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Talkrunde „Galopprennsport in Deutschland"

Weder Himmel noch Hölle

Köln 1. November 2013

Siegfried Schenek, Geschäftsführer der Sächsischen Lotto GmbH, begrüßte die Gäste im Namen des Marketing Clubs Leipzig in den Räumen der Tribüne auf der Galopprennbahn im Leipziger Scheibenholz und versprach allen einen informativen und unterhaltsamen Abend. Und tatsächlich folgte eine sehr engagierte und lebhafte Diskussion, die Vertreter großer und kleiner Rennbahnen sowie Marketing-Verantwortliche aus Unternehmen am Mittwochabend führten. Rund 50 Gäste aus Wirtschaft und Sport waren der Einladung des Marketing Clubs Leipzig ins Scheibenholz gefolgt und lauschten den Beiträgen der Podiumsteilnehmer/innen.

Siegfried Schenek, GeschäftsführerderSächsischenLottoGmbH,begrüßtedieGästeimNamendesMarketingClubsLeipzigindenRäumenderTribüneaufderGalopprennbahnimLeipzigerScheibenholzundversprachalleneineninformativenundunterhaltsamenAbend.Und tatsächlich folgte eine sehr engagierte und lebhafte Diskussion, die Vertreter großer und kleinerRennbahnen sowie Marketing-Verantwortliche aus Unternehmen am Mittwochabend führten.Rund 50 Gäste aus Wirtschaft und SportwarenderEinladungdesMarketingClubsLeipziginsScheibenholzgefolgtundlauschten den Beiträgen der Podiumsteilnehmer/innen.

Vertreter des Galopprennsports waren Gerhard Schöningh, Besitzer der Rennbahn Berlin Hoppegarten, Alexander Leip, Betreiber der Galopprennbahn Scheibenholz, Niko Lafrentz, Beirat, GERMAN RACING und Jochen Drepper, 1. Vorsitzender von GERMAN RACING Next Generation e.V.

Prof. Dr. Margit Enke,LehrstuhlMarketinganderTUFreibergund Jürgen Grasse,AbteilungsleiterVertriebderSächsischenLottoGmbH,warenSprachrohrderWirtschaft.

Im Mittelpunkt der Talkrunde, moderiert von Andreas Neugeboren, TV-Moderator beim MDR und Präsident der Mitteldeutschen Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V., stand die Frage nach dem Potential und den künftigen Vermarktungschancen des Galopprennsports in Deutschland.

Gerhard Schöningh sieht das Potential des Galopprennsports vor allem in der besonderen Atmosphäre, die der Sport seinen Besuchern bietet. Einer Umfrage auf der Rennbahn in Berlin zufolge seien nur ein Drittel der Besucher ausgewiesene Rennsportexperten. Zwei Drittel der Besucher kämen, weil sie das außergewöhnliche Naturerlebnis im Grünen schätzen und der Renntags-Besuch Spaß für die ganze Familien biete. Ein großes Kinderprogramm, ergänzende

Unterhaltungs-Angebote sowie Themen-Renntage wie z.B. der „Ladies Day“ seien dabei sehr erfolgreiche Konzepte, um die Renntage für eine breite Zielgruppe attraktiv zu machen. Insbesondere die Themen-Renntage seien bereits heute echte Publikumsmagneten. Auch in Leipzig verfolgen die Veranstalter eine ähnliche Strategie und die Erfahrungen an den Renntagen 2013 haben bereits positive Ergebnisse gezeigt. Über 35.000 Besucher/innen an nur vier Renntagen sind für Alexander Leip eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Der Anspruch der Renn-Veranstalter müsse sein, den Besuchern perfekten Service zu bieten und alles dafür zu tun, dass die Besucher sich wohlfühlten, denn dann kämen sie immer gerne wieder. Leipzig biete seinen Gästen eine Mischung aus spannenden Pferderennen, Nervenkitzel beim Wetten, Entspannung auf roten Liegestühlen, Unterhaltung mit Live-Musik und ein ansprechendes Catering-Angebot. Für die Zukunft gelte es, die Angebotspalette gemeinsam mit Partnern weiter auszubauen und hierbei noch kreativer und innovativer zu werden.

