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Ein Gespräch mit Andrasch Starke

Der Rennalltag eines Spitzenjockeys

Köln 6. Mai 2016

Frühstück Fehlanzeige, Mittagsessen ebenfalls. „An Renntagen trinke ich Tee und Wasser, esse erst abends etwas – Fisch, Salat, Gemüse, ab und zu etwas Fleisch.“ Der stete Kampf mit dem Gewicht gehört zum Alltag eines Jockeys. Das gilt auch für den besten seiner Zunft in Deutschland, Andrasch Starke. „Ich kann 54 Kilogramm reiten, in besonderen Fällen auch mal 53 Kilo“, sagt der 42-jährige. Dabei werden Reitdress und Sattel immer mitgewogen.

„Heute Morgen bin ich um 7 Uhr aufgestanden und erst einmal zwei Stunden Fahrrad gefahren“, berichtet Starke, der gut eine Stunde vor dem Beginn des Renntags auf der Galopprennbahn in Dortmund eintrifft. In sieben der neun Rennen wird er in den Sattel steigen. Das heißt im rund 30 minütigen Rhythmus: Das passende Renndress anziehen, wiegen, ob das Gewicht passt, die Ausrüstung entsprechend anpassen, ab in den Führring zum Pferd, kurz mit Trainer und Besitzer sprechen, Rennen reiten, danach Fragen zum Rennverlauf beantworten, noch einmal wiegen, um sicherzustellen, dass alles korrekt war und schon geht es wieder von vorne los. Viel Zeit für Pausen bleibt da nicht.

„Siegchancen habe ich eigentlich nur im ersten und im letzten Rennen“, schätzt er seine Möglichkeiten an diesem Tag ein. Die Konkurrenz studiert er natürlich, die Pferde aber, die er reitet, kennt er nur zum Teil. „Das ist kein Nachteil“, so Starke. „Es ist meine Aufgabe, die Verbindung herzustellen. Ich entscheide intuitiv aus der Startmaschine heraus, welche Taktik ich wähle.“ Natürlich habe man einen Plan mit dem Trainer, aber es komme darauf, wie das Pferd reagiere. „Die Stärke eines Jockeys liegt in den Händen, über sie ist man mit dem Pferd verbunden“, erklärt er. Über die Risiken seines Berufs macht sich der zweifache Familienvater keine besonderen Gedanken. „Ich kenne die Gefahr. Wenn ich Angst hätte, würde ich sofort aufhören.“

Mit Night Wish in der Champions League

Am Sonntag zur Premiere der German Racing Champions League wird Starke Night Wish reiten, ein durchaus chancenreicher Kandidat. „Ich habe ihn noch nicht geritten“, sagt er über den sechsjährigen Hengst, der in München von Trainerneuling Sarah Steinberg trainiert wird. Den Gerling-Preis hat Starke schon vier Mal gewonnen. Die neue Rennserie begrüßt er: „Ich finde es interessant und hoffe, dass sie auf eine gute Resonanz stößt.“
Starke reitet seit 1989. Damals gewann er als Amateur sein erstes Rennen im wenig glamourösen Großkneten. Inzwischen sind es mehr als 2.200 Siege geworden, seinen Besitzern verdiente er rund 43 Millionen Euro Preisgeld. Seine Lehre machte er bei Bruno Schütz, dann war Starke 15 Jahre bei dessen Sohn Andreas Schütz tätig und ist nun seit 2007 erster Mann bei Peter Schiergen in Köln, reitet dort auch im Training.
Achtmal gewann Starke das Deutsche Jockey-Championat – erstmals 1998, zuletzt im Vorjahr gemeinsam mit Alexander Pietsch. Sieben Mal triumphierte er im Deutschen Derby in Hamburg – erstmals 1998 mit Robertico, zuletzt im Vorjahr mit Nutan. „Das Schönste als Jockey ist es, das Derby zu gewinnen“, sagt Starke, der aus Stade bei Hamburg stammt. „Der erste Derbysieg, das ist etwas, was man nie vergisst, so etwas bleibt.“

Mit Danedream zur Königin

Dabei hat Starke auch ganz große internationale Erfolge aufzuweisen: 2000 und 2005 holte er in Hongkong die inoffizielle Jockey-Weltmeisterschaft und dann sind da natürlich die unvergesslichen Triumphe mit der Ausnahmestute Danedream - 2011 im Prix de l’Arc de Triomphe, dem wichtigsten Galopprennen in Europa, und im folgenden Jahr in Ascot die King George VI & Queen Elizabeth Stakes vor den Augen der britischen Königin. Das macht ihn zum gefragten Mann. Seit einigen Jahren reitet er regelmäßig in Japan, wo der Galoppsport in der Öffentlichkeit einen ganz anderen Stellenwert genießt. Im Frühjahr war Starke fünf Wochen in Japan, ob er im Spätherbst wieder dort aktiv wird, ist noch offen. „Man muss sich bewerben und hoffen, dass man eingeladen wird.“ 

Doch zurück zum Alltag nach Dortmund: Starke soll Recht behalten – im letzten Rennen gelingt ihm mit der guten Stute Amona aus dem Stall von Andreas Löwe der einzige Tagestreffer. Zum Auftakt wurde er Zweiter, im Hauptrennen belegte er den dritten Platz und ein weiterer vierter Rang sprang bei sieben Versuchen heraus. „Natürlich will ich immer gewinnen“, sagt er, macht aber keinen unzufriedenen Eindruck mit seinem Tageswerk. Duschen und dann ab nach Hause zur Familie: „Ich gehe so um zehn Uhr ins Bett, es war doch ein recht sportlicher Tag.“

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