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Außenseiter-Triumph im IDEE 147. Deutschen Derby in Hamburg

Der epische Derby-Fight von Isfahan

Hamburg 10. Juli 2016

18.000 Zuschauer am Sonntag auf der Galopprennbahn in Hamburg erlebten einen epischen Fight um das IDEE 147. Deutsche Derby (Gruppe I, 650.000 Euro, 2.400 m): Im bedeutendsten Galopprennen der deutschen Rennsaison 2016 und vierten Lauf der German Racing Champions League kämpften in der entscheidenden Phase vier der 19 Pferde um den Sieg. Und erst nach Auswertung der Zielfotografie stand der hauchdünne Triumph des im Besitz von Dr. Stefan Oschmann (Darius Racing) stehende und von Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh trainierte Isfahan (mit dem Italiener Dario Vargiu). Der 168:10-Außenseiter hatte auf sehr schwerem Boden am Ende einen Kopf-Vorsprung auf den vom letzten Platz heranfliegenden Savoir Vivre. Dschingis Secret hatte bis zuletzt alle Chancen, und Wai Key Star musste erst ganz zuletzt passen.

Bis der Erfolg von Isfahan perfekt war, herrschte Dramatik pur: Der Röttgener El Loco führte die Pferde mit Vorsprung an, gefolgt von Our Last Summer, Larry und Landin, auch Isfahan gehörte dem erweiterten Vordertreffen an, während der Favorit Boscaccio im Mittelfeld auszumachen war. Doch auf der Zielgeraden änderte sich das Bild schlagartig.

Zunächst wurde man auf den ganz außen attackierenden Dschingis Secret aufmerksam. In der Bahnmitte wurde aber auch Isfahan immer zwingender und ganz innen packte Wai Key Star mächtig an. Von Savoir Vivre war noch nicht viel zu sehen, er musste noch sehr viel Boden gutmachen, und das gelang auf dem letzten Wegstück auch.

Aber hier war Isfahan mit viel Energie bereits vorne und kämpfte groß gegen Dschingis Secret. Als Savoir Vivre plötzlich mit Riesenschritten angriff, schien er auch Isfahan zu überlaufen, doch Isfahan legte nochmals zu und besaß am Ende einen Kopf-Vorsprung, der zum ersten Derby-Sieg von Besitzer Dr. Stefan Oschmann und vierten Derby-Triumph von Trainer Andreas Wöhler nach Waldpark 2011, Belenus 1999 und Pik König 1992 ausreichte. Auch für Jockey Dario Vargiu war es eine Premiere.

Verantwortlich dafür war Isfahan: Der Lord of England-Sohn, der früher Inuit hieß, war 2015 Winterfavorit und hatte im Frühjahr 2016 das Bavarian Classic in München gewonnen, doch der fünfte Rang im Derby Italiano war eine etwas ernüchternde Leistung gewesen. Nun kehrte er beim sechsten Karrierestart und dritten Sieg auf die Siegerstraße zurück und galoppierte 390.000 Euro Siegbörse auf das Konto seines Eigners.
„Isfahan war heißer Favorit im Derby Italiano, doch da war der Boden für ihn viel zu trocken. Im Rennen heute hatte er enorm viel Power. Ich hatte immer ein gutes Gefühl“, erklärte Jockey Dario Vargiu.

Manager Holger Faust kommentierte: „Wir waren nach dem Laufen in Italien schon enttäuscht. Da macht man sich schon so seine Gedanken, aber ansonsten war er ja immer sehr gut gelaufen, und er mag auch weichen Boden. Die Verpflichtung von Dario Vargiu war eine sehr gute Idee und so etwas wie der Schlüssel zum Erfolg. Wir sind überglücklich.“

Trainer Andreas Wöhler, der auch als Züchter für Isfahan zeichnet, in einem ersten Statement: „Es war auf diesem Boden natürlich schon ein wenig Glückssache. Wir wussten nicht unbedingt, ob Isfahan den weichen Boden mag. Für meine Frau und mich ist der Sieg natürlich etwas ganz Besonderes. Der Hengst war immer ihr Lieblingspferd. Wir haben ihn als Jährling verkauft (Anm. d. Red.: Für 35.000 Euro bei der BBAG-Auktion). Aber dass er nach der Auktion zu uns zurückkam, war natürlich toll. Sonst hätte ich zu Hause auch einen großen Ehekrach bekommen. Die schnelle Bahn in Italien behagte ihm zuletzt nicht. Er brauchte anschließend etwas Zeit. Aber in den vergangenen beiden Wochen hatte er mit sehr gut gefallen und das heute bewiesen. Nun hat er alle möglichen Nennungen.“

Nur hauchdünn verfehlte mit Savoir Vivre ein weiterer Außenseiter den Derby-Sieg. „Dass er die Klasse hat, wussten wir, aber ob er sie abrufen könnte, wussten wir nicht. Ich denke, dass er im nächsten Jahr noch einiges mehr zeigen wird“, so sein Trainer Jean-Pierre Carvalho. Dschingis Secret folgte als Dritter ebenfalls nur einen weiteren Hals zurück. „Er lief sehr gut und wurde auch super geritten. Schade, dass er so knapp am Sieg vorbeigeschrammt ist“, erklärte sein Betreuer Markus Klug. Auch Wai Key Star als Vierter hatte lange alle Möglichkeiten.

Der Favorit Boscaccio tat sich an der Außenseite früh schwer und kam unter Dennis Schiergen über Platz acht nicht hinaus. „Es lag am Boden“, lautete das Fazit von Trainer Christian Sprengel. Auch der lang führende El Loco (Elfter), Larry (15) und der früh auf dem Rückzug befindliche irische Gast Landofhopeandglory (mit Star-Jockey Ryan Moore; 18.) blieben wirkungslos in diesem hochdramatischen Derby.

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