Auch bei der Betreuung der VIP Gäste sehen die Vertreter des Rennsports großes Potential. Gerhard Schöningh bezeichnet den Rennsport im Vergleich zum Fußball als eine Nischen-Sportart. Daher sei es wichtig, mit besonderen Produkten zu punkten wie z.B. mit hochwertigen Hospitality-Möglichkeiten in außergewöhnlicher Atmosphäre. Dies hat nicht nur die schöne Rennbahn in Berlin Hoppegarten zu bieten, sondern seit zwei Jahren nun auch die Rennbahn in Leipzig. Die neu sanierte Tribüne bietet für Unternehmen knapp 60 Logen-Plätze und etwa 250 VIP‐Plätze direkt an der Brüstung.

Über den Erfolg des Galopprennsports entscheidet am Ende jedoch nicht nur der Sport selbst. Auch die Medien spielten hierbei eine zentrale Rolle, darin waren sich alle Podiumsteilnehmer einig. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, mit den Medienvertretern vor Ort ein gutes Verhältnis aufzubauen und einen regelmäßigen Austausch zu pflegen. Gerhard Schöningh sah sich hier klar im Vorteil: Für die Rennbahn in einer Metropole wie Berlin mit einem riesigen Medienmarkt sei die Medienarbeit vermutlich sehr viel leichter als in einer Stadt mit einem überschaubaren Medien-Angebot.

Einen entscheidenden Beitrag zum Ausbau des Potentials des Rennsports möchte dabei Jochen Drepper mit dem Verein Next Generation e.V. leisten. Vorrangiges Ziel sei es, neue, junge Zielgruppen zu identifizieren und diese für den Rennsport zu begeistern. Der Rennsport werde nur dann eine sichere Zukunft haben, wenn es gelinge, die nachwachsenden Generationen für den Rennsport zu gewinnen und den Sport in der Gesellschaft fest zu verankern. Der Verein wolle hier neue Wege gehen und den Rennsport-Veranstaltern bei der Entwicklung innovativer, auf die jungen Besucher/innen ausgerichteter Angebote unterstützend zur Seite zu stehen. Insbesondere die sozialen Medien spielten bei der Ansprache neuer Zielgruppen eine immer größere Rolle, eine Entwicklung, an der die Rennsport-Veranstalter nicht vorbei kämen.

Auch bei Niko Lafrentz von GERMAN RACING, der zentralen Vermarktungseinrichtung des Rennsports, fand diese Form der Nachwuchsarbeit für den Rennsport großen Zuspruch.

Als Vertreter der Wirtschaft zeigten sich Jürgen Grasse und Prof. Dr. Margit Enke überzeugt von den Ansätzen und Strategien der Rennsport-Veranstalter. Eine systematische Analyse der aktuellen und künftigen Rennbahn-Besucher sei unabdingbare Voraussetzung, um passende Unternehmen als Sponsoren zu gewinnen. Dabei sei es wichtig, auf regionale und überregionale Partner zu setzen und gemeinsam mit diesen eine langfristige und vertrauensvolle Partnerschaft aufzubauen. Die Idee, die Besucherzahlen durch die Ansprache neuer Zielgruppen zu erhöhen, treffe exakt die Erwartungen der Wirtschaft, deren Interesse mit steigender Besucherzahl ebenfalls wachse. Für Unternehmen spiele auch die Qualität des Produktes eine sehr große Rolle. Aktionen einzelner Rennbahnen, den Besuchern kostenfreien Eintritt zu gewähren, stießen daher bei den Unternehmensvertretern auf Ablehnung. Es gelte nach wie vor die Devise „Was nichts kostet, ist nichts wert“. Die Veranstalter sollten daher ihre Angebote nicht verschenken, sondern Premium-Produkte zu fairen Preisen anbieten. Für Gerhard Schöningh und Alexander Leip ist der Auftrag klar: Sie müssen ihren lokalen und regionalen Markt und seine Bedürfnisse sehr genau analysieren und ihre Angebote passgenau daran ausrichten. Dabei ist der intensive und persönliche Austausch zwischen Sport-Veranstaltern und Wirtschaftsvertretern ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Renntage müssen bei den Menschen Emotionen frei setzen. So lautete ein gemeinsames Fazit von Sportveranstaltern und Wirtschaftsvertretern. Es ist ein einfach klingender Satz, doch diese Idee umzusetzen ist keine leichte Aufgabe. Ein interessanter Ansatz kam in diesem Kontext aus dem Publikum. Der Galopprennsport brauche eine Starkultur bei Jockeys und Pferden, um den Sport bekannter und vor allem emotionaler zu machen. Die aktuelle Erfolgsgeschichte des jungen Nachwuchs-Jockeys Dennis Schiergen, Sohn des mehrmaligen Champion‐Jockeys Peter Schiergen, könnte ein Versuch wert sein, den Gedanken der „Starkultur“ mit Leben zu füllen.

