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Goldene Peitsche und 70.000 Euro-Viererwette

Der Sprint und die Wettchance des Jahres

Baden-Baden 22. August 2013

Es war eine der größten Sensationen in der langen Geschichte des wichtigsten deutschen Sprintrennens: Als 358:10-Außenseiter gewann der Holländer Ferro Sensation 2012 die Goldene Peitsche (Gruppe II, 70.000 Euro, 1.200 m), die Prüfung mit dem vermeintlich schönsten Ehrenpreis hierzulande. Am Sonntag bei der 143. Auflage (6. Rennen um 16:35 Uhr) dürfte der Titelverteidiger unter Stephen Hellyn ähnlich großer Außenseiter sein.

Denn während ihm anschließend nicht mehr viel gelang, sind einige Konkurrenten aktuell bestens empfohlen, und in einem internationalen Klassefeld von 13 Kandidaten gibt es jede Menge Sieganwärter.

Von den deutschen Pferden ist sicherlich Stall Nizzas Amarillo (A. Starke) besonders hoch einzustufen. Der Hengst aus dem Stall von Peter Schiergen, der für diese Prüfung für 7.000 Ezuro nachgenannt wurde, gewann ein Gruppe III-Rennen in Haydock und unterlag zuletzt im Prix de la Porte Maillot (Gruppe III) in Longchamp nur der Überfliegerin Moonlight Cloud, die anschließend zwei Top-Gruppe I-Events für sich entschied. „Ich habe Mumm. Er ist sehr gut auf dem Posten. Allerdings startet er zum ersten Mal über 1.200 Meter, sonst war es immer etwas weiter“, signalisiert sein Jockey Andrasch Starke.

Sehr interessant ist die Brümmerhofer Dreijährige Best Regards (E. Pedroza). Bei ihrem Hoppegartener Erfolg in einem Listenrennen (Namera, nun mit M. Demuro und Flavio forte (C. Demuro) hatten keinerlei Chance) machte die von Paul Harley trainierte Lady viel Eindruck. Die beiden Hofer-Schützlinge Smooth Operator (A. de Vries) und Kolonel (H. Bentley) liefen gerade in München ausgezeichnet, wobei Smooth Operator ein alles andere als günstiges Rennen hatte. Für ihn ist es bereits der fünfte Versuch in diesem Rennen nach den Plätzen 2-11-2-4 seit 2009.

Während Clever Man (F. Minarik) es hier viel schwerer hat als beim Doberaner Handicap-Treffer, sind zahlreiche Gäste aus dem Ausland hier brandgefährlich. Gammarth (F. Spanu/H.-A. Pantall) unterlag gerade in einem Listenrennen nur sehr knapp und unglücklich, obwohl er zum Schluss regelrecht heranflog. Sein Trainer hatte schon damals die Goldene Peitsche als Fernziel im Visier. Die Rohaut-Stute Fortune Hunter (F.-X. Bertras) muss sich dagegen steigern.

Der Norweger Giant Sandman (L. Hammer-Hansen) blieb im Polar Cup in seiner Heimat u.a. vor dem Vorjahreszweiten Govinda. Hugo Palmers Khubala (G. Baker) aus England ist fünffacher Sieger und hielt sich in einem Listenrennen sehr solide.

Andrew Baldings Zanetto (L. Keniry) hatte es in den englischen Gruppe I-Rennen viel schwerer als hier. 25.000 Euro sind in dieser Prüfung in der Super-Dreierwette als Auszahlung garantiert.

Eine zugkräftige Besetzung hat auch der United Charity - Preis der BBAG-Jährlingsauktion (52.000 Euro, 2.400 m, 3. Rennen um 14:40 Uhr) gefunden. Hier muss sich der im Schweizer Pendant erfolgreiche Saratino (H. Bentley) unter Höchstgewicht u.a. mit den weiteren Derby-Startern Noble Galileo (A. de Vries), Erlkönig (D. Porcu) und See The Rock (E. Pedroza) messen. Waldemar Hickst bietet Blues Wave (A. Pietsch) auf, über den er sagt: „Er gibt meistens sein Bestes. Auch die Distanz passt.“

Ein Top-Feld von zwölf Teilnehmern steuert den Preis des Casino Baden-Baden (Listenrennen, 20.000 Euro, 2.800 m, 8. Rennen um 17:45 Uhr) an. Fast die komplette Steher-Szene ist hier versammelt. Slowfoot (A. Helfenbein), für den weicher Boden günstig wäre, Lucarelli (L. Hammer-Hansen), Wilddrossel (E. Pedroza) und Tres Rock Danon (F. Minarik) sind weitere Hoffnungsträger. Auch Nexius (A. Pietsch) ist gut in Gang. „Er hat seinen Sieg in Frankreich als Dritter in München bestätigt“, sagt Trainer Waldemar Hickst. „Er gefällt mir gut, aber es muss alles passen.“ Gewinnen kann auch Salut (A. Starke), doch könnte er auch bereits am Samstag im Preis der Sparkassen-Finanzgruppe gelaufen sein.

Besondere Beachtung finden wird der Schecke Silvery Moon (St. Hofer) im Zweijährigen-Rennen (1. Rennen um 13:35 Uhr). Aber nicht nur sein Aussehen, sondern auch die bisherigen Leistungen sind außergewöhnlich. Da könnte er gegen fünf Konkurrenten sein erstes Rennen gewinnen, auch wenn vor allem der in Chantilly sehr stark gelaufene Oil of England (L. Hammer-Hansen) sehr gefährlich scheint.

Apropos außergewöhnlich – für die Wetter winkt eine besondere Attraktion: 70.000 Euro sind als Auszahlung in der Wettchance des Tages (inklusives eines 30.000 Euro-Jackpots), man könnte auch sagen des Jahres, in der Viererwette des 4. Rennens um 15:25 Uhr (Ausgleich IV, 2.200 m) garantiert. Im 16er-Feld ist sehr viel möglich. Königsritter (D. Porcu) steht gegenüber seinem Bezwinger aus Krefeld, Susamito (A. Pietsch) nun drei Kilo günstiger und bietet sich ebenso als Bankpferd an wie das Leichtgewicht Lord of Desert (T. Hofer) oder der Handicap-Neuling Echo Mountain (A. Starke).

10.000 Euro werden im 9. und letzten Rennen um 18:20 Uhr (Ausgleich III, 1.800 m) in der Viererwette ausgeschüttet. Der dauerplatzierte Turflöwe (St. Hellyn) sowie die großer Form agierenden Twain (J. Oppermann) und Harathea (E. Pedroza) haben beste Möglichkeiten.

 

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