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Iquitos, Starke und Wöhler die Gesamtsieger der German Racing Champions League

Sensation durch Guignol im Pastorius Großer Preis von Bayern

München 1. November 2016

Gewaltige Überraschung im Finale der neugeschaffenen German Racing Champions League, der elf Top-Rennen umfassenden Rennserie, am Dienstag auf der Galopprennbahn in München: Vor 7.000 Zuschauern triumphierte im Pastorius Großer Preis von Bayern (Gruppe I, 155.000 Euro, 2.400 m) der im Besitz des Stalles Ullmann stehende 335:10-Außenseiter Guignol. Unter dem Italiener Michael Cadeddu verblüffte der vierjährige Cape Cross-Sohn mit einer gewaltigen Leistungssteigerung. Mit riesigem Antritt zermürbte Guignol Start-Ziel die enorm starke internationale Konkurrenz in einem Elite-Feld des von Franz Prinz von Auersperg gesponserten letzten Gruppe I-Rennen der deutschen Rennsaison.

Als Guignol vorne so richtig loslegte und sich vor der Zielgeraden auf rund 10 bis zwölf Längen Vorsprung von den acht Konkurrenten löste, trauten die Rennsportfans ihren Augen kaum. Die beiden im Besitz von Dubai-Herrscher Sheikh Mohammed stehenden Racing History und Hawkbill versuchten, den Abstand zu verkürzen, aber sie erreichten Guignol nicht, der in grandioser Weise weiterstiefelte.

Mit eindreiviertel Längen verteidigte sich der größte Außenseiter und sorgte nach Ivanhowe und Ito für den dritten Sieg hintereinander im Pastorius Großer Preis von Bayern für Trainer Jean-Pierre Carvalho (Bergheim). Und dies völlig unerwartet mit Guignol, während der Stallgefährte Savoir Vivre mit dem französischen Star-Jockey Christophe Soumillon favorisiert worden war, doch von zweiter Position aus früh nachließ und sich am Ende auf Rang fünf wiederfand.

Im Zentrum der Ovationen stand dagegen Guignol, der 2016 als Dritter im Hansa-Preis und im Großen Preis von Berlin achtbar gelaufen war, doch zuletzt nach einer zweimonatigen Pause im Gran Premio del Jockey Club in Mailand nur Vorletzter gewesen war. 100.000 Euro betrug die Siegprämie für Georg Baron von Ullmann nach dem mit Abstand bedeutendsten Karrieretreffer des Hengstes, der beim neunten Start den dritten Sieg markierte und seine Gewinnsumme auf 144.900 Euro katapultierte.

Jockey Michael Cadeddu, der in seiner Heimat Italien auch als Darsteller in einer TV-Soap bekannt ist, feierte seinen ersten Sieg auf allerhöchster Ebene: „Ich hatte das Glück, dass die anderen mich nicht attackiert haben, da sie dachten, wir würden nur das Tempo für Savoir Vivre machen. Guignol hat sich gut managen lassen. Als ich ihn gefragt habe, hat er richtig zugelegt. 300 Meter vor dem Ziel, habe ich mich gefragt, wo die Gegner sind. Und 200 Meter vor der Linie habe ich mit dem Sieg gerechnet. Ich freue mich sehr und bin ausgesprochen dankbar für den Ritt.“

Trainer Jean-Pierre Carvalho fügte hinzu: „Zuletzt in Mailand hatte Guignol noch die Pause gespürt. Wir wollten ihn heute galoppieren lassen, aber er lief auf eigene Rechnung. Dass er gewinnen würde, hatte ich nicht gedacht. Der Jockey hat ihm das Rennen vorne bestens eingeteilt und ihn gut beruhigt. Dann ist er immer weiter marschiert. Nun geht er in die Winterpause. Bei Savoir Vivre war als Dreijähriger um diese Jahreszeit schon die Frage, ob er noch die Form haben würde. Er hat laut Christophe Soumillon unterwegs ein paarmal Luft geholt und war unter Wert geschlagen.“

In einem heißen Godolphin-Duell hielt Racing History mit einer Nase den Ehrenplatz gegen Hawkbill fest, dem laut Jockey William Buick die Distanz etwas zu weit wurde. Das Team des Erfolgsstalles war mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Sehr viel Boden machte noch Iquitos als Vierter gut. „Er hatte keinen optimalen Rennverlauf, musste zuviel nach einer Passage suchen. Sein Laufen war aber okay, er war ja zweitbester Deutscher. Wenn alles gut verläuft, steuern wir nun den Japan Cup an“, so sein Trainer Hans-Jürgen Gröschel. Algometer, dessen Besitzerin Kirsten Rausing (Tetra Pak-Erbin) vor Ort weilte, hatte als Sechster nie eine Chance, wie auch Royal Solitaire, Sirius (der letzte Ritt von Jockey Andreas Suborics in seiner Jockey-Laufbahn) und Girolamo keine Rolle spielten. Red Cardinal war wegen Nesselfiebers abgemeldet worden.

Iquitos stand schon vor dem Pastorius Großer Preis von Bayern als erster Gewinner der German Racing Champions League fest. „Er hat mit seinen tollen Leistungen die Wertung wirklich verdient gewonnen“, so sein Mitbesitzer Werner Gerholt. Mit 26 Punkten war Iquitos vier Punkte vor Nightflower (22 Punkte). Guignol (19 Punkte) wurde Dritter.

Bei den Jockeys ging der Gesamtsieg an Andrasch Starke (34 Punkte) vor Eduardo Pedroza (32 Punkte). Rang drei teilen sich Filip Minarik und Ian Ferguson mit jeweils 19 Punkten. Bei den Trainern war Andreas Wöhler (48 Punkte) auf der Pole-Position vor Jean-Pierre Carvalho (41,5 Punkte) und Peter Schiergen (35 Punkte). 

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