Gibson) bereits zu drei Siegen. Noch ohne Prämie ist die ebenfalls von Hellier vorbereitete Stute Variety Show, die unter Terence Hellier ein 3.600 Euro-Rennen in Angriff nimmt.Eine weitere Mülheimer Premiere gibt es in einem 5.100 Euro-Rennen über 1.600 Meter. Zum ersten Mal lässt Trainer William Mongil, der im vergangenen Jahr die Stallungen des verstorbenen Werner Baltromei am Raffelberg übernommen hatte, eines seiner Pferde auf seiner Heimatbahn laufen. Der französische Ex-Jockey schickt die Stute Ante Portas mit Jockey Terence Hellier ins Rennen. Es ist der erste Start der Vierjährigen in dieser Saison.

 

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