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Protectionist mit überragender Vorstellung in der Champions League

Ein Weltstar erobert die Hauptstadt

Berlin-Hoppegarten 14. August 2016

Ein Galopper-Weltstar eroberte am Sonntag vor 10.100 Zuschauern die deutsche Hauptstadt: Protectionist, der Melbourne Cup-Sieger 2014 und das aktuell beste Rennpferd hierzulande, feierte auf der Rennbahn in Berlin-Hoppegarten einen allseits erwarteten und dennoch sehr beeindruckenden Erfolg im 126. Longines Großer Preis von Berlin (Gruppe I, 175.000 Euro, 2.400 m). Das bedeutendste Rennen der Saison auf dem Hauptstadt-Hippodrom war gleichzeitig Bestandteil der German Racing Champions League.

Und mit dem völlig ungefährdeten Start-Ziel-Sieg des 14:10-Favoriten bauten Jockey Eduardo Pedroza und Trainer Andreas Wöhler ihre Führung in der Wertung dieser elf Rennen umfassenden Rennserie weiter aus.

Die Kernfrage lautete im Vorfeld, wer im sechsköpfigen Feld das Tempo bestimmen würde. Eduardo Pedroza tat das einzig Richtige, er ergriff auf dem im Besitz von Australian Bloodstock stehenden Sohn der hiesigen Deckhengst-Legende Monsun selbst die Initiative und sorgte für eine moderate Fahrt vor dem später aufgerückten Guignol, dem polnischen Derbysieger Caccini, dem „Galopper des Jahres 2015" Nightflower sowie Amona und Shivajia.

Und auf der Zielgeraden baute Protectionist rasch und mühelos seinen Vorsprung aus. Die Top-Stute Nightflower konnte ihm als einziger Konkurrent folgen, doch in die Nähe des Superstars kam sie trotz einer starken Leistung nicht. Der wiedererstarkte Melbourne Cup-Held aus der Zucht von Dr. Christoph Berglar, der vor zwei Jahren für eine absolute Sternstunde der deutschen Zucht bei seinem Erfolg im bedeutendsten Rennen Australiens gesorgt hatte, musste kaum bemüht werden. In der Manier eines echten Champions löste sich Protectionist vor den Augen vieler seiner Miteigner souverän auf zweieinhalb Längen Vorsprung und brachte 110.000 Euro Siegpreis nach Hause. Damit beträgt seine Gewinnsumme nun stolze 2.720.971 Euro!

„Wir haben von Hause aus gewusst, dass sehr wenig Tempo sein würde“, erklärte Jockey Eduardo Pedroza, der wie Andreas Wöhler die Großereignisse im hiesigen Turf derzeit dominiert. „Wir haben dann so entschieden, selbst zu vorne zu gehen und das Tempo zu kontrollieren. Mitte der Geraden hat Protectionist den entscheidenden Satz gemacht. Ich hatte früh ein gutes Gefühl.“

Trainer Andreas Wöhler in einem ersten Statement nach dem achten Karrieretreffer beim 21. Start und dritten Sieg hintereinander des Weltklasse-Pferdes: „Eddie Pedroza hatte alle Optionen. Er sollte gut vom Start kommen und dann selbst entscheiden, was er machen würde. Zwischendurch war ich etwas beunruhigt, weil ich dachte, wann forciert er die Fahrt? Aber wie Protectionist auf den letzten 600 Metern weggesprintet ist, war wirklich beeindruckend. Er hat bei uns ein gutes Umfeld. Das ganze Team hat seinen Beitrag zu dieser Entwicklung beigetragen. Wir haben ihm nach seinen Wehwehchen alle Zeit gegeben. Nun steuern wir den Longines Großer Preis von Baden an.“

Nightflower packte noch sehr gut an und lief als Zweite sehr gut. „Der Rennverlauf war wie erwartet, wenngleich auch Nightflower mehr Tempo hätte brauchen können. Sie hat ihre Form ausgelaufen und wir sind zufrieden. Ihr nächstes Rennen wird der Große Preis in Iffezheim sein“, sagte Trainer Peter Schiergen.

Guignol blieb als Dritter ebenfalls gut dabei. „Egal wie nun das Tempo sich gestaltete, aber es waren genau die drei besten Pferde vorne, die man im Vorfeld auf diesen Plätzen erwartet hatte“, versicherte sein Betreuer Jean-Pierre Carvalho.

Shivajia schob sich vom letzten Rang noch auf Platz vier. „Ihr Jockey hätte früher aufrücken müssen, Das hat mir nicht gefallen“, haderte Uwe Stech mit dem Ritt. Caccini und Amona ließen am Ende nach und hatten letztlich keine Möglichkeit.  

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