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Handicapper-Blog

Chefhandicapper Harald Siemen spricht hier über Aktuelles zum Thema Handicappen.

 
  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    28,8 Meter, ungefähr

    13. November 2019

    Die physikalische Welt unterscheidet bekanntlich zwischen genauen und ungenauen Maßeinheiten. Genau definierte Größen sind Meter, Kilogramm oder Ampere, wobei der Meter seit neuestem definiert wird als Länge der Strecke, die das Licht im Vakuum während der Dauer von einer 1/299792458 Sekunde zurücklegt (der Urmeter in Paris hat ausgedient). Daneben gibt es aber noch jede Menge nicht exakte Messgrößen. Ich denke da an das Saarland oder das Fußballfeld als Vergleichsgröße, auch an den gestrichenen Teelöffel in Kochrezepten. Und an das Olf, eine kuriose Maßeinheit für den Geruch, die 1988 vom dänischen Professor Ole Fanger eingeführt wurde. Ein Olf ist die Geruchsbelastung, die von einer erwachsenen Person mit einem Hygienestandard von 0,7 Bädern pro Tag, und einer Hautoberfläche von 1,8 qm bei sitzender Tätigkeit ausgeht.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Annus horribilis

    06. November 2019

    In einer Fernsehansprache am 24. November 1992 bezeichnete Queen Elizabeth II. das Jahr 1992 als ihr annus horribilis, ihr Schreckensjahr. Auf öffentlichen Druck musste sie sich für steuerpflichtig erklären, in der königlichen Familie ging es drunter und drüber und schließlich brannte auch noch ein Teil von Windsor Castle ab. Seitdem hat sich dieser Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch festgesetzt. Ob Börsenanleger, Klimaschützer oder Versicherer – wenn es schlecht läuft ist vom annus horribilis die Rede. Auch der deutsche Galoppsport steht jetzt vor dem Ende eines solchen Horrorjahres, jedenfalls was seine sportliche Bilanz angeht. Denn nach der Entscheidung des G1-Waldgeist-Großen Preis von Bayern steht fest, dass in diesem Jahr alle fünf international besetzten deutschen Gruppe-I-Rennen von im Ausland trainierten Pferden gewonnen wurden.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    „Du hast keine Chance, also nutze sie“

    30. Oktober 2019

    Pferderennen und Wetten stehen ja in enger Verbindung zueinander. Es wird gewettet, weil es sonst zu langweilig wäre auf der Rennbahn, weil man einen bestimmten Jockey mag oder weil uns der Name eines Pferdes gefällt. In den meisten Fällen aber wird gewettet, um damit ein wenig Geld zu verdienen. Und da es ja dumm wäre, hinterher als Lohn für die ganze Aufregung nicht mehr als ein paar Euro zu gewinnen, können viele der Versuchung nicht widerstehen, auf Außenseiter zu wetten, obwohl ihnen klar ist, dass die Chance auf einen Gewinn nur gering ist. Aber wenn mal einer gewinnt, dann „lohnt“ es sich wenigstens. So wie am Sonntag in Hannover beim G3-Großen Preis des Gestüts Ammerland, als die dreijährige Stute Lips Queen zur Quote von 577:10 erfolgreich war.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    „Herr, segne den Ungarn“

    23. Oktober 2019

    Die Ungarn muss man wirklich bewundern. Sie haben den Mongolensturm, die Türkeninvasion, die Habsburger und die Sowjets überstanden und müssen mit einem Alphabet fertigwerden, das 44 Buchstaben umfasst. Ihre Sprache spricht und versteht kaum jemand außerhalb des eigenen Landes, nach Ansicht von Wissenschaftlern soll sie aber „das höchste Produkt der menschlichen Logik und Kreativität“ sein. Auch deswegen gelten sie bei Vielen als das intelligenteste Volk der Welt, haben sie doch – gemessen an ihrer Einwohnerzahl von derzeit knapp zehn Millionen – die meisten Nobelpreisträger hervorgebracht.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Der unbezwingbare Spotttölpel

    16. Oktober 2019

    In der mehr als zehn Millionen Mal verkauften und mit dem „Buxtehuder Bullen“ ausgezeichneten Roman-Trilogie „Die Tribute von Panem“ fällt dem Spotttölpel, eine Fantasie-Kreuzung aus Spottdrossel und Schnattertölpel, eine symbolträchtige Rolle zu. Im amerikanischen Original heißt der Vogel Mockingjay und wird zum Wahrzeichen der Rebellion gegen die Unterdrückung und zum Sinnbild für die Hoffnung, dass alles möglich ist. In diesem letzteren Sinne könnte der Vogel glatt auch ein Symbol für den Pferderennsport sein.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    "Spielverderber!"