Die Frage, ob der Galopprennsport eine zentrale Vermarktungsagentur – ähnlich der DFL im Fußball – braucht , um den Sport weiter zu professionalisieren und attraktiver zu machen, konnte angesichts der fortgeschrittenen Zeit nur kurz anschnitten werden. Niko Lafrentz informierte über die aktuell laufende Diskussion im Dachverband, wie sich der Sport diesbezüglich inhaltlich aufstellen wolle und wie eine zentrale Vermarktung finanziert werden könne. Vermutlich Anfang 2014 sei hier mit Ergebnissen zu rechnen. Für Gerhard Schöningh ist eine zentrale Vermarktung zwar im Prinzip notwendig, man müsse aber sehen, wo man stehe. Zum Beispiel sei die Qualität der Bilder oder die Präsenz im Fernsehen gegenüber dem Fußball weit zurück. Daher sei es vor allem wichtig, vor Ort ein gutes Produkt zu schaffen und regionale Unternehmen dafür zu begeistern. Für kleine und mittelgroße Rennbahnen dagegen, die im Unterschied zu den großen Rennbahnen finanziell und personell weniger gut aufgestellt sind, sieht Jochen Drepper durchaus Bedarf für ausgewählte Angebote einer zentralen Vermarktungsstelle. Eine Fortsetzung der Diskussion der Rennsport-Veranstalter untereinander über dieses wichtige Thema steht also auf der Agenda.

Die Stimmung unter allen Gästen in der Tribüne im Leipziger Scheibenholz war sehr gut und die Gespräche wurden bei einem Glas Wein und einem leckeren Imbiss bis Mitternacht in kleinen Gesprächsrunden fortgesetzt. Beide Veranstalter – der Marketing Club Leipzig und das Team Scheibenholz – haben ihr Ziel erreicht: Sie wollten Sportveranstalter und Wirtschaft miteinander ins

Gespräch bringen und dies ist hervorragend gelungen. Alexander Leip und sein Team bedankten sich ganz herzlich beim Marketing Club Leipzig für diesen hervorragenden Zugang zum Netzwerk der Marketing-Verantwortlichen in Leipziger Unternehmen. Ohne diese konstruktive Zusammenarbeit mit dem Marketing Club Leipzig wäre es nicht gelungen, wichtige Multiplikatoren für die Rennsportveranstaltungen im Scheibenholz zu gewinnen.

Ein Erfolg war es auch für den Galopprennsport: Er kann das Interesse der Wirtschaft an diesem Abend positiv für sich verbuchen und mit neuem Elan und guten Ideen den Austausch mit den Unternehmen weiter suchen und pflegen.

Die beste Motivation für ihre Arbeit erhielten noch am Abend der Veranstaltung Alexander Leip und sein Team im Scheibenholz. Ein sächsisches Wirtschaftsunternehmen machte ein konkretes Angebot, sehr zeitnah Gespräche über eine Zusammenarbeit in der Saison 2014 aufzunehmen.

Video-Beitrag auf Info TV Leipzig: http://www.info-tv-leipzig.de/wirtschaft-business-news/allgemeines/quo-vadis-galopprennsport/

 

GERMAN RACING

Erlebnissport der Extraklasse.
Unter der Dachmarke “GERMAN RACING” werden spannende Pferderennen und stimmungsvolle Veranstaltungen auf den deutschen Rennbahnen abgehalten. Seit 188 Jahren bestehen Pferderennen als ältester organisierter Sport in Deutschland. Ein echter Klassiker!

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