    09. Oktober 2019

    Der Ruf des Spielverderbers ist im Allgemeinen nicht der Beste. Er ist es, der anderen das Vergnügen verdirbt oder sich nicht an die Regeln hält. Zu den bekannten Spielverderbern unserer Zeit zählen der Fußballtrainer José Mourinho, den der „Tagesspiegel“ einmal den „König der Spielverderber“ nannte. Oder Christian Lindner, der aus den beinahe schon harmonischen Jamaika-Sondierungen plötzlich ausstieg und „Auf Wiedersehen“ sagte. Unvergessen als großer Spielverderber ist auch der Kabarettist Wolfgang Neuss, der – die älteren unter uns werden sich erinnern – am Tag vor der sechsten und letzten Folge des Durbridge-Krimis „Das Halstuch“ in einer großen Zeitungsanzeige den Mörder verriet.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    „Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders als man glaubt.“

    25. September 2019

    Eine Woche ist eine lange Zeit im Galopprennsport. Da kann viel passieren. „Die Hoffnungen auf eine Aufwertung des Derbys ruhen jetzt allein auf Laccario und Django Freeman“, schrieb ich vor sieben Tagen. Dazu kann man jetzt nur noch Wilhelm Busch zitieren: „Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders als man glaubt.“ Django Freeman hat in Australien eine Chip-Operation vor oder vielleicht schon hinter sich, und für Laccario bleiben nach seinem lapidar erklärten Rückzug beim Preis von Europa in diesem Jahr auch nicht mehr viele Startmöglichkeiten, die nächste am 3. Oktober beim G3-Preis der Deutschen Einheit, für den er nachgenannt werden müsste.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    „Second best ist allemal besser als nothing“

    18. September 2019

    Der „Verein Deutsche Sprache (VDR)“ mit Sitz in Dortmund ist eine ziemlich humorlose Gesellschaft, deren 36.000 zumeist männliche Mitglieder im Alter über 45 das Ziel verfolgen, die deutsche Sprache als Kultursprache zu erhalten. Bedroht sieht der VDR das Deutsche vor allem durch Anglizismen und die als „Denglisch“ bezeichnete Mischung beider Sprachen. Mediale Aufmerksamkeit ist dem Verein immer sicher, wenn er alljährlich den Negativ-Preis „Sprachpanscher des Jahres“ verleiht, mit dem schon so unverdächtige Institutionen wie die Evangelische Kirche, der Duden oder der Deutsche Fußballbund („Best never rest“) ausgezeichnet wurden.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    "Alles schon dagewesen"

    11. September 2019

    Nachdem sich der Staub, den der 147. Longines Großer Preis von Baden aufgewirbelt hat, langsam wieder gelegt hat, will ich noch einmal auf dieses Ereignis zu sprechen kommen. Es war ja wirklich ein Ereignis, wie Ghaiyyath das Rennen gewann und es musste jeden begeistern, für den Pferderennen auch etwas mit Leistung zu tun haben und mehr sind, als ein Glücksspiel, bei dem es vor allem darauf ankommt, die richtige Voraussage zu treffen. Das war auch in Iffezheim deutlich zu spüren, der Sieger wurde bejubelt, wie selten ein Sieger zuvor.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Das "Monster" von Baden-Baden

    04. September 2019

    „Man darf nicht alles glauben, was man sieht“, heißt es in Molieres Komödie „Tartuffe oder der Betrüger“, die 1664 unter Beisein des Sonnenkönigs Ludwig XIV. in Versailles uraufgeführt und auch heute noch als lustige Nummer häufig auf den Spielplänen der Theater steht. Vor zwei Jahren hing sie sogar als Motto auf einem Spruchband an der Fassade des Staatstheaters in Mainz. Eine Rennbahn mit einem Theater zu vergleichen, ist gar nicht so abwegig, allerdings hört man dort oft Dinge, die man besser nicht glauben sollte. Aber auch was Rennausgänge angeht, wird die Einsicht, an das Gesehene zu glauben, nicht selten auf eine harte Probe gestellt.

GERMAN RACING

Seit 2010 bildet GERMAN RACING die große Dachmarke, unter der regelmäßig spannende Pferderennen und stimmungsvolle Veranstaltungen auf den deutschen Rennbahnen stattfinden. Gleichzeitig fungiert die Marke als Oberbegriff für den Galopprennsport in Deutschland.

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